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Corona: Beratungsanlass für die Gesundheitsberufe

24.9.2020 – In Krisenzeiten ist es ratsam, den Bestand rechtzeitig anzusprechen, um einer „Rettungskommunikation am aufgebrachten Kunden“ zuvorzukommen. Wie das gelingen kann, beschreibt der Spezialmakler Michael Jeinsen in seinem Gastbeitrag. (Bild: Picasa)

Zwar berichteten Branchenmedien, dass laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar TNS nur fünf Prozent der Apothekenkunden wegen der Pandemie zum Onlinehandel ausgewichen seien. Doch so mancher Apotheker muss dennoch mit Umsatzrückgängen zurechtkommen. „Wir haben rund 35 Prozent weniger Umsatz und Kundenfrequenz als 2019. Die Leute haben Angst, gehen nicht zum Arzt“, berichtete kürzlich ein Mainzer Apotheker der Allgemeinen Zeitung.

Ein Einzelfall? Wohl nicht. Denn auch aus anderen Städten gibt es ähnliche Aussagen. In Stuttgart etwa berichtet der Inhaber der Apotheke im Romeo, Matthias Walter: „…aber klar, wir hatten einen Umsatzeinbruch“. Weniger dringliche Arztbesuche würden aufgeschoben, so seine Erklärung gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Die Beobachtung, dass Arzt- und Krankenhausbesuche aufgeschoben werden, wird auch von niedergelassenen Ärzten und Kliniken bestätigt. „Um bis zu 80 Prozent weniger Termine sind es, besonders zum Kardiologen und zum Zahnarzt trauen sich viele nicht mehr“, berichtete der Weser Kurier Ende Mai.

Die Konsequenzen: Die allgemeine Stimmung ist durchwachsen

Corona wirbelt alle Wartezimmer und Apotheken-Offizine durcheinander. Es wurde massiv in Diskretion, Separation und Spuckschutz investiert. Die Laune der Helferinnen ist angespannt bis genervt. Die Medien sind voll von Berichten, dass die Versicherungs-Gesellschaften bei Schließung wegen Corona nicht zahlten. Und wer das nicht gelesen hat, dem sagt es seine Kammer oder sein Verband.

Michael Jeinsen (Bild: Picasa)
Michael Jeinsen (Bild: Picasa)

Als Vermittler weiß man: In dieser Situation werden die Kunden in den nächsten Wochen Post vom Versicherer bekommen, möglicherweise auch noch mit Prämienerhöhungen. Da ist es angebracht, den Bestand rechtzeitig anzusprechen, um der sonst zu erwartenden „Krisen- oder gar Rettungskommunikation am aufgebrachten Kunden“ zuvorzukommen.

Gerade Vermittler mit Zahnarzt-Kundschaft sollten hier besonders auf der Hut sein, denn Zahnärzte sind mit Abstand die anspruchsvollste, kaufmännisch fitteste und eben auch volatilste Teilzielgruppe der Gesundheitsberufe.

Aber auch die ansonsten besonders „pflegeleichten“ Apotheker durchleben gerade eine Phase des Wandels – und sie fürchten die sich ankündigende zweite Welle am stärksten. Fern bleibende Kunden sind ein Risiko für alle Apotheken, denn die Rezepte wandern dann möglicherweise zu den Online-Anbietern und das könnte dann sehr schnell zur Gewohnheit werden.

Gefahr einer Betriebschließung wegen Covid-19

Schließungen wegen einer Covid-19-Infektion sind da nochmal gefährlicher. Im April zählte die Informationsplattform Apotheke adhoc bundesweit 23 Apotheken, die wegen einer Ansteckung im Team dicht machen mussten. Einen Versicherungsschutz für diese Ausfälle dürften wohl nur die wenigsten Apotheker haben.

Nur wenn Schließungen aufgrund einer Pandemie explizit als Versicherungsfall im Bedingungswerk festgeschrieben sind, haben Versicherungsnehmer gute Karten. Ansonsten dürften Versicherungskunden leer ausgehen.

So hat es Mitte Juli das Oberlandesgericht Hamm (VersicherungsJournal 20.7.2020, 3.8.2020) entschieden. In einem Eilverfahren unterlag eine Gastwirtin aus Gelsenkirchen, die wegen des Corona-Lockdowns von ihrem Versicherer 27.000 Euro verlangt hatte. Zuvor hatte die Frau bereits am Landgericht Essen eine Abfuhr erhalten.

