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Vollversicherung: Droht der Absturz in die Bedeutungslosigkeit?

7.2.2020 – Vor allem die unabhängigen Vermittler waren zuletzt vom rückläufigen Neugeschäft mit Krankenvoll-Versicherungen betroffen. Laut der Asscompact-„Marktstudie Private Kranken- und Pflegeversicherung 2020“ blicken Makler und Mehrfachvertreter mehrheitlich nicht optimistisch in die Zukunft. Dies gilt sowohl für die (zukünftige) Bedeutung des Vollversicherungs-Geschäfts wie auch für die Courtagesituation.

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Die privaten Krankenversicherer haben die Zahl der Vollversicherten im vergangenen Jahr bei etwa 8,7 Millionen Personen stabilisieren können. Dies teilte Dr. Ralf Kantak, Vorsitzender des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) im Rahmen der Jahrespressekonferenz der deutschen Versicherungswirtschaft Ende Januar mit.

Kantak berichtete von einem deutlich verbesserten Wechselsaldo zugunsten der PKV. Im vergangenen Jahr hätten 12.000 (2018: 800) Personen mehr von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur PKV gewechselt als umgekehrt.

Unter dem Strich betrachtet dürfte für die Branche nach vorläufigen Zahlen allerdings zum achten Mal in Folge ein Minus gestanden haben, so der Verbandsvorsitzende. Dieses bezifferte er auf voraussichtlich 0,1 Prozent (VersicherungsJournal 29.1.2020).

Insbesondere unabhängige Vermittler betroffen

Von dem Neugeschäftsrückgang im einstigen Brot- und Buttergeschäft der Versicherungsbranche sind seit Einführung des Provisionsdeckels (31.10.2011) insbesondere die unabhängigen Vermittler betroffen. Das zeigen verschiedene Vertriebswege-Untersuchungen (16.8.2019, 19.12.2018, 28.8.2018, 4.11.2016).

Belegt wird dies auch durch die letzten Auflagen der Studienreihe Asscompact Trends, die quartalsweise von der BBG Betriebsberatungs GmbH und der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH durchgeführt wird. Dort gehörten Krankenvoll-Policen zuletzt zu den größten Ladenhütern (6.12.2019, 17.9.2019, 6.6.2019).

Ausbaufähige Courtagesituation

Nach der Marktstudie „Private Kranken- und Pflegeversicherung 2020“, die ebenfalls von BBG und IVV durchgeführt wurde, ist hier keine wirkliche Besserung in Sicht. Hinsichtlich der Courtageeinnahmen rechnet nicht einmal jeder fünfte unabhängige Vermittler im laufenden Jahr mit einer Verbesserung. Vor Jahresfrist traf dies noch auf deutlich mehr als jeden Fünften zu (5.2.2019).

Dabei erwartet aktuell nur noch rund jeder 60. Interviewte „viel bessere“ Einnahmen im Geschäftsfeld Krankenvollversicherung. Im vergangenen Jahr war der Anteil noch in etwa doppelt so groß.

Der Anteil derjenigen Makler, die von einer negativen Entwicklung ausgehen (Antwortoptionen „eher schlechter“ und „viel schlechter“), liegt mit einem guten Viertel auf Vorjahresniveau. Vor zwei Jahren hatte sich noch deutlich über ein Drittel negativ geäußert (5.2.2018).

Courtageeinnahmen, Erwartungen der Vermittler (Bild: Wichert)

Leichte Entspannung

Ein leichter Aufwärtstrend zeigt sich auch bei der Relevanz des Vollversicherungs-Geschäfts aus Vermittlersicht. Spielte es im Vorvorjahr nur für jeden elften Makler und Mehrfachvertreter und im Vorjahr für jeden neunten Befragten eine „(sehr) große“ Rolle, so sind es aktuell wieder fast ein Sechstel.

Ähnlich sieht es bei der Einschätzung der zukünftigen Rolle (in fünf Jahren) der Vollversicherung aus. Hier gehen mit knapp einem Fünftel über 40 Prozent mehr Interviewte als im Vorjahr von einer „(sehr) großen“ Rolle aus.

Eine Aufwärtstendenz zeigt sich auch bei den vermittelten Vollversicherungs-Policen. Deren Anzahl ist von im Schnitt zehn im Vorjahr auf aktuell 14 angestiegen. Dabei ist der Anteil derjenigen Interviewten, die gar keine Vollversicherung vermitteln, auf ein gutes Neuntel zurückgegangen.

Weitere Studiendetails

Die 416-seitige „Marktstudie Private Kranken- und Pflegeversicherung 2020“ enthält auch detaillierte Ranglisten zu den Geschäftsanteilen der Anbieter im freien Vertrieb (7.2.2019).

Ermittelt wurde bei der Onlinebefragung von fast 300 unabhängigen Vermittlern darüber hinaus auch die Vermittlerzufriedenheit in der Vollversicherung. Untersucht wurden zudem die Krankenzusatz- und die Pflegezusatz-Versicherung.

Der Berichtsband kann für 2.677,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Sophia Tannreuther per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575823 bestellt werden.

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