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Neuer Maklerfavorit in der privaten Krankenvollversicherung

22.6.2021 – Vier Anbieter liefern sich schon länger ein enges Rennen um die Gunst der unabhängigen Vermittler, zeigt eine Studienreihe. Dabei gab es zahlreiche Positionswechsel. Der einst viele Quartale führende Akteur holte sich nach zuletzt zwei Silberrängen den Spitzenplatz zurück. (Bild: Wichert)

Im vergangenen Jahr ist der Bestand an Krankenvollversicherten zum neunten Mal in Folge zurückgegangen. Dies gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Ende Januar auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt (VersicherungsJournal 20.1.2021). Das Minus bewegte sich mit etwa 0,1 Prozent auf dem niedrigen Niveau des Jahres zuvor (21.12.2020).

Eine Trendumkehr ist nach Ansicht der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH nicht in Sicht. Als Hintergrund nannte das Analysehaus Mitte Juni bei der Vorstellung des „Marktausblicks zur privaten Krankenversicherung 2021“ zuletzt überproportional hohe Beitragsanpassungen. Diese sorgten bei Kunden und Vermittlern für Verunsicherung und wirkten sich negativ auf die Bestandsentwicklung aus (16.6.2021).

Zuletzt deutliche Absatzschwierigkeiten

Die unabhängigen Vermittler hatten im Neugeschäft mit Krankenvoll-Policen zuletzt mit deutlichen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. So ist der Marktanteil der Makler und Mehrfachvertreter in diesem Zweig nach der letzten GDV-Vertriebswegestatistik auf unter 30 Prozent gesunken (21.8.2020).

Zum Vergleich: 2013 waren es noch über zwei Prozentpunkte mehr (28.8.2018) und in den vier Jahren davor sogar noch zum Teil deutlich mehr als ein Drittel darüber (14.8.2017). Gründe hierfür dürften neben der demografischen Entwicklung unter anderem der Provisionsdeckel (31.10.2011) sowie die zuletzt immer weiter gestiegene Versicherungspflicht-Grenze sein (22.12.2020, 23.12.2020).

PKV-Vollversicherung: weiterhin kein einfaches Geschäft

Dass das Vollversicherungs-Geschäft für unabhängige Vermittler wirtschaftlich nicht einfach ist, belegt auch die „Marktstudie Private Kranken- und Pflegeversicherung 2021“. Die Untersuchung wurde von der BBG Betriebsberatungs GmbH und der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH durchgeführt (5.2.2021).

Nur noch rund jeder sechste (Vorjahr: fünfte) der fast 200 befragten Makler und Mehrfachvertreter rechnet mit steigenden Courtageeinnahmen. Mehr als jeder dritte (vierte) geht hingegen von einer Verschlechterung aus.

Zudem schreibt nur noch rund jeder achte Befragte dem Vollversicherungs-Geschäft derzeit wie auch in fünf Jahren eine „(sehr) große“ Relevanz zu. Vor einigen Jahren traf dies noch auf etwa jeden Sechsten zu.

Vollversicherung landet nur auf den hinteren Plätzen

Einen weiteren Beleg für die Schwierigkeiten des unabhängigen Vertriebs im Vollversicherungsmarkt liefert die von BBG und IVV im Quartalsrhythmus durchgeführte Studienreihe Asscompact Trends. Diese beruht auf einer Onlinebefragung von jeweils mehreren hundert Maklern und Mehrfachvertretern.

In den letzten Auflagen landete der Geschäftszweig immer auf den hinteren Plätzen der Absatzliste. In der aktuellen Auflage II/2021 berichtete nicht einmal jeder vierte Umfrageteilnehmer von einem zuletzt „(sehr) guten“ Vermittlungsgeschäft. Andererseits ordneten mehr als vier von zehn Vermittlern das Geschäft als „(sehr) schlecht“ ein (8.6.2021).

Hallesche auf der Spitzenposition

Im Rahmen der Studienreihe werden die unabhängigen Vermittler auch gefragt, welche Gesellschaften aus Vermittlersicht die Top-Anbieter in verschiedenen Produktkategorien sind. Dabei können die Befragten ihre persönlichen Favoriten in den einzelnen Produktlinien über ein Drop-Down-Menü auswählen oder frei eingeben.

In der Krankenvollversicherung, zu der 356 Stimmen abgegeben wurden, setzte sich in einem engen Rennen die Hallesche Krankenversicherung a.G. gegen die Hansemerkur Krankenversicherung AG durch. Für beide Akteure votierte etwa jeder siebte Interviewte. Den Bronzerang sicherte sich die Barmenia Krankenversicherung AG mit einem Anteil von fast einem Zehntel.

Gleichauf an vierter Stelle liegen die Arag Krankenversicherungs-AG und die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. Die Positionen sechs und sieben belegen die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG und die Continentale Krankenversicherung a.G.

Den achten Platz teilen sich die Allianz Private Krankenversicherungs-AG und die Universa Krankenversicherung a.G. Die sechs vorgenannten Akteure konnten zwischen knapp acht und fast sechs Prozent der Favoritennennungen auf sich vereinen.

Maklerfavoriten (Bild: Wichert)

Hallesche wieder in Front

In den zurückliegenden zehn Auflagen der Studienreihe waren auf den vorderen vier Rängen zahlreiche Positionsveränderungen zu beobachten. So holte sich aktuell die Hallesche den Spitzenplatz von der Hansemerkur zurück, den Letztere zwei Quartale zuvor übernommen hatte.

Die Hallesche hatte damit im Betrachtungszeitraum acht Mal die Nase vorn – mit bis zu über acht Prozentpunkten Vorsprung. Allerdings gehört der derzeitige Zustimmungswert zu den niedrigsten in den vergangenen zehn Auflagen – und ist im Vergleich zum Vorquartal sogar leicht zurückgegangen.

Da die Hansemerkur zugleich 4,5 Prozentpunkte einbüßte, konnte die Hallesche wieder vorbeiziehen. Insgesamt sprang für die Hansemerkur neben zwei Top-Platzierungen sechs Mal Rang zwei und zwei Mal Position drei heraus.

Barmenia überholt Signal Iduna

Die Barmenia zog in der aktuellen Auflage dank einer Steigerung um fast zwei Prozentpunkte wieder an der Signal Iduna vorbei, die mehr als zwei Prozentpunkte verlor. Die Wuppertaler erreichten in den zurückliegenden zehn Dreimonatsperioden zwei Mal den geteilten und einmal den alleinigen Silberrang. Hinzu kamen vier zum Teil geteilte dritte Plätze.

Die Signal Iduna kam zuletzt auf den niedrigsten Zustimmungswert im Beobachtungszeitraum. In diesem landete das Unternehmen insgesamt einmal an zweiter und fünf Mal an – teilweise geteilter – dritter Stelle.

Werte in der Zeitreihe (Bild: Wichert)

Der 193-seitige Berichtsband der Asscompact Trends II/2021 kostet 1.547 Euro inklusive Mehrwertsteuer (Preisnachlass bei Jahresabonnement). Er kann bei Sophia Tannreuther per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575823 bestellt werden.

 
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