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Die Wachstumsgewinner und -verlierer der Kompositversicherer

26.10.2020 – Die Schaden- und Unfallversicherer haben durchschnittlich 3,6 Prozent Beitragszuwachs erzielt. Die Liste der Wachstumsgewinner wird von Lifestyle Protection, R+V direkt und Ovag angeführt. Schlusslichter sind Allianz Direct, PB und Axa easy.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) steigerten die Schaden- und Unfallversicherer im Jahr 2019 ihre Beitragseinnahmen im inländischen Direktgeschäft ohne Cyberrisiko, Nuklear- und Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung um 3,6 Prozent auf 73,2 Milliarden Euro.

Die Anzahl der Verträge wuchs um 2,5 Prozent auf 323,7 Millionen.

Große Streuung zwischen Gewinnern und Verlierern

Die einzelnen Mitgliedsunternehmen weichen teilweise weit vom Durchschnitt ab. Das zeigt eine Zahlensammlung in der Ausgabe 10|2020 des Versicherungsmagazins.

Danach streut die Entwicklung der gebuchten Gesamtbeiträge in 2019 im Vergleich zum Vorjahr von plus 156 Prozent bis minus 16 Prozent.

Gleichzeitig wuchs die Zahl der Policen im Bestand bis 62 Prozent beziehungsweise ging um bis zu 22 Prozent zurück.

Lifestyle Protection wächst am stärksten

Spitzenreiter bei den Bruttobeiträgen ist die Lifestyle Protection AG mit einem Wachstum von 156 Prozent auf 42 Millionen Euro. Die Zahl der Policen im Bestand stieg bei dem Spezialisten für einfache Risikoprodukte im Talanx-Konzern um 43 Prozent auf 176.000.

Das zweitstärkste Wachstum hat die R+V Direktversicherung AG (R+V 24) vorzuweisen. Um 37 Prozent auf 116 Millionen Euro stiegen die Beiträge und um 29 Prozent die Policenzahl.

Ebenfalls zweistellig zugelegt haben die unter der Marke Bavariadirekt auftretende Ovag Ostdeutsche Versicherung AG, die Ammerländer Versicherung VVaG, die Rheinland Versicherungs AG und die Adler Versicherung AG.

Wachstumsgewinner Komposit 2019 (Bild: Backhaus)

Im Versicherungsmagazin wird die Generali Deutschland AG mit knapp 62 Prozent Beitragszuwachs auf 2,6 Milliarden Euro und einer genauso hohen Steigerungsrate bei den Verträgen aufgeführt. Dabei wurden jedoch offenbar nur die Vorjahreswerte der damaligen Aachenmünchener Versicherung AG berücksichtigt und nicht der übernommene Bestand der früheren Generali Versicherung AG. Damit sind die angegebenen Steigerungsraten unrealistisch.

Allianz direkt schrumpft am stärksten

Den mit 13,9 Prozent relativ größten Beitragsrückgang auf 255 Millionen Euro verzeichnete die Allianz Direct Versicherungs-AG. „Treiber hierfür ist ein rückläufiger Bestand aufgrund der Einstellung des Vertriebs über Vergleichsportale“, schreibt die Gesellschaft in ihrem Geschäftsbericht (PDF, 827 KB).

Dahinter rangiert die PB Versicherung AG. Sie verlor 13 Prozent der Beiträge auf 19,8 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg die Zahl der Policen um ein Prozent. Pro Versicherungsvertrag sank also die Durchschnittsprämie.

Umgekehrt war es unter anderem bei der Axa easy Versicherung AG. Sie verlor 16 Prozent der Verträge, aber nur acht Prozent der Beiträge. Weitere Direktversicherer im Rückwärtsgang waren DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG und Cosmos Versicherung AG.

Bei der Alten Leipziger Versicherung AG ist der Rückgang um 1,8 Prozent auf 375 Millionen Euro laut Geschäftsbericht (PDF, 552 KB) überwiegend einem Beitragsabrieb in der Kfz-Sparte geschuldet. „Von dem überwiegenden Teil des Automotive-Geschäfts haben wir uns getrennt“, wird dazu erläutert.

Wachstumsverlierer Komposit 2019 (Bild: Backhaus)

Verwirrende Angaben zu Dialog und Provinzial Rheinland

Die Dialog Versicherung AG fällt mit stark negativen Zahlen auf. Das Unternehmen agiert allerdings erst seit Oktober 2019 auf dem Markt. Die Vorjahreszahlen sind offenbar jene der Generali Versicherung AG, von der ein Teilbestand übernommen worden war. Mit dem Geschäftsverlauf zeigt sich die Dialog zufrieden (VersicherungsJournal 23.10.2020).

Die Provinzial Rheinland Versicherung AG wird beim Versicherungsmagazin ebenfalls als Verlierer geführt. Laut Geschäftsbericht ist das Unternehmen dagegen gewachsen (VersicherungsJournal 29.4.2020).

Die Übersicht im Versicherungsmagazin enthält zahlreiche weitere Kennzahlen. Demnach liegen die Gesellschaften auch bei der Rentabilität weit auseinander. Die kombinierte Schaden- und Kostenquote (Combined Ratio) streut je nach Versicherer zwischen 59,5 und 119,1 Prozent (21.10.2020).

Nachträgliche Ergänzung 26. Oktober 2020:

Im Versicherungsmagazin waren 74 Versicherer aufgeführt. Die Bayerische Allgemeine Versicherung AG (BA) war nicht dabei. Sie teilte mit, dass sie in 2019 nach Beiträgen um 15 Prozent und nach Verträgen um 10,5 Prozent gewachsen ist.

 
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