Die wachstumsstärksten Haftpflichtversicherer

16.5.2024 – Auf Sechsjahressicht betrachtet haben acht der 50 größten Anbieter in der allgemeinen Haftpflichtversicherung ihre gebuchten Bruttoprämien um mindestens ein Drittel ausgebaut. Der Markt legte „nur“ um rund ein Siebtel zu. Prozentual wuchsen Provinzial und Generali – jeweils fusionsbedingt – am stärksten. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

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Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Versicherer haben das Prämienvolumen in der allgemeinen Haftpflichtversicherung von 2017 auf 2022 um etwa ein Siebtel auf knapp 8,3 Milliarden Euro ausgebaut.

Zwei der 50 umsatzstärksten Akteure hatten nicht an dem Aufwärtstrend teil. So gingen die gebuchten Bruttoprämien beim DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. um über fünf Prozent zurück (auf 32 Millionen Euro). Bei der Mannheimer Versicherung AG sanken sie um fast zwei Prozent (auf unter 38 Millionen Euro) (VersicherungsJournal 8.5.2024).

Vier weitere Akteure wuchsen mit unter zwei Prozent deutlich unterdurchschnittlich, wie der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ zeigt. Die Analyse der V.E.R.S. Leipzig GmbH enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Gesellschaften (Prämienvolumen) in diesem Zweig mit rund 99 Prozent Marktanteil.

Fast alle Anbieter im Plus

Insgesamt 23 der aufgelisteten Akteure legten um bestenfalls ein Achtel zu. Zwölf Gesellschaften wiederum wuchsen um mehr als ein Viertel.

Kein Wert für den Zeitraum liegt für die erst vor wenigen Jahren gegründete Dialog Versicherung AG (25.10.2018, 23.10.2018) vor. Bei dem Unternehmen verminderten sich zwischen 2019 und 2022 die Einnahmen um 9,2 Prozent auf unter 90 Millionen Euro.

Fusionen treiben Wachstum bei Generali und Provinzial

Dem Branchenmonitor zufolge legten unter den Anbietern im Plus acht Marktteilnehmer auf Sechsjahressicht um mehr als ein Drittel zu. Wachstumssieger ist die Provinzial Versicherung AG, die ihre Einnahmen zwischen 2017 und 2022 auf knapp 298 Millionen Euro fast verzweieinhalbfachen konnte. Mehr als eine Verdoppelung gelang der Generali Deutschland Versicherung AG (auf 412 Millionen Euro).

Hintergründe für die massiven Steigerungen waren Fusionen. So ist das Plus bei der Provinzial insbesondere auf die Verschmelzung der Westfälischen Provinzial Versicherung AG auf die Provinzial Rheinland Versicherung AG zurückzuführen, die dann in Provinzial Versicherung AG umfirmiert wurde (13.12.2021).

Dadurch stieg der Umsatz von 129 auf 288 Millionen Euro. Der Akteur legte mit Ausnahme von 2020 auch in den übrigen Jahren des Beobachtungszeitraums zu, und zwar jeweils um die drei Prozent.

Die deutliche Steigerung der Generali Deutschland ging zum Großteil auf den Konzernumbau und die Verschmelzung der Generali und der Aachenmünchener zurück (25.10.2018, 23.10.2018). Das Unternehmen wuchs auch vor und nach der Fusion, und zwar um bis zu fast zehn Prozent.

Provinzial, Generali (Bild: Wichert)

Weitere Anbieter mit hohen Beitragszuwächsen

Die Condor Allgemeine Versicherungs-AG steigerte ihren Umsatz um zwei Drittel (auf über 15 Millionen Euro), die Rhion Versicherung AG um mehr als die Hälfte (auf knapp 41 Millionen Euro).

Zuwächse zwischen 42,4 und 33,5 Prozent hatten die Huk24 AG (auf fast 32 Millionen Euro), die VHV Allgemeine Versicherung AG (auf knapp 455 Millionen Euro), die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG (auf über 27 Millionen Euro) und die Inter Allgemeine Versicherung AG (auf fast 24 Millionen Euro) zu verzeichnen.

Zuwachs (Bild: Wichert)

Die Generali Deutschland, die Provinzial und die Rhion gehörten auch zu den besonders wachstumsstarken Marktteilnehmern beim Vertragsbestand (2.4.2024).

Rhion, Huk24 und Condor mit kontinuierlichem Zuwachs

Die Rhion, die Huk24 und die Condor legten kontinuierlich zu. Erstere schaffte in den Jahren 2020 und 2021 zweistellige Wachstumsraten. Hintergrund war insbesondere das seinerzeit neu aufgenommene Geschäft in den Niederlanden (4.4.2022). Die Rhion baute den Umsatz zuletzt immerhin noch um fast neun Prozent aus. Im schlechtesten Fall wuchs das Unternehmen um knapp fünf Prozent (2019).

Die Huk24 steigerte die Einnahmen um mindestens knapp sechs Prozent (2020) und in der Spitze um fast zehn Prozent (2021). Zuletzt gelang der Gesellschaft ein Zuwachs um über acht Prozent.

Das Wachstum bei der Condor ging vor allem auf die Jahre 2018 und 2019 zurück. Nach Unternehmensangaben geschah dies „aufgrund einer Beteiligung an einem Rahmenvertrag“ (2018), einer Geschäftsausweitung (2019) sowie Prämienangleichungen in beiden Jahren.

Huk24, Rhion, Condor (Bild: Wichert)

Weiter Studiendetails und Bezugshinweis

Die Branchengrößen mit mehr als 290 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien weisen – angeführt von der Generali Deutschland und der Provinzial – mehrheitlich eine überdurchschnittliche Entwicklung auf (16.5.2024).

Der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV, geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.

Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie der Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder der HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Berufsunfähigkeit · Geschäftsbericht · Haftpflichtversicherung · Marktanteil · Senioren
 
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