Die Wohngebäudeversicherer mit dem größten Beitragsschwund

31.3.2021 – Von 2014 auf 2019 hatten Condor und Bayerische Landesbrand in der verbundenen Wohngebäudeversicherung Beitragsrückgänge zu verzeichnen. Helvetia, Alte Leipziger, SV, Interlloyd und Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse bauten das Prämienvolumen laut dem „Branchenmonitor 2014-2019: Wohngebäudeversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig deutlich unterdurchschnittlich aus.

Das Beitragsaufkommen in der verbundenen Wohngebäudeversicherung ist in den zurückliegenden Jahren kräftig gestiegen. Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge betrug das Plus auf Zehnjahressicht betrachtet fast drei Viertel. 2019 summierten sich die Einnahmen auf über 8,2 Milliarden Euro (gebuchte Bruttobeiträge).

Während es zu Beginn des Betrachtungszeitraums nur leicht bergauf ging, ist seit 2013 ein deutlicher Aufwärtstrend zu beobachten. Das jährliche Prämienwachstum betrug seitdem mindestens sechs Prozent, 2019 waren es 7,4 Prozent. Von 2014 auf 2019 baute die Branche das Prämienvolumen um über ein Drittel aus.

Wohngebäudeversicherung - Beitragseinnahmen (Bild: Wichert)

Condor verliert am besonders stark

Bei der Entwicklung des Prämienaufkommens sind auf Unternehmensebene betrachtet riesige Unterschiede zu beobachten. Bei zwei Akteuren gingen die Beitragseinnahmen zwischen 2014 und 2019 gar zurück.

Dies ist dem „Branchenmonitor 2014-2019: Wohngebäudeversicherung“ zu entnehmen. Die Untersuchung wird von der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Sirius Campus GmbH durchgeführt und erfasst zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit einer Marktabdeckung von rund 95 Prozent.

Bei der Condor Allgemeine Versicherungs-AG nahm das Volumen im Betrachtungszeitraum um über 28 Prozent auf unter 30 Millionen Euro ab. Hintergrund ist, dass sich das Unternehmen im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen von verschiedenen Agentur- und Maklerverbindungen getrennt hat.

Auch der Bestand nach Stückzahl verminderte sich – und zwar um über zwei Drittel auf rund 46.000. 2019 ging es dann wieder aufwärts – um über ein Sechstel auf 51.500 bei den Kontrakten beziehungsweise um annähernd ein Fünftel bei Einnahmen (VersicherungsJournal 28.1.2021).

Auch Bayerische Landesbrand mit Rückgängen

Einbußen von etwa acht Prozent auf knapp 168,5 Millionen Euro hatte die Bayerische Landesbrandversicherung AG hinzunehmen.

Nach abwechselnd leichten Zu- und Abnahmen zu Beginn des Beobachtungszeitraums ging es 2018 und 2019 vergleichsweise deutlich nach unten. Dies führt das Unternehmen auf die Umstellung des Bestands auf ein neues Produkt zurück, das in der Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG geführt wird. Auf Sechsjahressicht betrug das Minus fast 230.000 Policen.

Wohngebäudeversicherung - Bestandsentwicklung Condor und Landesbrand (Bild: Wichert)

Weitere Anbieter mit unterdurchschnittlichen Wachstumsraten

Deutlich schwächer als der Markt legten von 2014 auf 2019 vor allem die Helvetia Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft AG, Direktion für Deutschland (plus 9,1 Prozent auf 99,1 Millionen Euro) sowie die Alte Leipziger Versicherung AG (plus 9,7 Prozent auf 66,6 Millionen Euro zu.

Vergleichsweise niedrige Zuwachsraten von jeweils unter einem Fünftel hatten ferner die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG, die Interlloyd Versicherungs-AG und die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse zu verzeichnen.

Wohngebäudeversicherung - schwächste relative Bestandsentwicklung (Bild: Wichert)

Bei den vorgenannten Marktteilnehmern schrumpften auch die Vertragsbestände. Die SV hatte nach absoluten Zahlen mit rund 265.000 Stück sogar den branchenweit größten Policenschwund zu verzeichnen. Prozentual gesehen war die vierthöchste Reduzierung von etwa einem Siebtel zu beobachten.

Nur bei der Condor (minus über die Hälfte) sowie der Alten Leipziger und der HDI Versicherung AG (jeweils minus knapp ein Fünftel) fielen die Rückgänge noch stärker aus.

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeit

Der „Branchenmonitor 2014-2019: Wohngebäudeversicherung“ enthält neben Daten zur Bestandskundenanalyse zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Dazu gehören neben Beiträgen und Verträgen auch die Schaden- und die Kostenquoten (11.11.2020, 1.12.2020).

Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

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Bestandskunden · Gebäudeversicherung · Geschäftsbericht
 
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