Die Schaden-/Unfallversicherer mit der höchsten Finanzstärke

22.5.2019 – Assekurata hat eine Übersicht der Finanzkraft der Kompositversicherer vorgelegt. Zwölf der 118 aufgelisteten Gesellschaften (ab rund 50 Millionen Euro Beitragsvolumen) nutzten Übergangshilfen, kamen aber auch ohne diese auf Netto-SCR-Quoten von zum Teil weit über 100 Prozent. Bei 70 Anbietern ist die Nettoquote gesunken. Bei 48 Unternehmen hat sie sich erhöht.

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Die deutschen Versicherer hatten ihre per Ende 2018 festgestellte Finanzstärke in SFCR-Berichten darlegt und bis zum 23. April auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH hat die wichtigsten Solvenzkennzahlen der deutschen Kompositversicherer für das VersicherungsJournal zusammengestellt.

Die Marktdaten stammen aus dem Fundus von Solvencydata, einer Datenbank der ISS Software GmbH. Angeboten werden Solvenzdaten der Lebens-, Kranken- und Schadenversicherungs-Unternehmen. Zahlende Kunden erhalten Zugang zu individuellen Marktanteilsauswertungen, zum Beispiel nach Sparte, Geschäftsfeldern oder selbst zusammengestellten Peer Groups.

Netto-SCR-Quoten von in der Spitze fast 670 Prozent

Laut der Übersicht von Assekurata haben sich die für die Aufsicht relevanten Brutto-SCR-Solvenzquoten inklusive Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung der Schaden-/ Unfallversicherer im Schnitt um 2,4 Prozent auf 245 Prozent verschlechtert. Aufgelistet hat das Analysehaus 118 Gesellschaften (ab rund 50 Millionen Euro Prämie).

Die Nettoquoten ohne diese Hilfen verminderten sich um 2,6 Prozent auf 244 Prozent. Wie bei den privaten Krankenversicherern (VersicherungsJournal 6.5.2019), aber anders als bei den Lebensversicherern (VersicherungsJournal 25.4.2019) wies kein einziges Unternehmen eine Netto-SCR-Quote von unter 100 Prozent aus.

Die höchste SCR-Quote netto (ohne Übergangshilfen) weist mit fast 667 Prozent die Ergo Direkt Versicherung AG auf. Dahinter folgt die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. mit fast 500 Prozent.

Werte von jeweils über 450 Prozent listet Assekurata für die DFV Deutsche Familienversicherung AG, den DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G., die Vereinigte Hagelversicherung VVaG und die Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G. auf.

Höchste SCR-Quoten (Bild: Wichert)

Mindestens 122 Prozent

Auf die niedrigste Nettoquote kommt die Basler Sachversicherungs-AG (122 Prozent). Dahinter folgen die Pallas Versicherung AG sowie die Real Garant Versicherung AG mit jeweils unter 130 Prozent.

Zwischen 136 und 142 Prozent liegen die Stuttgarter Versicherung AG, die Verti Versicherung AG, die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt) und die GVV-Kommunalversicherung VVaG.

Niedrigste SCR-Quoten (Bild: Wichert)

Die Kompositversicherer mit den größten Veränderungen

Im Vergleich zum Vorjahr gab es zum Teil riesige Veränderungen bei den Netto-Solvenzquoten. Diese bewegten sich zwischen plus 120 Prozent bei der DFV und minus 58 Prozent bei der Vereinigten Tierversicherung Gesellschaft a.G. (VTV).

Vergleichsweise hohe relative Verbesserungen ihrer Finanzkraft konnten darüber hinaus mit jeweils um die 40 Prozent die Ergo Direkt und die Alte Leipziger Versicherung AG nachweisen. Um jeweils über ein Fünftel legten die Neue Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (NRV) und die Europäische Reiseversicherung AG zu. Insgesamt verbesserten sich 47 der aufgeführten Anbieter.

Auf der anderen Seite haben 70 Unternehmen ihre Netto-SCR-Quoten im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Insgesamt haben drei Gesellschaften mehr als ein Viertel ihrer Quote eingebüßt. Hierzu gehören neben der Vereinigten Tierversicherung die Pallas und die DA Direkt.

Veränderungen bei den SCR-Quoten (Bild: Wichert)

Wie aus dem Assekurata-Datenmaterial weiter hervorgeht, nutzten zwölf Anbieter (darunter unter anderem die Allianz Versicherungs-AG) die Volatilitätsanpassung. Dadurch ergaben sich um bis zu über 25 Prozentpunkte höhere Brutto-SCR-Quoten. Das Rückstellungs-Transitional wurde von keinem der aufgelisteten Unternehmen genutzt.

So schlugen sich die Branchengrößen

Von den nach Beitragseinnahmen größten Schaden-/ Unfallversicherern weisen nur vier eine überdurchschnittliche Netto-SCR-Quote auf. Dies sind der Huk-Coburg Verein, die Ergo Versicherung AG, der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G. und die VHV Allgemeine Versicherung AG.

SCR-Quoten der Branchengrößen (Bild: Wichert)

Über 200 Prozent liegen die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG, die Allianz und die Generali Versicherung AG. Auf Quoten zwischen 190 und knapp 150 Prozent kommen die Gothaer Allgemeine Versicherung AG, die R+V Allgemeine Versicherung AG, die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS), die HDI Global SE und die Axa.

Nachträgliche Ergänzung vom 22.5.2019, 15.50 Uhr:

Aufgrund eines technischen Versehens von Assekurata wurde für die Westfälische Provinzial Versicherung AG in der urprünglichen Artikelversion bei der Netto-SCR-Quote eine Veränderungsrate von minus 31,9 Prozent ausgewiesen.

Tatsächlich ist die Quote von 2017 auf 2018 nicht gesunken, sondern von 263,16 auf 264,49 Prozent gestiegen. Text und Grafiken wurden an den entsprechenden Stellen nachträglich korrigiert.

 
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