Weiterbildung zum KMU-Fachberater für Entgeltmanagement

7.11.2018 – Vermittler können sich via E-Learning zum „Fachberater für betriebliches Entgeltmanagement“ weiterbilden. Der Anbieter By-Quality-Academy geht bei einer virtuellen Ausbildung von bis zu insgesamt 200 Lernstunden aus. Die Kosten für den Lehrgang betragen 2.500 Euro. Für nebenberufliche Fachberater lag das Einkommen vor Steuern 2017 bei 40.000 Euro, so das Institut.

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Die By-Quality-Academy GmbH bietet für das Berufsbild „zertifizierter Fachberater für betriebliches Entgeltmanagement und Nettolohnoptimierung“ eine neue E-Learning-Ausbildung an. Die berufliche Zulassung als betrieblicher Entgeltberater ist derzeit gesetzlich noch nicht geregelt.

Die Tätigkeit umfasse die Betreuung von kleinen und mittleren Unternehmen in Fragen der Lohn- und Gehaltsoptimierung.

Kornelia Knoppik (Bild: By-Quality)

„Großunternehmen haben innerhalb ihrer Personalabteilung oft ausgebildete Experten, die sich um das Entgeltmanagement kümmern. Für KMU rentieren sich die Kosten für eine solche Abteilung und die damit zusammenhängenden fortlaufenden Weiterbildungskosten nicht. Hier werden externe Berater eingeschaltet“, erklärt Kornelia Knoppik, Geschäftsführerin der By-Quality-Academy, auf Nachfrage. Auch in der Steuerberaterausbildung kämen Themen der Entgeltoptimierung nicht vor.

Organisation von Entgeltzusagen in Unternehmen

Ziel des Beraters sei, „die Firmen zu den gesetzlichen Möglichkeiten einer Erhöhung der Mitarbeiternettolöhne bei gleichzeitiger Einsparung von Personalkosten zu beraten. Und dann die zuverlässige Abwicklung der Entgeltzusagen zu organisieren oder zu vermitteln“, erläutert Knoppik weiter.

Üblich für KMU sei der externe Entgeltberater, der den Steuerberater und die Personalabteilung seines Kunden in den gesamten Prozess einbindet. „Die Abgrenzung zur Steuer- und Rechtsberatung ist in unserer Ausbildung klar definiert. Das Konzept zur betrieblichen Entgeltberatung fällt nicht in den Bereich der steuerlichen Beratung, sondern zählt zur klassischen Unternehmensberatung“, unterstreicht die Geschäftsführerin.

Folgende Themen seien hier beispielsweise relevant: Einsparung von Personalkosten, Schaffen freier Liquidität im Unternehmen, Mitarbeitermotivation sowie Verbesserung der Gehaltsstruktur zur Gewinnung neuer Mitarbeiter.

Kooperation mit Dienstleister

Zur Abwicklung der vereinbarten Entgeltbausteine kooperiert der Berater mit Entgeltdienstleistern, deren Aufgabe es ist, die rechtlichen Voraussetzungen in den beratenen Unternehmen zu implementieren.

Zu den Dienstleistungen zählen nach Aussage von Knoppik: Anlagen zu den Arbeitsverträgen sowie Buchungsübersichten für die Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen, jeweils monatliche Aufladung zum Beispiel von Shopping-Cards (soweit dieser Baustein gewählt wurde) oder Versand von Essensgutscheinen an die Mitarbeiter.

Wichtig sei hier die fortlaufende Information der beratenen Firmen über gesetzliche Änderungen bei Freigrenzen oder Höchstbeträgen, aktuelle Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) und die daraus resultierende vertragliche Anpassungen bei den Arbeitsverträgen.

„Ohne Einschaltung eines Entgeltdienstleisters müsste der Entgeltberater diese Informationen selbst an seine Kunden kommunizieren. Mir ist kein Entgeltdienstleister bekannt, der dies neben seiner Beratungstätigkeit zeitlich selber erledigen kann“, betont Knoppik.

Fundierte Ausbildung schützt vor Falschberatung

Für die Kooperation mit einem Entgeltdienstleister sei keine geregelte Zulassung notwendig, aber eine solide Ausbildung sowie Unabhängigkeit im Beratungsvorgehen. „Falschberatung kann bei einer Betriebsprüfung zu hohen Nachzahlungen an Finanzamt und Sozialversicherung und natürlich zu Schadenersatz führen“, erklärt die Geschäftsführerin.

