Die beliebtesten Krankenvollversicherer aus Vermittlersicht

14.9.2018 – Die Hallesche ist bei den unabhängigen Vermittlern der favorisierte Anbieter, wenn es um die Vermittlung von privaten Krankenvoll-Versicherungen geht. Dahinter folgen die Hansemerkur und die Signal Iduna (inklusive der Marke Deutscher Ring), wie die Asscompact Trends III/2018 zeigen.

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In den vergangenen sechs Jahren ist der Bestand an Vollversicherten kontinuierlich zurückgegangen. Nach vorläufigen Zahlen des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) betrug das Minus 2017 rund 19.300 beziehungsweise 0,2 Prozent auf nur noch 8,753 Millionen Personen. Im Betrachtungszeitraum summiert sich der Rückgang auf über 220.000 Personen (VersicherungsJournal 15.8.2018).

Während die Aktiengesellschaften im vergangenen Jahr ein Minus von fast 40.000 Vollversicherten zu verzeichnen hatten, bauten die Gegenseitigkeitsvereine ihren Bestand um über 20.000 aus (VersicherungsJournal 20.7.2018).

Dabei konnten die PKV-Anbieter nur im Beihilfegeschäft ein Wachstum erzielen. Im Geschäft mit den „Normalversicherten“ ging es weiter bergab, wie die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH in ihrem „Marktausblick zur Versicherungswirtschaft 2018/2019“ festhält (VersicherungsJournal 24.7.2018). Anzeichen für eine Trendumkehr sehen die Analysten nicht.

Die Vollversicherung und der unabhängige Vertrieb

Vor allem die unabhängigen Vermittler haben im Neugeschäft mit Krankenvoll-Versicherungen zuletzt mit deutlichen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Dies dürfte vor allem auf den Provisionsdeckel zurückzuführen sein (VersicherungsJournal 31.10.2011). Weitere Gründe sind die demografische Entwicklung sowie die zuletzt immer weiter gestiegene Versicherungspflicht-Grenze (VersicherungsJournal 10.9.2018).

In der Folge hat sich der Marktanteil der unabhängigen Vermittler nach der aktuellen Vertriebswegestatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bei knapp 27 Prozent eingependelt. Zum Vergleich: 2013 waren es noch fast 29 Prozent (VersicherungsJournal 28.8.2018) und in den vier Jahren davor sogar noch zum Teil deutlich über 30 Prozent (VersicherungsJournal 14.8.2017).

Abweichende Werte

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Vertriebswege-Survey von Willis Towers Watson. Laut der Statistik des Beratungsunternehmens ging der Anteil von 2012 auf 2016 – neuere Daten werden erst gegen Jahresende veröffentlicht – von fast 40 Prozent auf nur noch ein gutes Drittel zurück (VersicherungsJournal 15.12.2017).

Die stark voneinander abweichenden Werte sind unter anderem auf unterschiedliche Definitionen der Vertriebswege zurückzuführen, was einen direkten Vergleich wenig sinnvoll erscheinen lässt. So ordnet der GDV etwa die Internetportale dem Direktvertrieb zu, während Willis Towers Watson diese zu den unabhängigen Vermittlern zählt, weil diese häufig als Makler nach § 34d GewO gemeldet sind.

Geschäft wird immer schwieriger

Dass der Vollversicherungsmarkt für unabhängige Vermittler kein einfacher ist, belegt auch die „Marktstudie Private Kranken- und Pflegeversicherung 2018“ der BBG Betriebsberatungs GmbH und der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH.

So rechnet nur jeder neunte der 274 befragten Makler und Mehrfachvertreter mit steigenden Courtageeinnahmen, weit über jeder Dritte allerdings mit einer Verschlechterung. Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass die Relevanz des Vollversicherungs-Geschäfts aus Sicht der unabhängigen Vermittler immer weiter abnimmt.

