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Corona: Weitere Hilfen für den Vertrieb

8.5.2020 – Blau direkt beschließt ein Stundungsprogramm für Makler, die Einbußen im Personenversicherungs-Geschäft verkraften müssen. Der HDI schnürt für Vermittler ein digitales Schulungspaket und weitet Zusatzleistungen für Privatkunden aus. Vermittler, die Firmenkunden betreuen, sollten jetzt auf mögliche Unterversicherung achten und ihre Klientel auf Brandrisiken hinweisen. Die Aktiv Assekuranz stellt eine Coronaklausel für Spediteure vor.

Die wirtschaftlichen Folgen durch die Coronakrise für den Vertrieb sind noch nicht abzusehen. Die Stimmung bei den Vermittlern ist nicht gut: Das Neugeschäft leidet unter fehlenden persönlichen Kontakten mit den Kunden. Besonders trifft das Vermittler, die ihren Fokus in den Sparten Leben und Kranken haben, wie Umfragen von Ende April zeigten (VersicherungsJournal 28.4.2020).

Blau direkt bietet finanzielle Hilfe und Software

Die Maxpool Maklerkooperation GmbH bietet ihren rund 7.000 Vertriebspartnern diesbezüglich ein sogenanntes „Stundungsprogramm“ bei Courtage-Rückforderungen an. Bei Bedarf will Maxpool-Chef Oliver Drewes für die finanzielle Unterstützung der Partner „eine siebenstellige Summe bereitstellen“ (24.4.2020).

Die Blau direkt GmbH & Co. KG hat nun ein ähnliches Angebot beschlossen. „Wir haben mehrere Millionen Euro bereitgestellt, um in Notlage geratenen Kollegen zu helfen”, lässt sich Sebastian Plaza, Head of Sales & Support bei dem norddeutschen Pool, in einer Mitteilung zitieren. Beide Pools erklären, dass die finanzielle Hilfe nicht pauschal verteilt werde. Eine Einzelfallprüfung finde unverändert statt.

Zusätzlich wird Blau direkt die „Communication-Cloud“ der Flexperto GmbH, Anbieter von Videoberatungstools, in die hauseigenen Softwaresysteme integrieren. Die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. wird für die nächsten drei Monate die Kosten für 150 Lizenzen für Partner von Blau direkt übernehmen.

Einen Ratgeber zur Anwendung und einen Überblick für Einsteiger zu einigen Programmen wie Flexperto hat die Redaktion von Finanzen.de für Vermittler zusammengestellt (20.4.2020).

HDI schnürt Sonderpaket für Makler

Die HDI Versicherungen stellen ihren Partnern ab sofort ein digitales Schulungspaket zur Verfügung. Es sei innerhalb von 48 Stunden einsetzbar. Die ersten 200 Makler, die sich anmelden, erhalten laut HDI einen Sonderrabatt von 25 Prozent. Das Angebot besteht aus drei Elementen:

  • Unterstützung bei der Auswahl und dem Einsatz von Onlineberatungstools, damit der Makler schnell auf digitale Kommunikation umsteigen kann.
  • Informationsmaterial für Social-Media-Kampagnen, um Kunden auf die neuen Beratungsmöglichkeiten des Maklers aufmerksam zu machen.
  • Ein Messenger-Tool, das eine digitale Unterschrift und einen DSGVO-konformen Datenaustausch ermöglicht.

„Wir möchten erreichen, dass Makler auch über das Ende der aktuellen Krise hinaus von den Chancen digitaler Beratung profitieren. Die Corona-Krise wird die digitale Transformation vieler Gesellschaftsbereiche beschleunigen und Kunden werden die Vorteile der digitalen Angebote stärker nutzen als vor der Krise“, sagt Thomas Lüer, Vorstand Makler- und Kooperationsvertrieb bei HDI.

Zusatzleistungen für HDI-Versicherte

Zusätzlich unterstützt die HDI Versicherung AG ab sofort und bis Ende Juni Bestandskunden, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, mit kostenlosen Zusatzleistungen wie einem kostenlosen Corona-Mobilitätsschutzbrief in der Kfz-Versicherung.

Darüber hinaus übernimmt der HDI bei allen privat unfallversicherten Kunden den Eigenanteil bei einem Krankenhausaufenthalt infolge eines Unfalls oder einer Covid19-Infektion. Das beinhaltet zum Beispiel die einmalige Zahlung von 250 Euro bei ärztlich festgestellter Covid19-Infektion oder behördlicher Quarantäneauflage im Aktionszeitraum.

Außerdem übernimmt der Versicherer bei allen privat unfallversicherten Kunden, unabhängig vom Beruf, die Erstattung des Eigenanteils von zehn Euro pro Tag für maximal 28 Tage bei einer stationären Behandlung infolge eines Unfalls oder einer Corona-Infektion. Die Leistung gilt nach der notwendigen Registrierung.

