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Wie Versicherer Bewerber am besten überzeugen

2.12.2019 – Von jungen Talenten sowie gut ausgebildeten Akademikern werden Versicherer als Arbeitgeber durchaus geschätzt. Allerdings haben sie auch spezielle Erwartungen an die Gesellschaften, die sich nach Alter und Ausbildungsstand stark unterscheiden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von Organomics.

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Berufstätige Akademiker mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung (37 Prozent) können sich durchaus einen Job in der Versicherungswirtschaft vorstellen: innerhalb dieser Zielgruppe insbesondere Kandidaten aus den Fachrichtungen Wirtschafts-Mathematik und Wirtschafts-Informatik (49 Prozent).

Auch Jura-Studenten signalisieren mit 49 Prozent Interesse an einem Arbeitsplatz in der Assekuranz. Das zeigt die aktuelle Branchenstudie „Talents for Insurance 2019“ des Kölner Forschungs- und Beratungsinstituts Organomics GmbH.

Als Arbeitgeber liegt der Allianz-Konzern unter den Versicherern laut Studienautoren mit 71 Prozent auf der Bekanntheitsskala an der Spitze (VersicherungsJournal 11.11.2019). Es folgen die Ergo-Gruppe (63 Prozent), die Huk-Coburg Versicherungen (62 Prozent) und der Axa-Konzern (61 Prozent).

Zur Methodik der Studie

Für die Untersuchung befragte das Beratungsinstitut online repräsentativ rund 4.000 Personen im Alter zwischen 16 und 45 Jahren zu ihren Favoriten, zur Attraktivität der Versicherungsbranche und zu ihren beruflichen Präferenzen und Erwartungen. Der Zeitraum der Erhebung ging von Juli bis August 2019.

Die Berater unterscheiden in den Studienunterlagen nach fünf verschiedenen Zielgruppen:

  • Schüler (Realschüler und Abiturienten),
  • Studenten (nach Fachrichtungen),
  • Akademiker mit maximal fünf Jahren Berufserfahrung (nach Fachrichtungen),
  • Akademiker mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung (nach Fachrichtungen) und
  • Berufstätige mit Ausbildung oder Lehre (ohne Studium).

Prioritäten nach Zielgruppen unterschiedlich

Rund ein Drittel (30 Prozent) der Befragten sind aufgeschlossen, künftig für einen Versicherer zu arbeiten.

Für Schüler mit hoher Affinität zu dieser Branche (Versicherer kommen „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ als Arbeitgeber in Betracht) stehen Gehalt und Karrieremöglichkeiten im Vordergrund. Für jeweils 79 Prozent der Befragten ist das „ausgesprochen wichtig“ oder „sehr wichtig“.

Bei den jüngeren Akademikern mit maximal fünf Jahren Berufserfahrung punktet die Work-Life-Balance (80 Prozent). Für Studierte mit Berufserfahrung hat ebenfalls das Gehalt den höchsten Stellenwert (85 Prozent). Bei den Berufstätigen mit einer Ausbildung spielt die Arbeitsplatz-Sicherheit (84 Prozent) die wichtigste Rolle.

Bei den Gehältern ist die Branche gut aufgestellt

Wer den Job wechselt, rechnet auch mit mehr Einkommen. Für 74 Prozent der berufstätigen Teilnehmer ist das selbstverständlich, ergab die Auswertung von Organomics.

Hier seien die Versicherer als Dienstherren gut aufgestellt: „Sie werden von den Kandidaten überwiegend als Arbeitgeber wahrgenommen, die gute Gehälter zahlen und können auch in puncto Arbeitsplatz-Sicherheit und Work-Life-Balance punkten“, so die Autoren der Studie.

Welche Inhalte und Kanäle für Bewerber wichtig sind (Bild: Organomics)
Welche Inhalte und Kanäle für Bewerber wichtig sind (Bild: Organomics). Zum Vergrößern Bild klicken.

Mehr Wert auf weiche Faktoren legen

Darüber hinaus zählen für Interessenten bei der Wahl des Arbeitsplatzes auch sogenannte „soft Factors“. Bei Schülern mit hoher Affinität zur Assekuranz ist das beispielsweise die Ehrlichkeit in den Arbeitsbeziehungen (86 Prozent). Berufstätige mit Ausbildung nennen vor allem die persönliche Wertschätzung (85 Prozent).

Gerade bei solchen weichen Faktoren zeige die Branche laut Studienautoren noch Schwächen: Aus Bewerbersicht strahle „Erfolg“, „Fachkunde“ und „Krisenfestigkeit“ aus. Deutlich weniger wird ihr „Ehrlichkeit“, „Wertschätzung“ oder „soziale Orientierung“ zugeschrieben.

Mit richtiger Kommunikation überzeugen

Bei der Kommunikation sollten die Gesellschaften digitale und klassische Kanäle gleichermaßen einsetzen, empfehlen die Berater.

Am häufigsten genutzt werden von versicherungsaffinen Zielgruppen Jobbörsen (53 Prozent), die Netzwerkplattform Xing (35 Prozent) und die Google-Suche (33 Prozent). Tageszeitungen und andere Printmedien kommen zusammen auf einen Nutzeranteil von 26 Prozent, rechnen die Autoren der Studie vor.

Ist das Interesse geweckt, fordern die Bewerber auch mehr Einblick: 44 Prozent der Talente legen Wert auf eine spezielle Karriere-Website. Ein „Tag der offenen Tür“ ist für 41 Prozent relevant (Schüler und Studenten). Wichtig ist 41 Prozent der Interessenten ein kompetenter Ansprechpartner, mit dem man sich zu beruflichen Fragestellungen via Telefon oder E-Mail austauschen kann.

Schnelligkeit ist gefragt

In der Kommunikation sollten Versicherer schnell sein: Rund 60 Prozent der Befragten halten es für inakzeptabel, wenn zwischen dem Eingang der Bewerbung und einer Absage oder Einladung zum Bewerbungsgespräch mehr als zwei Wochen vergehen.

Die 180-seitige-Branchenstudie „Talents for Insurance 2019“ kann direkt über Organomics angefragt werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Mitarbeiter · Social Media · Zielgruppe
 
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