Versicherungsbranche ist Schlusslicht bei der Gehaltsentwicklung

4.3.2019 – Die tariflichen Vergütungen haben sich zuletzt in keinem Wirtschaftszweig schwächer entwickelt als bei Finanz- und Versicherungs-Dienstleistern. Dies geht aus aktuellen Destatis-Daten hervor. Bei der absoluten Höhe der Vergütungen steht die Branche jedoch besser da.

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Im vierten Quartal 2018 sind die durchschnittlichen monatlichen Tarifverdienste in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent angestiegen. Dies ist die dritthöchste Steigerungsrate seit Ende 2014, wie am Freitag vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Daten zeigen.

Zu den Tarifverdiensten zählt das Amt tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen.

Den Anstieg ohne Sonderzahlungen bezifferte Destatis im Schlussquartal 2018 auf 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Höher fiel der Zuwachs auf Sechsjahressicht nur zwischen März und Juni 2017 aus.

Große Branchenunterschiede

Ein Blick auf die einzelnen Wirtschaftszweige offenbart zum Teil riesige Unterschiede. So nahmen im vierten Quartal 2018 die Bezüge im Baugewerbe mit 5,7 Prozent fast doppelt so stark zu wie insgesamt. Überdurchschnittlich hohe Zuwächse (jeweils um die vier Prozent) waren auch im Bereich „Verkehr und Lagerei“ sowie im verarbeitenden Gewerbe zu beobachten.

Für den Wirtschaftsbereich „Erbringung von Finanz- und Versicherungs-Dienstleistungen“ weist das Statistische Bundesamt einen deutlich unterdurchschnittlichen Zuwachs von 1,8 Prozent aus. In keiner anderen der aufgeführten Branchen fiel die Steigerung niedriger aus.

Das gleiche Bild zeigt sich für das Gesamtjahr 2018. Im Bereich Erbringung von Finanz- und Versicherungs-Dienstleistungen ging es mit 1,7 Prozent am schwächsten aufwärts. Der durchschnittliche Verdienst inklusive tariflicher Sonderzahlungen erhöhte sich insgesamt um 2,9 Prozent.

Letzte Tariferhöhungen lagen bei maximal zwei Prozent

Im Dezember war die zweite Stufe des aktuellen Tarifvertrags für die Versicherungs-Angestellten im Innendienst in Kraft getreten. Demnach stiegen die Gehälter um 1,7 Prozent. Die Vereinbarung läuft im August 2019 aus (VersicherungsJournal 30.8.2017, 1.9.2017). Derzeit verhandeln die Tarifpartner über einen neuen Manteltarifvertrag (VersicherungsJournal 23.1.2019).

Die Angestellten im Außendienst erhielten zuletzt im November 2018 zwischen 1,2 Prozent und 1,4 Prozent mehr (VersicherungsJournal 30.11.2017). Die Beschäftigten bei Versicherungsagenten und -maklern erhalten seit September um zwei Prozent angehobene Vergütungen (VersicherungsJournal 13.8.2018).

Klar über dem Schnitt lagen das Bau- (plus 4,4 Prozent) und das verarbeitende Gewerbe (plus 3,5 Prozent). Letzteres erklärt Destatis insbesondere mit den Tarifsteigerungen in der Metall und Elektroindustrie im zweiten Quartal 2018 (plus 4,3 Prozent) sowie in der chemischen Industrie im vierten Quartal 2018 (plus 3,6 Prozent).

Tarifindex (Bild: Destatis)
Bild: Destatis

Finanzdienstleister im Branchenvergleich weit abgeschlagen

Weiterführendes Datenmaterial von Destatis gibt Aufschluss darüber, wie sich das Salär in den einzelnen Wirtschaftszweigen seit 2015 entwickelt hat. So ist der tarifliche Monatsverdienst (ohne Sonderzahlungen) in der Gesamtwirtschaft im Betrachtungszeitraum auf einen Wert von 107,8 gestiegen (2015 = 100).

Ein deutlich überdurchschnittlicher Indexwerte von über 111 wird nur für den Bereich „Wach-/ Sicherdienste, Detekteien“ ausgewiesen. Indexwerte von jeweils um die 109 hatten vier weitere Wirtschaftsbereiche zu verzeichnen.

Der aktuelle Wert für die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister bleibt mit 105,0 nicht nur ein ganzes Stück hinter dem Gesamtdurchschnitt zurück. Nur in fünf Branchen verlief die Einkommensentwicklung noch schlechter. Der niedrigste Wert steht für das Segment „Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen“ zu Buche (103,9).

Entwicklung Verdienste (Bild: Wichert)

Versicherungsgewerbe beim Verdienst deutlich über dem Schnitt

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht im Quartalsrhythmus auch Daten zum durchschnittlichen Monatsverdienst. Dabei schneiden die Versicherungs-Angestellten anders als bei den oben aufgeführten Indexwerten deutlich überdurchschnittlich ab.

So lag der durchschnittliche Monatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten im Versicherungsgewerbe um über ein Viertel über dem der Gesamtwirtschaft. Für den Zeitraum Juli bis September 2018 wird in der Statistik ein Verdienst (ohne Sonderzahlungen) von im Schnitt rund 4.950 Euro aufgeführt (VersicherungsJournal 21.12.2018).

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Außendienst · Tarifvertrag · Versicherungsvertreter
 
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