So viele Vermittlerbüros bestehen aus „Einzelkämpfern“

13.9.2021 – In Versicherungsvermittler-Betrieben arbeiten durchschnittlich 4,1 Personen. Ausschließlichkeits-Vertreter liegen mit ihren Büros genau auf dem Durchschnitt, Makler darüber und Mehrfachvertreter darunter. Größte Gruppe sind die Firmen mit drei bis fünf Mitarbeitern. Das zeigt die aktuelle Strukturanalyse des BVK.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) hat Ende Juli die Ergebnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Strukturen des Versicherungsvertriebs – BVK-Strukturanalyse 2020/2021“ veröffentlicht.

Sie basiert auf einer zwischen Dezember 2020 und März 2021 durchgeführten, nicht-repräsentativen Onlinebefragung von Vermittlern (VersicherungsJournal 2.2.2021). Diese hatten ein umfangreiches Fragenpaket zu ihrer persönlichen Geschäftssituation, den beruflichen Zielen sowie ihrer wirtschaftlichen Lage zu beantworten.

Vermittler haben über 3.200 Fragebögen beantwortet

Die bereinigte Stichprobengröße wird mit 3.233 (vollständig ausgefüllten) Fragebögen angegeben. Über 93 Prozent der Befragten sind als Einfirmenvertreter im Vermittlerregister registriert, knapp fünf Prozent als Versicherungsmakler und zwei Prozent als Mehrfachvertreter.

„Es gibt keine andere Erhebung, auch nicht von Marktforschungs-Instituten, die auch nur annähernd so viele Teilnehmer abdeckt“, stellt BVK-Vizepräsident Andreas Vollmer im Vorwort der Studiendokumentation heraus.

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl liegt bei 4,1 Personen

Im Rahmen der Untersuchung wurden unter anderem Daten zum Umsatz und Gewinn der Vermittlerbetriebe (29.7.2021) sowie zur Abwanderungs-Bereitschaft (3.8.2021) erhoben. Weiteres Thema war neben der Vertriebsunterstützung durch die Versicherer (10.8.2021) sowie der Kundenzahl und der Cross-Selling-Quote (30.8.2021) auch die Betriebsgröße nach Köpfen.

Ein Ergebnis der Untersuchung: Die Vermittler gaben die Zahl der in ihren Betrieben Tätigen im Durchschnitt mit 4,1 Personen an. Das sind etwa neun Prozent weniger als vor zwei Jahren (8.1.2020). Mit 3,5 tätigen Personen liegen die Mehrfachvertreter unter dem Schnitt. Einfirmenvertreter kommen auf 4,1 und Versicherungsmakler auf 4,6.

Die meisten „Großunternehmen“ unter den Maklern

Bei allen drei Vermittlertypen ist die Gruppe mit drei bis fünf tätigen Personen am häufigsten vertreten. Bei den Maklern beläuft sich der Anteil auf etwa 32 Prozent, bei den Mehrfachvertretern auf 38 Prozent und bei den Exklusivvertretern auf 47 Prozent.

Zu den größten Betrieben mit elf und mehr Personen zählen sich vier Prozent der Befragten. Der Anteil dieser „Großunternehmen“ liegt bei den Versicherungsmaklern mit zwölf Prozent mit Abstand am höchsten. In der Ausschließlichkeit sind es knapp vier Prozent, bei den Mehrfachvertretern zwei Prozent.

Die wenigsten „Einzelkämpfer“ in der Ausschließlichkeit

Insgesamt gab rund jeder siebte Umfrageteilnehmer an, ein Ein-Personen-Unternehmen zu sein. Unter den Einfirmenvertretern war es unverändert nur gut jeder Achte. Bei den Maklern war es fast jeder Dritte, bei den Mehrfachvertretern nach einem deutlichen Anstieg sogar mehr als jeder Dritte.

Rechnet man noch das gute Sechstel an Vermittlerfirmen hinzu, bei dem genau eine weitere Person tätig ist, dann arbeiten bei annähernd jedem dritten Betrieb maximal zwei Personen inklusive des Inhabers. Bei den Versicherungsmaklern sind es sogar deutlich überdurchschnittliche 46,5 Prozent.

Mitarbeiterzahlen (Bild: BVK)
(Bild: BVK-Strukturanalyse 2020/2021)

„Eine sinnvolle Arbeitsteilung und Spezialisierung ist jedoch erst möglich, wenn ein Betrieb aus mehreren Mitarbeitenden besteht. In dieser Hinsicht weist der selbstständige Versicherungsvertrieb noch ein erhebliches Potenzial an Effizienzsteigerung auf“, heben die Studienautoren hervor.

Allerdings zeigte ein Vergleich mit vorherigen Auflagen der Untersuchungen in dieser Hinsicht tendenziell einen leichten Verbesserungstrend. So hat der Anteil der Maklerbetriebe mit maximal zwei tätigen Personen im Vergleich zur Strukturanalyse 2016/2017 um 2,5 Prozentpunkte abgenommen. Bei den Exklusivagenten sind es mit aktuell 31,7 Prozent sogar fast neun Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren.

Weitere Auffälligkeiten bei der Betriebsgröße

Weiter fällt auf, dass bei den Maklern sowohl der Anteil der Einzelkämpfer (von 25,2 über 28,2 auf 30,3 Prozent) als auch derjenige der Großbetriebe (von 7,1 über 9,8 auf 12,1 Prozent) gestiegen ist.

Das gleiche Phänomen ist auch bei den mittelgroßen Maklerfirmen (drei bis fünf tätige Personen) zu beobachten. Ihr Anteil wuchs von 27,1 über 28,8 auf 32,3 Prozent. In der Ausschließlichkeit ist der Anteil dieser Betriebsgröße ebenfalls deutlich häufiger zu finden (47 nach jeweils knapp 42 Prozent in den bei vorherigen Untersuchungen).

Die großen Schwankungen bei den Mehrfachvertretern dürften unter anderem auf die jeweils vergleichsweise niedrige Teilstichprobe zurückzuführen sein.

Lesetipp: BVK-Strukturanalyse 2020/21
Cover (Bild: BVK/VersicherungsJournal)

Die seit Jahrzehnten regelmäßig alle zwei Jahre durchgeführte Strukturanalyse wird in diesem Jahr zum dritten Mal vollständig im VersicherungsJournal-Verlag veröffentlicht. Die Studie „Betriebswirtschaftliche Strukturen des Versicherungsvertriebs – BVK-Strukturanalyse 2020/2021“ gibt einen detaillierten Einblick in betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Erfolgsfaktoren von Ausschließlichkeits- und Mehrfachvertretern sowie Maklern.

Die Studie hat 163 Seiten im Format DIN A4 und wird angeboten als E-Book im PDF-Format, ISBN 978-3-938226-65-0. Sie kostet 448,68 Euro inklusive Mehrwertsteuer und kann über dieses Formular bestellt werden (E-Mail-Versand).

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