Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung mit Vorsicht zu beurteilen

29.1.2026 – Die Bevölkerungsentwicklung ergibt seit 2011 bis 2021 addiert einen Zuwachs von gut 2,9 Millionen Personen. Tatsächlich aber war der Zuwachs nach dem Zensus 2022 um angegebene 1,4 Millionen geringer, also nur etwa 1,5 Millionen.

Es ist mithin fraglich, inwieweit man den jährlich angegebenen Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung trauen kann. Geburten und Todesfälle werden noch halbwegs zuverlässig zu ermitteln sein.

Die hauptsächliche Fehlerquelle dürfte daher bei den Zahlen der Zuwanderung und Abwanderung zu suchen sein. Dort dürfte dann der relative Fehler sehr groß sein, so dass es fraglich ist, ob den Angaben dazu auch nur näherungsweise vertraut werden kann.

Vermutlich erfolgt ein großer Teil der Zu- und Abwanderung, ohne dass eine amtliche Anmeldung oder Abmeldung beim Einwohnermeldeamt vorgenommen wird. Die Korrektur um 1,4 Millionen nach unten weist darauf hin, dass gerade die Abmeldungen ins Ausland öfters unterbleiben. Wer etwa im Auslandsurlaub in seinem Heimatland sich dafür entscheidet, nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren, wird sich kaum mehr die Mühe machen, sich in Deutschland abzumelden.

Folge einer fehlerhaft fortgeschriebenen zu hohen Bevölkerungsbasis ist dann auch, dass die Todesfälle darauf bezogen eine zunehmend zu geringe Sterbewahrscheinlichkeit ergeben, die dann erst mit den Zahlen des nächsten Zensus korrigiert werden kann. Auch die statistischen Angaben zur Entwicklung der Sterbewahrscheinlichkeit sind daher mit Vorsicht zu beurteilen.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „2025 ist die Bevölkerung in Deutschland überraschend geschrumpft”.

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Private Krankenversicherung · Sterbetafel
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