Spielte dieses in den Vorjahren noch für über 16 Prozent beziehungsweise knapp zwölf Prozent eine „(sehr) große“ Rolle für die Einnahmen des eigenen Vermittlerbetriebs, so gilt dies aktuell nur noch für knapp neun Prozent.

Noch schlechter sieht es bei der Einschätzung der zukünftigen Rolle (in fünf Jahren) der Vollversicherung aus. Hier gehen mit gut sieben Prozent nur noch fast halb so viele Befragte von einer „(sehr) großen“ Rolle aus wie im Vorjahr. Vor zwei Jahren war der Anteil noch über dreimal so groß (VersicherungsJournal 5.2.2018).

Vollversicherung nur auf den hintersten Plätzen

Einen weiteren Beleg für die Schwierigkeiten des unabhängigen Vertriebs im Vollversicherungs-Geschäft liefern die Asscompact Trends. Die Studienreihe wird im Quartalsrhythmus von der BBG und der IVV durchgeführt und beruht auf einer Onlinebefragung von jeweils mehreren Hundert Maklern und Mehrfachvertretern.

In den letzten Auflagen landete die Vollversicherung immer auf den hintersten Plätzen der Absatzhitparade im unabhängigen Vertrieb (VersicherungsJournal 7.9.2018, 13.6.2018, 2.3.2018, 11.12.2017). Bestenfalls rund jeder fünfte befragte Vermittler berichtete von einem zuletzt „(sehr) guten“ Vermittlungsgeschäft. Bis zu weit über die Hälfte ordnete das Geschäft auf der anderen Seite als „(sehr) schlecht“ ein.

Damit rangieren Vollversicherungen nur an viertletzter Stelle in der Produkthitparade der 39 abgefragten Produktlinien. Noch schlechter lief das Geschäft nur mit betrieblichen Krankenversicherungen, Gruppenunfall- sowie klassischen Lebens- und Rentenversicherungen.

Hallesche an der Spitze

Im Rahmen der Studienreihe werden die unabhängigen Vermittler auch gefragt, welche Gesellschaften aus Vermittlersicht die Top-Anbieter in verschiedenen Produktkategorien sind. Dabei können die Befragten ihre persönlichen Favoriten in den einzelnen Produktlinien über ein Drop-Down-Menü auswählen oder frei eingeben.

In der privaten Krankenvollversicherung belegt die Hallesche Krankenversicherung a.G. mit rund einem Sechstel Anteil an den Favoritennennungen den Spitzenrang. Auf zweistellige Prozentwerte kamen auch die Hansemerkur Krankenversicherung AG und die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (inklusive der Marke Deutscher Ring).

Rang vier sicherte sich die Barmenia Krankenversicherung a.G. mit hauchdünnem Vorsprung vor der Continentale Krankenversicherung a.G. Beide Gesellschaften wurden von rund jedem elften Makler und Mehrfachvertreter als Favorit genannt.

Vermittlerfavoriten (Bild: Wichert)

Aufsteiger und Absteiger

Während die Hallesche und die Hansemerkur ihre schon seit vielen Quartalen gehaltenen Positionen verteidigten, ging es für die Signal Iduna vom zweiten auf den dritten Platz abwärts. Nach unten zeigt auch die Kurve der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG (von fünf auf sechs), der Alte Oldenburger Krankenversicherung AG (von vier auf sieben) sowie für die Universa Krankenversicherung a.G. (von fünf auf sieben).

Die Barmenia und die Continentale verbesserten sich hingegen in der Gunst der unabhängigen Vermittler. Vom geteilten siebten Rang ging es für die Wuppertaler auf Platz vier nach oben, für die Dortmunder auf Position fünf. Die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) stieg vom zehnten auf den neunten Rang, während die Axa Krankenversicherung AG unverändert und nun alleine an zehnter Stelle liegt.

Die 145-seitige Studie „Asscompact Trends III/2018“ kann für 1.547 Euro inklusive Mehrwertsteuer (Preisnachlass bei Jahresabonnement) bei Florian Stasch per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575838 bestellt werden.

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