Welche Arbeitsplätze der Branche verloren gehen

25.3.2019 – Die Gesamtbeschäftigung in der Versicherungswirtschaft hat sich 2018 um 1,4 Prozent auf 201.900 Personen vermindert. Die natürliche Fluktuation hat sich erhöht – unter anderem kündigen Innendienstler etwas öfter. Laut IAB setzt sich der Abwärtstrend bei den Beschäftigten fort.

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Nach der aktuellen Erhebung des Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) ist die Gesamtzahl der Mitarbeiter in den Versicherungs-Unternehmen 2018 um 1,4 Prozent auf 201.900 gesunken.

Stärkster Rückgang im angestellten Außendienst

Die Zahl der Innendienstler sank um 0,3 Prozent auf 158.900. Die Zahl der angestellten Außendienstmitarbeiter nahm um 5,6 Prozent auf 32.300 Personen ab. Diese Entwicklung hatte sich bereits angedeutet (VersicherungsJournal 14.11.2018).

Arbeitnehmerzahl Versiherungswirtschaft (Bild: Meyer)

Der Abbau setzt sich weiter fort. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) geht in seiner aktuellen Arbeitsmarktprognose für 2019 nur für den Sektor der Finanz- und Versicherungsleistungen von einem Rückgang aus.

Die Arbeitsmarktforscher schätzen, dass in diesem Bereich die Zahl um rund ein Prozent beziehungsweise 11.000 Personen abnimmt.

Für die Gesamtwirtschaft rechnet das IAB mit einer Zunahme der Erwerbstätigen um rund 510.000 auf 45,35 Millionen Personen. Damit würde der IAB-Prognose zufolge der tiefste Stand der Arbeitslosigkeit nach 1990 erreicht.

Auch weniger Azubis

Auch die Zahl der Auszubildenden in der Branche ging nach den Angaben des AGV 2018 zurück: Sie verringerte sich um 3,6 Prozent auf 10.700. Die in den Agenturen finanzierten Ausbildungsplätze verminderten sich um 1,5 Prozent auf 1.940 Vollzeitplätze.

Damit fiel die Quote der Auszubildenden in den Versicherungs-Unternehmen auf 5,3 (5,4) Prozent. Die Ausbildungsquote inklusive der Azubis in den Agenturen ging auf 6,2 (6,3) Prozent zurück.

Die Versicherungswirtschaft stehe im stetigem Konkurrenzkampf mit anderen Branchen um teilweise die gleichen Fachkräfte wie etwa um IT-Spezialisten, so der Arbeitgeberverband. Auch im angestellten Außendienst müssten sich die Unternehmen seit Jahren mit dem Mangel an Nachwuchskräften auseinandersetzen.

Nicht alle Ausbildungsplätze können besetzt werden

Die Zahl der potenziellen Bewerber werde in den kommenden Jahren weiter abnehmen. Bereits heute gelinge es den Unternehmen nicht, alle Ausbildungsplätze zu besetzen.

Dabei würden nach der Ausbildung die meisten Auszubildenden von den Unternehmen übernommen. 2017 erhielten über zwei Drittel der Ausgebildeten ein Arbeitsverhältnis im Innen- oder Außendienst. Das Interesse an der Mitarbeit im Vertrieb sinke allerdings.

Fluktuation etwas höher

2018 haben laut AGV-Erhebung 5,4 (5,3) Prozent der Innendienstmitarbeiter die Unternehmen verlassen. Die natürliche Fluktuation nahm auf 1,6 (1,5) Prozent zu und Kündigung durch den Arbeitnehmer auf 1,8 (1,5) Prozent. Arbeitgeberkündigungen blieben bei 0,4 Prozent stabil, der Austritt nach einer einvernehmlichen Vertragsaufhebung lag bei 0,9 (1,0) Prozent.

Der Anteil der natürlichen Fluktuation an den gesamten Abgängen lag bei etwa 30 Prozent, genauso die Arbeitnehmerkündigungen. Der Anteil der Arbeitgeberkündigungen lag bei knapp acht Prozent, wird mitgeteilt.

Vor zehn Jahren lag die Fluktuation noch bei sechs Prozent und ist in den Zwischenjahren teilweise auf das Niveau von vier Prozent zurückgegangen.

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Ausbildung · Außendienst · Mitarbeiter
 
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