So viel verdienen Versicherungs-Angestellte

22.9.2021 – Vollzeitbeschäftigte in der Versicherungsbranche haben im zweiten Quartal 2021 mit einem durchschnittlichen Monatsverdienst von brutto etwa 5.400 Euro (ohne Sonderzahlungen) fast ein Drittel mehr verdient als die Gesamtwirtschaft (knapp unter 4.100 Euro). Im Vergleich mit ausgewählten anderen Branchen liegt die Entlohnung der Versicherungs-Angestellten auf hohem Niveau. Dies zeigen am Mittwoch veröffentlichte Destatis-Zahlen.

Im zweiten Quartal 2021 hat ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Schnitt einen Bruttomonatsverdienst ohne Sonderzahlungen von 4.094 Euro erzielt. Für männliche Vollzeitbeschäftigte wird eine durchschnittliche monatliche Entlohnung von 4.273 Euro ausgewiesen.

Ihre weiblichen Pendants liegen bei 3.683 Euro, wie aus am Mittwoch vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Zahlen zu den durchschnittlichen Arbeitnehmerverdiensten hervorgeht.

Inklusive Sonderzahlungen im Schnitt fast 4.600 Euro

Inklusive Sonderzahlungen in Höhe von 485 Euro hat ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im vergangenen Quartal im Schnitt 4.580 Euro bekommen.

Bruttomonatsverdienst und Sonderzahlungen

Bruttoverdienst:

Unter Bruttoverdienst wird der regelmäßig gezahlte steuerpflichtige Arbeitslohn gemäß den Lohnsteuerrichtlinien verstanden.

Nicht hierzu zählen sonstige Bezüge (= Sonderzahlungen), steuerfreie Zuschläge für Schicht-, Samstags-, Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit, Essenszuschüsse sowie steuerfreie Beiträge des Arbeitgebers für seine Arbeitnehmer im Rahmen der Entgeltumwandlung.

Sonderzahlungen:

Sonderzahlungen entsprechen laut Destatis den „sonstigen Bezügen“ gemäß den Lohnsteuerrichtlinien – also etwa unregelmäßige, nicht jeden Monat geleistete Zahlungen wie Urlaubs-, Weihnachtsgeld, Leistungsprämien, Abfindungen, Gewinnbeteiligungen und Prämien für Verbesserungsvorschläge et cetera.

Bei den Herren waren es laut Destatis 4.841 (inklusive Sonderzahlungen in Höhe von 485) Euro, bei den Damen 3.979 (inklusive Sonderzahlungen in Höhe von 296) Euro.

Versicherungswirtschaft hinter Bankenbranche

Vollzeitbeschäftigte im Wirtschaftszweig „Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen“ haben im Betrachtungszeitraum mit im Schnitt 5.418 Euro (ohne Sonderzahlungen) fast ein Drittel mehr verdient als der Bundesdurchschnitt.

Auch im Vergleich mit ausgewählten anderen Wirtschaftszweigen steht die Assekuranz relativ gut da. Im Dienstleistungsbereich insgesamt liegt der Durchschnittswert um etwa 1.350 Euro niedriger, im Bereich Großhandel immerhin noch um etwa 1.200 Euro niedriger. Rechts- und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer erhalten im Monat im Schnitt circa 800 Euro weniger.

In der Sozialversicherungs-Branche sind es rund 950 Euro weniger und im Wirtschaftszweig Werbung- und Marktforschung knapp 900 Euro weniger als in der privaten Versicherungswirtschaft. In der Branche Energieversorgung liegt das durchschnittliche Salär um 200 Euro pro Monat niedriger und im Segment „Information und Kommunikation“ nur noch 70 Euro niedriger.

Durchschnittsverdienste (Bild: Wichert)

Bankmitarbeiter verdienten im vergangenen Jahr im Schnitt weit über 100 Euro mehr als Versicherungs-Mitarbeiter. Der Wirtschaftszweig „Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung“ hatte sogar über 200 Euro pro Monat Vorsprung vor der Assekuranz.

Assekuranz-Mitarbeiterinnen vor Bankerinnen

Wie in der Gesamtwirtschaft (4.273 zu 3.683 Euro), liegt auch bei den Versicherungs-Angestellten die monatliche Entlohnung bei den Männern mit 5.865 Euro (ohne Sonderzahlungen) deutlich über derjenigen der Frauen. Für Letztere wird in der Statistik ein Wert von 4.731 Euro ausgewiesen.

Bei den Männern hatten die Versicherungsmitarbeiter im zweiten Quartal 2021 wie in der geschlechter-übergreifenden Betrachtung einen Verdienstrückstand zu den Bankern. Dieser fiel mit knapp 380 Euro allerdings fast doppelt so groß aus wie insgesamt. Bankerinnen liegen hingegen fast 100 Euro hinter den weiblichen Assekuranzbeschäftigten.

Der Abstand bei den Männern zwischen Versicherungs-Angestellten und dem Bereich Sozialversicherung ist mit circa 1.000 Euro etwas größer als insgesamt. Bei den Frauen liegen Beschäftigte in der Sozialversicherung nicht einmal 600 Euro hinter der privaten Assekuranz zurück.

Unterschiede Mann/Frau (Bild: Wichert)

Was die Gehaltsentwicklung betrifft, so hinken die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister den meisten anderen Wirtschaftszweigen und auch der Gesamtwirtschaft hinterher (31.8.2021, 2.3.2021).

Hintergründe zur Methodik

Die Statistiker weisen darauf hin, dass es sich bei den Verdienstangaben um arithmetische Mittelwerte handelt. „Wichtig für die Interpretation dieser Werte ist eine Vorstellung über die Verteilung der Beschäftigten um diesen Mittelwert:

Aus der Verdienststruktur-Erhebung 2018 ist bekannt, dass knapp zwei von drei Vollzeitbeschäftigten (63 Prozent) weniger verdienen als den gesamtwirtschaftlichen Durchschnittswert; nur ein gutes Drittel (37 Prozent) hat höhere Bruttoverdienste. Dieses Drittel hat so hohe Verdienste, dass der Durchschnittswert für alle Beschäftigten ‚nach oben‘ gezogen wird“, so das Amt.

Leserbriefe zum Artikel:

Werner Jung - Und dabei Provisionen und Überschüsse streichen. mehr ...

Franz-Josef Esser - Zwei Drittel, die ein Drittel Bestverdiener durchfüttern. mehr ...

 
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