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Steuerersparnisse nutzen: Zusatzrente ohne Konsumverzicht

16.10.2020 – Dass zusätzliche Altersvorsorge nottut, wissen die meisten Menschen. Bei vielen klappt es aber nicht mit dem Sparen für das Alter. Dies liegt an mangelnden finanziellen Möglichkeiten, oft aber auch am Unwillen, sich heute für eine später bessere Versorgung einzuschränken. Gute Argumente in der Altersvorsorgeberatung liefert unter anderem die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, schreibt Christian Münch von IT-Dienstleister Suretec in seinem Gastbeitrag.

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Es ist eine Binsenweisheit, dass mit der Altersrentenphase spürbare Einkommensverluste verbunden sind. Eine Aufstockung der Rentenbezüge ist daher wünschenswert. Die dazu notwendigen privaten Aufwendungen werden auch häufig vom Staat mit beachtlichen Zuschüssen belohnt.

Christian Münch (Bild: Henning Mack)
Christian Münch (Bild: Henning Mack)

Doch wie können diese zusätzlichen privaten Aufwendungen finanziert werden? Durch einen Konsumverzicht und die damit verbundenen Einsparungen könnten zwar die notwendigen Rentenbeiträge aufgebracht werden. Aber die damit einhergehende Verschlechterung des liebgewonnenen Lebensstandards ist nicht jedermanns Sache.

Soli-Ersparnisse als Rentenbeiträge nutzen

Schon bald gibt es eine nachhaltige Lösung für dieses Dilemma. Ab dem 1. Januar 2021 gelten zusätzliche Steuerersparnisse – speziell für Gehaltsempfänger. Dazu gehört unter anderem auch der Wegfall des Solidaritätszuschlags.

Für einen Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt von 3.994 Euro (dem amtlichen Durchschnittswert für Vollzeitbeschäftigte) beträgt die Steuerersparnis jährlich, allein durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags, circa 443 Euro. Diese Ersparnis kann für den Konsum verbraucht – oder in eine zusätzliche Altersvorsorge investiert werden.

Werden diese Steuerersparnisse als Rentenbeiträge genutzt, dann bleibt der gewohnte Lebensstandard unverändert und es wird eine deutliche Verbesserung der Alterseinkünfte erreicht.

Werden die so finanzierten Beiträge in einen Riester- oder Basisrentenvertrag eingezahlt oder wird über eine Entgeltumwandlung eine Betriebsrente aufgebaut, so können zusätzlich Belohnungen vom Staat und/oder vom Arbeitgeber in Anspruch genommen werden. Diese Förderungen sind unter anderem abhängig von der Höhe der Beiträge oder dem Familienstand.

Interessante Zusatzrentenhöhen zu erzielen

Für den Beispielfall liegen allein die Soli-Ersparnisse aufsummiert bis zur Rente bei gut 16.000 Euro. Die Förderungen liegen je nach Rentenart (Riester-Rente, Basisrente oder betriebliche Altersrente) zwischen 30 und 70 Prozent und im Beispiel insgesamt zwischen circa 5.000 bis 12.000 Euro.

Zusammen mit den Soli-Ersparnissen von 16.000 Euro ergeben sich damit je Rentenart Gesamtbeiträge von circa 21.000 Euro bis fast 27.000 Euro, die zur Finanzierung einer Altersrente genutzt werden können – und das ohne einen Konsumverzicht.

Wird eine nicht geförderte Privat-Rente (zum Beispiel der höheren Beitragsflexibilität wegen) gewählt, so stehen „nur“ die Soli-Ersparnisse zur Finanzierung der Beiträge zur Verfügung, im Beispiel immerhin gut 16.000 Euro.

Besonders interessant sind die erzielbaren Zusatzrentenhöhen. Eingezahlt in marktgängige Rentenverträge führen diese Beiträge, die sich allein durch die Ersparnisse und Förderungen finanzieren lassen, zu Jahresrenten zwischen 1.600 Euro bis 2.300 Euro. Ohne Förderung (bei der Privatrente) ergibt sich eine zusätzliche Jahresrente von 1.230 Euro.

Weitere kleine Steuerreform

Zwischenfazit: Ohne einen Konsumverzicht sind allein durch die geschickte Nutzung von Soli-Ersparnissen schon beachtliche Zusatzrenten für Gehaltsempfänger möglich. Die Höhe der Soli-Ersparnisse und damit die Prognose der zugehörigen Förderungs- und Rentenhöhen ist nicht für alle Gehaltsempfänger gleich, sondern hängt wesentlich von den individuellen Daten ab.

Neben den Soli-Ersparnissen gibt es ab 1. Januar 2021 zusätzlich eine kleine Steuerreform, bei der die Steuerlast für Arbeitnehmer sinkt.

Für das oben angeführte Beispiel führt die Reduzierung der Lohnsteuer zu weiteren Einsparungen in Höhe von circa 150 Euro im Jahr. Diese zusätzlichen, nachhaltigen Steuereinsparungen können für eine Aufstockung der Zusatzrente eingesetzt werden, die durch die Soli-Ersparnisse finanziert werden.

Werden die Steuerersparnisse (der kleinen Steuerreform) aus dem gewählten Beispiel für die Aufstockung der Beiträge einer Zusatzrente genutzt – also die Soli-Ersparnisse plus die Ersparnisse aus der Steuerreform 2021 –, so summieren sich die Beiträge bis zur Rente auf über 21.000 Euro. Diese erhöhten Beiträge führen wiederum zu erhöhten Förderungen und damit zu noch höheren Zusatzrenten.

Ohne eine Einschränkung des gewohnten Lebensstandards

Für das Beispiel ergeben sich dann als jährliche Zusatzrenten:

  • Basisrente: 2.150 Euro
  • Betriebsrente: 3.050 Euro
  • Riester-Rente: 2.250 Euro
  • Privatrente: 1.650 Euro

Diese Zusatzrenten stocken im Beispielfall die gesetzlichen Altersrenten um acht bis hin zu 16 Prozent auf – und zwar ohne eine Einschränkung des gewohnten Lebensstandards.

Fazit: Werden die dauerhaft wirksamen Steuergeschenke ab 2021 für eine verbesserte Altersvorsorge genutzt, so ergeben sich attraktive Zusatzrenten ohne Konsumverzicht. Günstiger geht es kaum. Auch hier gilt Erich Kästners Spruch: „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!“.

Christian Münch

Der Autor ist Mitarbeiter der Suretec Systems GmbH, einem IT-Dienstleister, der unter anderem Software und Instrumente für die Beratung entwickelt. Das Unternehmen selbst bietet ein Tool zur Berechnung der Soli-Ersparnis an.

Leserbriefe zum Artikel:

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Betriebliche Altersversorgung · Gewerbeordnung · Mitarbeiter · Rente · Riester · Rürup · Steuern
 
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