Personalabbau vs. Zuwächse in den Vorstandsetagen

18.8.2017 – Seit Langem zeichnet sich in der Personalentwicklung der Versicherungsbranche ein in sich gegenläufiger Trend ab, der sehr schwer nachzuvollziehen ist: Ständig liest man vom Personalabbau in den operativen und damit wichtigsten Bereichen der Gesellschaften anlässlich Digitalisierung und Konsolidierung durch Fusionen.

Auf der anderen Seite vernimmt man ebenso oft ständige Zuwächse in den Vorstandsetagen. Wie passt das eigentlich zusammen? Immerhin entspricht ein Vorstansgehalt in etwa der Lohnsumme von 50 durschnittlich nach Tarif bezahlten Mitarbeitern. Geld für Personal scheint also im Überfluss vorhanden zu sein, für Vorstandspersonal wohl gemerkt. Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen:

1) Werden die Einsparungen auf produktiver Mitarbeiterebene künftig dazu verwendet, um neue Vorstände zu finanzieren, die letzendlich vom Kunden bezahlt werden, der keinen Nutzen vom Vorstand hat?

2) Sind es die Vorstände, die künftig die immer komplizierter und zeitintensiver werdende Betreung von Kunden und Außendienstpartnern übernehmen?

3) Arbeiten Vorstände 400 Stunden pro Tag, was der Gesamtarbeitszeit von 50 (abgebauten) Mitarbeitern entspricht?

4) Wie wollen die Gesellschaften den verbleibenden Mitarbeitern erkären, dass sie bei gleichem Gehalt immer produktiver werden müssen, während sich immer mehr Vorstände unprodukte Meetings und Geschäftsreisen leisten, die sich dazu noch ihr Privatleben von der Gesellschaft finanzieren lassen? Antworten sind willkommen.

Nicola Kerler

kerlerversmakler@t-online.de

zum Artikel: „Neue Vorstände in der Assekuranz”.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Außendienst · Digitalisierung · Mitarbeiter · Personalabbau
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