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Coronabedingt wird mehr Altersvorsorge versilbert

26.4.2021 – Die BVZL-Mitglieder haben 2020 Kapitallebens- und Rentenversicherungen im Wert von 290 (240) Millionen Euro angekauft. In der Konferenz des Verbandes ging es unter anderem um Wettbewerb, Preis und wenig Unterschiede zwischen den Versicherern.

Der BVZL – Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V. hat am Freitag seine Jahreskonferenz veranstaltet. Dort berichtete Christopher Gentzler, Geschäftsführer der Policen Direkt Versicherungs-Vermittlung GmbH, mit Beschluss des ersten Lockdowns habe man sich einem höheren Angebot an Verkäufern gegenübergesehen.

Nach einer Normalisierung auf hohem Niveau zur Mitte des Jahres beobachte man seit Anfang 2021 wieder eine Zunahme. Nach Angaben des BVZL haben die Verbandsmitglieder 2020 Kapitallebens- und Rentenversicherungen im Wert von 290 (Vorjahr 240) Millionen Euro angekauft.

Hoher Liquiditätsbedarf

Der Marktentwicklung sei der Corona-Effekt deutlich anzusehen, sagte Dr. Marcus Simon, Vorstand der Winniger AG. „Das war nicht das typische Frühstorno. Es wurde auch Altersvorsorgeverträge früher liquidiert, von denen sich die Betroffenen sonst nie getrennt hätten“, so Simon.

Neben wirtschaftlichen Notfällen habe es auch Anfragen von Versicherten gegeben, die während des Lockdowns endlich Zeit hatten, sich um ihre Vermögensdispositionen zu kümmern.

Angeboten würden Verträge aller Garantiezins-Generationen. Nach wie vor gebe es auch viele „Vier-Prozenter“. Nach Aussage des BVZL zahlen die Policenaufkäufer einen Preis, der drei bis fünf Prozent über dem Rückkaufswert liegt. Hinzu kommt der Erhalt des Todesfallschutzes.

Preis gestiegen

Damit sei der Aufkaufpreis um rund einen Prozentpunkt innerhalb der letzten zwölf Monate gestiegen. „Die Preise steigen, weil es eine hohe Nachfrage gibt. Kein anderes Produkt ist ähnlich sicher und bietet derzeit eine so attraktive Rendite von über zwei Prozent“, so Gentzler.

Nachgefragt würden die Zweitmarkt-Policen von Privatanlegern, Gemeinden, Stiftungen, aber auch mittelständischen Unternehmen. Einige versuchten so, Strafzinsen für ihre Cash-Reserven zu vermeiden.

Infolge des Wettbewerbs unter den im BVZL organisierten Aufkäufern, aber auch denen, die am Grauen Markt agieren, konnten die Policeninhaber noch nie mit so hoher Wahrscheinlichkeit einen Vertrag am Zweitmarkt verkaufen wie aktuell, hieß es.

Zuweilen hakt es

Durch die Verbesserung der Standmitteilungen lasse sich inzwischen auch schneller der Preis für den Versicherten errechnen. „Zudem können wir feststellen, dass der Verkaufsprozess im Allgemeinen reibungslos und effizient abläuft“, sagte BVZL-Vorstand Ingo Wichelhaus.

Bei einigen Gesellschaften dauere es aber auch schon einmal drei Wochen, berichtete Thomas Wodrich, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Partner in Life S.A. Da sei der Verwaltungsapparat aus Kostengründen arg „gestretcht“ worden. „Dann hakt es“. Generell beobachten die Policenaufkäufer aber, dass sich der Umzug der Beschäftigten ins Homeoffice wenig auswirkt.

Die Differenzen beim Kaufpreis ergeben sich nach Angaben der BVZL-Mitglieder vor allem aus den Policenarten. Abschläge gibt es beispielsweise bei hohen variablen Anteilen. Der Versicherer spiele weniger eine Rolle. Betont wird, dass Verträge aller Lebensversicherer aufgekauft würden.

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Wodrich sagte, dass sein Haus Obergrenzen für Versicherer habe. Wenn diese erreicht seien, kaufe man nicht mehr an. Dass die Sonderkonjunktur „Corona“ ein jähes Ende finden könnte, erwarten die BVZL-Mitglieder nicht.

Denn zum einen werde die Krise nicht für alle gleichzeitig enden, zum anderen erhofft man sich durch weiter steigende Bekanntheit ein größeres Stück vom Policenverkauf abschneiden zu können.

So will der BVZL weiterhin daran arbeiten, Verbraucher über die Vorteile des Verkaufs gegenüber der Vertragskündigung aufzuklären: Der Versicherte erhalte mehr Geld als bei der Versicherungs-Gesellschaft und dies in einem sicheren Verfahren mit nur geringem Aufwand.

Zudem bleibt ein bedingter Rest-Todesfallschutz erhalten, der bei einem Storno komplett entfallen würde. Bei den Policenaufkäufern zeigte sich bisher übrigens keine höhere Sterblichkeit durch Corona.

 
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