Firmenkunden: Auf Anpassungen achten

Durch die Folgen der Coronakrise gibt es diverse Fallstricke, die Makler beachten sollten. So wies die Conceptif Group AG kürzlich auf mögliche Obliegenheits-Verletzungen bei gewerblichen Sachversicherungen hin, ausgelöst durch Lieferengpässe von Ersatzteilen (27.4.2020).

Jetzt weist der der Hamburger Assekuradeur auf das Problem der Unterversicherung hin. Der Wiederbeschaffungswert von Produkten und Waren sei eine wichtige Berechnungsgröße im Schadensfall. Lieferengpässe, die durch die Pandemie verursacht wurden, könnten dazu führen, dass die Bezugspreise steigen.

Das könne für Kosten von Rohmaterial, bezogene Handelsware, Produktionsanlagen oder andere Betriebseinrichtungen zutreffen. Damit könne der Betrieb dann auch für die von ihm hergestellten Produkte und angebotenen Dienstleistungen höhere Preise erzielen.

Oft reicht es also aus, dass der Vermittler über die versicherungs-technischen Konsequenzen unzureichender Versicherungssummen im Schadensfall aufklärt.

Jörg Winkler, ConceptIF

Conceptif warnt vor Unterversicherung

„Es ist nicht auszuschließen, dass der Versicherte Gefahr läuft, unterversichert zu sein“, erklärt Jörg Winkler, Vorstand der ConceptIF Group AG und Geschäftsführer der ConceptIF BIZ GmbH, in einer Mitteilung.

Jörg Winkler (Bild: Conceptif)
Jörg Winkler (Bild: Conceptif)

„Die in den überwiegenden Versicherungsverträgen enthaltene Preisdifferenz-Versicherung hilft in den meisten Fällen nicht, eine Unterversicherung auszugleichen, die in der aktuellen Pandemie entstanden ist. Denn sie kommt nur für solche Preissteigerungen auf, die nach dem Eintritt des Versicherungsfalles entstehen“, so Winkler weiter.

Sein Rat: „Der Gewerbetreibende kennt die Bezugs- und Verkaufsmärkte in seinem Geschäftsumfeld naturgemäß am besten. Oft reicht es also aus, dass der Vermittler über die versicherungs-technischen Konsequenzen unzureichender Versicherungssummen im Schadensfall aufklärt.“

AGCS: Brandgefahr steigt

Die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) warnt nach dem Corona-Lockdown vor Risiken, die beim Hochfahren von Produktionsanlagen entstehen. Ein Hauptaugenmerk sollten Unternehmen auf den Zustand ihrer elektrischen Geräte und Anlagen legen, da etwa 20 bis 30 Prozent der AGCS-Feuerschäden damit in Zusammenhang stehen, warnt der Industrieversicherer.

Die Gesellschaften hätten in der Vergangenheit „immer wieder eine Reihe von Bränden erlebt, die auf technische Defekte oder Bedienungsfehler zurückzuführen sind, wenn die Maschinen hochgefahren oder für die Wiederinbetriebnahme gereinigt wurden“, so AGCS.

Eine Analyse der Allianz-Tochter von Schadensfällen in der Versicherungsbranche über fünf Jahre zeigt, dass Brände bereits fast ein Viertel (24 Prozent) des Wertes aller Versicherungsansprüche von Unternehmen ausmachen. Feuer sei die Hauptschadensursache, während eine fehlerhafte Ausführung und Wartung (acht Prozent) an dritter Stelle der häufigsten Schadensursachen stehen.

Coronaklausel für Spediteure

Der Münchner Versicherungsmakler Aktiv Assekuranz Makler GmbH hat gemeinsam mit verschiedenen Versicherern eine sogenannte „Corona-Klausel“ entwickelt. Sie gilt für Kunden im Verkehrshaftungsbereich wie Spediteure rückwirkend zum 1. März 2020 und gilt bis zur Aufhebung des WHO-Notstandes.

Nach der Klausel sei der Versicherer auch dann zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer während der Coronakrise die Zustellung ohne Ablieferquittung organisiert. Und dafür alternativ beispielsweise Fotos von der zugestellten Sendung macht oder Zeugen für die ordnungsgemäß erfolgte Ablieferung benennt.

Debeka: Corona-Hotline für Vollversicherte

Der Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. bietet seinen Vollversicherten seit vier Wochen eine telefonische Hotline an, die Fragen rund um das Coronavirus beantwortet und „tagesaktuell Informationen zu neuesten Entwicklungen gibt“, so der Versicherer am Mittwoch in einer Mitteilung.

Das für die Beratung zuständige medizinische Fachpersonal ermögliche bei Bedarf auch eine telemedizinische Abklärung des Patienten-Risikoprofils und erläutere im Ernstfall das weitere Vorgehen.

Zusätzliche Unterstützung zu Fragen rund um das Coronavirus bieten auch R+V Krankenversicherung AG, die Inter Krankenversicherung AG und die Allianz private Krankenversicherungs-AG an (2.4.2020).

 
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