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Wo das Leben für die Altersvorsorge zu teuer ist

7.9.2020 – Die Kosten für Wohnen und Leben zehren an der notwendigen Sparquote für den Ruhestand. Höhere Einkommen in den Metropolen bessern die Rücklagen für die Rente nicht mehr auf. 40-Jährige haben ohne private Vorsorge kaum noch eine Chance auf einen finanziell entspannten Lebensabend, wie eine Studie von Prognos im Auftrag des GDV belegt.

Bürger in wirtschaftsstarken Metropolen oder Regionen müssen mehr in ihre Altersvorsorge investieren als Sparer, die in einkommensschwächeren Gegenden leben. Gerade in deutschen Metropolen zehren höhere Lebenshaltungskosten die Lohnvorteile der Einwohner auf.

Das zeigt eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungs-Instituts Prognos AG Berlin im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Besonders hart trifft es laut der Auswertung die Norddeutschen: Ein 40-Jähriger Hamburger muss rund 5,8 Prozent seines Einkommens auf die hohe Kante legen, um im Ruhestand gut leben zu können. Es folgen die Bewohner von Stuttgart und München mit einer Belastungsquote von je 5,7 Prozent.

Belastungen für Hamburger, Schwaben und Bayern am höchsten

Danach folgt die Bundeshauptstadt Berlin mit einer Quote von rund 4,9 Prozent. Die Einwohner Baden-Württembergs und Bayerns müssten jeweils 4,6 Prozent ihres Einkommens auf die Seite legen.

Am unteren Ende der Aufstellung liegen Niedersachsen (4,1 Prozent), Nordrhein-Westfalen und das Saarland mit jeweils vier Prozent.

Den geringsten finanziellen Aufwand müssen laut der Analyse die Bewohner Hagens betreiben. Unter Berücksichtigung des regionalen Preisniveaus beziffern die Prognos-Autoren die Sparbeträge dort für einen 40-Jährigen bis zum Rentenbeginn auf 3,3 Prozent des Einkommens.

Nur leicht höher ist die Sparquote für die eigene Altersvorsorge für Einwohner in Gelsenkirchen und Wilhelmshaven mit 3,4 Prozent. Im Bundesdurchschnitt muss ein Eckrentner etwa 4,3 Prozent seines Einkommens zurücklegen, so die Wirtschaftsforscher.

Sparbelastungsquote nach Regionen (Bild: GDV)

Angaben zur Studie

Für die Untersuchung stellte Prognos den Jahrgang 1980 in 401 deutschen Kreisen in den Fokus. Für die Berechnung des Vorsorgebedarfs eines 40-jährigen Eckrentners definierte das Institut 55 Prozent des letzten regionalen Einkommens zum Rentenbeginn im Jahr 2047 als Zielgröße.

Die von den Forschern errechneten Sparraten und Belastungsquoten basieren auf einer Ertragsprojektion, die der GDV zugeliefert hat. Danach erzielt der Eckrentner des Jahrgangs 1980 über die gesamte Spar- und Ruhestandsphase (2006 bis 2069) mit seiner privaten Altersvorsorge eine jährliche Verzinsung von durchschnittlich rund 3,1 Prozent. Die Kosten liegen bei etwa 2,1 Prozent.

Für die Prognose wurde angenommen, dass die Sparraten zu jeder Zeit zu 85 Prozent am Rentenmarkt und zu 15 Prozent in höherverzinsliche Anlagen (in der vorliegenden Studie: Aktien) investiert werden. Das Verhältnis entspreche in etwa der Vermögensverteilung der deutschen Privathaushalte, so die Studienautoren.

Kaufkraft der Renten je nach Region zwischen 1.000 und 2.100 Euro

Die Kaufkraft der Renten beziffern die Wirtschaftsforscher auf Kreisebene zwischen 1.000 und 2.100 Euro (in heutigen Preisen). Sie sei damit oft niedriger oder auch höher als im Bundesdurchschnitt, der rund 1.500 Euro beträgt.

Infolge der regionalen Unterschiede in der Höhe von Einkommen und Renten variieren auch die Alterseinkünfte zwischen den Regionen. Sie reichen von monatlich 1.120 Euro in Mansfeld-Südharzmit über 1.860 Euro im Bundesdurchschnitt bis zu 2.750 Euro im Hochtaunuskreis.

Menschen in wirtschaftsstarken Regionen […] müssen […] mehr sparen als Bewohner in ländlichen Regionen.

Heiko Burret, Studienleiter der Prognos AG

Lebenshaltungskosten entscheiden über Sparrate

Als Hauptgrund für die deutlichen Unterschiede in den Bundesländern und Städten nennen die Studienautoren das regional unterschiedliche Preisniveau.

„Menschen in wirtschaftsstarken Regionen verdienen zwar mehr und haben höhere Renten. Um aber ihren Lebensstandard im Alter sichern zu können, müssen sie schon in absoluten Beträgen mehr sparen als Bewohner in ländlichen Regionen“, lässt sich dazu Heiko Burret, Studienleiter von Prognos, zitieren.

Der Mehraufwand für den Ruhestand müsse zusätzlich zu den höheren Lebenshaltungskosten aufgebracht werden. Hier nennt Burret insbesondere die Kosten für das Wohnen.

Gesetzliche Rente reicht in keiner Region aus

Die Preise für Wohnraum, die Mieter und Käufer zahlen, driften in Deutschland immer weiter auseinander, zumindest in bestimmten Regionen. Das belegt auch eine Analyse der Postbank – eine Niederlassung der Deutschen Bank AG, veröffentlicht im „Wohnatlas 2020“ (VersicherungsJournal 28.8.2020).

In 158 von 401 Regionen fallen die Wohnungspreise noch vergleichsweise moderat aus, in Großstädte steigen sie dagegen überdurchschnittlich, so die Analyse.

Die Empfehlung der Prognos-Autoren liegt auf der Hand: „Die gesetzliche Rente bildet zwar weiterhin die wesentliche Einkommensquelle im Ruhestand, zur Erreichung der anvisierten Einkommensersatzquote reicht sie jedoch in keiner Region Deutschlands aus; folglich muss privat vorgesorgt werden.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Rente
 
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