Die häufigsten Ursachen von schweren Verkehrsunfällen

22.7.2019 – Im vergangenen Jahr gab es laut der aktuellen Verkehrsunfallstatistik von Destatis mit 3.275 wieder drei Prozent mehr bei Verkehrsunfällen getötete Personen als 2017. Erhöht hat sich auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen. Unfälle mit Personenschäden gehen zu einem Großteil auf menschliches Fehlverhalten zurück. Hier dominiert als Hauptursache „Abbiegen, Wenden, Rückwärts- oder Ein- beziehungsweise Ausfahren in eine Straße“.

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Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Personen ist im vergangenen Jahr wieder leicht angestiegen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hatte bereits Ende Februar auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt, dass die Zahl der Verkehrstoten 2018 mit 3.265 Menschen um knapp drei Prozent höher ausgefallen ist als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 28.2.2019).

Nach den kürzlich veröffentlichten endgültigen Zahlen ist die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle um 0,3 Prozent auf unter 2,64 Millionen angestiegen. Im Gegensatz dazu gab es bei den Unfällen mit Personenschäden einen Zuwachs um zwei Prozent auf 308.721.

Dabei sind 399.293 Individuen verunglückt (plus 1,5 Prozent). Rund jeder sechste davon wird in der Statistik als Schwerverletzter gezählt, mehr als vier Fünftel als Leichtverletzte. In beiden Segmenten waren Steigerungen zwischen einem und zwei Prozent zu beobachten. Mit 3.275 waren noch zehn Todesopfer mehr zu beklagen als Ende Februar vermeldet.

Verkehrstote (Bild: Wichert)

Schlimmere Folgen bei höherer Geschwindigkeit

Klar über zwei Drittel der Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich innerhalb von Ortschaften, wie aus dem Destatis-Datenmaterial weiter hervorgeht. Allerdings wurde dort nicht einmal ein Drittel der Getöteten registriert.

Knapp jeder vierte Personenschadenunfall geschah auf Außerortsstraßen (ohne Autobahnen), wo dafür aber deutlich mehr als die Hälfte der Unfallopfer ums Leben kamen. Gut jeder achte Getötete wurde auf Autobahnen gezählt, wo allerdings nur etwa jeder 14. Unfall mit Personenschaden passierte.

Unfälle (Bild: Wichert)

Nach Erläuterung des Statistischen Bundesamts wird an dieser unterschiedlichen Verteilung von Unfällen und Getöteten „deutlich, dass die Unfälle auf den Außerortsstraßen unter anderem wegen der höheren Fahrgeschwindigkeiten schlimmere Folgen hatten“.

Ziehe man als Maß für die Unfallschwere das Verhältnis der Zahl der Getöteten zu den Unfällen mit Personenschaden heran, so wird dies den Angaben zufolge bestätigt. Während im vergangenen Jahr innerorts unverändert fünf Todesopfer auf 1.000 Unfälle mit Personenschaden kamen, lag der entsprechende Wert auf Autobahnen bei 21 (2017: 20) und auf Landstraßen sogar bei 25 (24) Getöteten.

Menschliches Versagen häufigste Ursache von schweren Unfällen

Wie aus den Destatis-Daten weiter hervorgeht, ist der größte Teil der Unfälle mit Personenschäden auf menschliches Versagen zurückzuführen. So waren 88,4 (87,6) Prozent der Unfälle, bei denen es Verletzte oder Tote zu beklagen gab, auf ein Fehlverhalten von Pkw-, Kraftrad-, Lkw-, Fahrrad- oder sonstigen Fahrzeugführern zurückzuführen. 3,2 Prozent der Personenschadenunfälle wurden durch ein Fehlverhalten von Fußgängern verursacht.

7,2 Prozent der schweren Unfälle sind auf widrige Straßen- und Witterungsverhältnisse wie Glätte, Starkregen oder Nebel und Hindernisse wie etwa auf die Straße laufende Wildtiere zurückzuführen. Die verbleibenden 0,9 Prozent entfielen auf technische Defekte und Wartungsmängel am Fahrzeug, wovon knapp jeder zweite Defekt bei einem Zweirad auftrat.

Die folgenreichsten Fehlverhalten der Fahrzeugführer

Menschliches Fehlverhalten bei den Verkehrsunfällen mit Personenschäden äußerte sich am häufigsten (rund ein Sechstel Anteil) in Form von Fehlern eines Fahrzeugführers beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts- oder beim Ein- beziehungsweise Ausfahren in eine Straße.

Anteilsmäßig dicht dahinter folgen Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangverletzungen eines Fahrers sowie das Unterschreiten des nötigen Abstandes zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer. Eine zu hohe oder den Straßenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit war in gut jedem neunten Fall die Ursache für einen durch menschliches Fehlverhalten verursachten Verkehrsunfall mit Personenschaden.

Auf Platz fünf der Hauptursachen für schwere Unfälle mit Personenschaden liegt eine falsche Straßenbenutzung wie das Befahren einer Straße in die verkehrte Richtung. Jeweils in rund vier Prozent waren Fehlverhalten von Fahrzeugführern gegenüber Fußgängern, Fehler beim Überholen und Fahren unter Alkoholeinfluss die Hauptursache.

Ursachen (Bild: Wichert)

Im Vergleich zum Vorjahr war bei allen Ursachen bis auf nicht angepasste Geschwindigkeit eine Zunahme zu verzeichnen. Deutlich stärker als insgesamt stieg dabei die Zahl der Unfälle infolge falscher Straßennutzung und Überholen.

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Pkw · Starkregen
 
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