Voraussetzung für den Ausbildungsweg des Entgeltberaters ist nach Angaben von By-Quality eine kaufmännische Ausbildung. Außerdem sollten die Kandidaten Interesse an Themen wie Arbeitsrecht, Steuerrecht, Sozialversicherungs-Recht und bAV-Recht mitbringen.

Sofern der Entgeltberater seine Firmenkunden auch zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) oder zur betrieblichen Krankenzusatz-Versicherung (bKV) berät, benötigt er die entsprechenden Zulassungen nach der Gewerbeordnung.

Ausbildung dauert rund 200 Lernstunden

Für den „Fachberater für betriebliches Entgeltmanagement“ ist das Wissen zu folgenden Themen entscheidend: „zum Arbeitsrecht, Tarifrecht, Sozialversicherungs-Recht, Steuerrecht, Reisekostenrecht, bAV-Recht, Pfändungsrecht sowie Teilbereiche der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung“, erklärt die Akademie auf ihrer Website.

Für die Ausbildung sollten Interessenten daher mit 180 bis 200 Lernstunden rechnen, die auch berufsbegleitend absolviert werden können. Die Wissensvermittlung mit der entsprechenden Anleitung zum vertrieblichen Vorgehen stellt das E-Learning-Portal der By-Quality-Academy zur Verfügung.

Bei einer fortlaufenden Weiterbildung sollten Absolventen einer Ausbildung etwa fünf Stunden im Monat einplanen, wenn entsprechende Fach-Informationsportale genutzt würden, rät das Portal.

Ausbildungskosten bei 2.500 Euro

Für die selbstständige Berufsausübung als Fachberater für betriebliches Entgeltmanagement sollten Kandidaten laut By-Quality folgende Investitionen einkalkulieren:

  • Die Ausbildungskosten betragen 2.500 Euro.
  • Normale Arbeitsinfrastruktur (Laptop, Drucker, Internetanschluss) muss vorhanden sein.
  • Vermögensschaden-Haftpflicht-Versicherung: Die Police werde „üblicherweise in die Vermittlerhaftpflicht eines Finanzdienstleisters integriert und kostet etwa 250 Euro Aufpreis im Jahr“, so Knoppik auf Nachfrage.
  • Die Monatspauschale für die Softwareanbindung zum Entgeltdienstleister beträgt rund 50 Euro im Monat.
  • Werbebudget zum Start: Kosten für Visitenkarten, professionell gestaltete Flyer und eine Informationsbroschüre gibt By-Quality mit etwa 1.000 Euro an.

Jahreseinkommen für neben- und vollzeittätige Berater

Betriebliche Entgeltberater rechnen ihre Honorare mit den beratenen Unternehmen und mit dem Entgeltdienstleister ab. „Üblicherweise vereinbaren Entgeltdienstleister ein Stundenhonorar von zirka 150 Euro netto mit dem Firmenkunden. Das jeweilige Gesamthonorar ist abhängig von der jeweiligen Unternehmensgröße und der Anzahl der zu beratenden Mitarbeiter im Unternehmen“, erklärt die Geschäftsführerin von By-Quality.

Das Jahreseinkommen gibt das Weiterbildungsportal bei nebenberuflich tätigen Fachberatern 2017 mit 40.000 Euro im Jahr vor Steuern an. „Hier sind keine Vermittlungsprovisionen enthalten, diese kommen eventuell hinzu“, betont Knoppik. Für dieses Einkommen geht die Akademie von der Beratung von 400 Arbeitnehmern mit jeweils vier bis fünf vermittelten Entgeltbausteinen aus.

Bei Vollzeitberatern rechnet By-Quality mit einem Jahreseinkommen von 80.000 bis 100.000 Euro vor Steuern. Zugrunde legt das Unternehmen wieder die vertragliche Vermittlung von vier bis fünf Entgeltbausteinen pro Jahr an rund 1.000 Arbeitnehmer.

„Bei guter Vorbereitung einer unternehmensinternen Veranstaltung und Aushändigung entsprechender Unterlagen an die Arbeitnehmer, darauf gehen wir in der Ausbildung mit Beispielen ein, liegt der Beratungsaufwand zwischen 30 und 45 Minuten pro Arbeitnehmer. Erheblich zeitaufwendiger ist in der Regel die Terminakquise für ein Firmen-Erstberatungsgespräch“, sagt Knoppik.

 
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