Kein Einzelfall, meldete der Deutschlandfunk: „Vielen Gastronomen, die wegen Betriebsschließung auf Schadenersatz gehofft hatten, wurden Zahlungen verweigert. 25 Millionen Euro an Prämien standen einer Schadenssumme in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro gegenüber.“

Risiko für Apothekeninhaber nicht abgesichert

Nicht anders sieht es bei Apothekenversicherungen aus, ist Dr. Berthold Pohl, Apotheker in München, überzeugt. „Aktuell gibt es keine Betriebsunterbrechungs-Versicherung, die dieses Risiko für den Inhaber der Apotheke absichert. Das finanzielle Risiko einer Schließung ist für den betroffenen Apotheker enorm, es entsteht außerdem ein ernstzunehmender Imageschaden“, sagte er gegenüber Apotheke-Adhoc).

Aus diesem Grund regt Pohl eine „Notfall-Einsatzbereitschaft“ an. Er meint damit ein Netzwerk, dem sich jeder Inhaber einer öffentlichen Apotheke anschließen kann. Wer mitmacht, verpflichtet sich einmal pro Jahr bei einem von einer kompletten Team-Quarantäne betroffenen Kollegen für vier Tage unentgeltlich einzuspringen. So könnten Schließungen verhindert werden. Damit könnten Apotheken gegen eine mögliche zweite Infektionswelle im nun anstehenden Herbst gewappnet werden.

Mitdenken und Kundenschutz beweisen

Für alle Apotheken-Berater könnte diese Situationsbeschreibung ein Thema sein, das sie mit ihren Kunden jetzt besprechen sollten. Welche Vorkehrungen haben sie getroffen (und wie viel dafür investiert, damit diese Werte sofort eingeschlossen werden können) – das zeigt Mitdenken und Kundenschutz.

Man sollte erklären, warum es bisher noch keinen Schutz gegen Pandemien geben konnte: Weil nämlich seit der Spanischen Grippe 1918/19 dieses Szenario nie mehr flächendeckend drohte und deshalb auch Versicherer nicht auf die Idee gekommen sind, dieses Risiko in ihre Policen hineinzuschreiben.

Das muss sich nach Corona natürlich ändern. Bieten Sie als Vermittler deshalb von sich aus an, Ihren Kunden – wenn eine Betriebskosten-Versicherung nach Corona möglich ist – diese dann auch vorzustellen. Damit haben Sie einen festen Termin irgendwann im Sommer 2021 (oder so…).

Heikler Punkt Arbeitsschutzmaßnahmen

Apotheken müssen zudem damit rechnen, dass sie vermehrt von Pharmazierräten oder Amtsapothekern Besuch erhalten. „Mit den Kontrollen soll geprüft werden, ob Arbeitsschutzmaßnahmen in Zeiten der Corona-Pandemie umgesetzt werden“, erläutert Ralf Kellner, Apothekenberater aus Magdeburg.

Eine Missachtung der Vorkehrungen kann im Fall einer Erkrankung zudem finanzielle Folgen haben: Kommt es nämlich während der Arbeitszeit in einer Apotheke zu einer Infektion, muss unter Umständen die Berufsgenossenschaft für die Behandlungskosten und eventuelle Spätfolgen aufkommen. „Wurden aber die Arbeitsschutzmaßnahmen nicht eingehalten, kann es zu Problemen mit der Berufsgenossenschaft kommen“, warnt Kellner.

Die wichtigen Themen ansprechen

Probleme mit der Revision ist in Apotheken das phobisch besetzte Thema schlechthin. Denn im schlimmsten Falle drohen Betriebsschließung und im Weiderholungsfalle sogar der Entzug der Approbation – also Berufsverbot.

Hier wäre es gut, wenn Sie als spezialisierter Vermittler ein Versicherungskonzept platziert haben, dass die drei Pharmazieklauseln – Abgabeverbot unbeschädigter Waren, Verzicht auf Anwendung der Gutachterklausel und Sanierungsbeginn sofort mit entsprechenden Spezial-Fachbetrieben nach DIN EN ISO 2001 und mit Ende der Betriebsunterbrechung erst nach Wiedereröffnungsrevision – angeboten haben.

Sollte das noch nicht der Falls ein, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses nachzuholen und seinen Kunden damit wenigstens in Fällen versicherter Sachschäden eine gelungene Wiedereröffungsrevision zu gewährleisten.

In Arztpraxen das Jahresgespräch vorziehen

In Arztpraxen sollte man unter Einhaltung aller Corona-Regeln möglichst jetzt versuchen, das Jahresgespräch vorzuziehen, damit alle notwendigen Informationen und Fragebögen bereits vor der Aussendung der Jahresrechnungen vorliegen. Damit nehmen Sie den Ärzten einiges an Arbeit ab und kommen mit ihrem Terminersuchen dann nicht in die bei allen Ärzten immer sehr angespannte Winterzeit.

Deshalb: Man sollte den Mut haben, gerade jetzt, da es durchaus Vakanzen im Sprechzimmer gibt, diesen Pflichttermin anzufragen und auch persönlich wahrzunehmen. Machen Sie schon bei der Terminanfrage klar, dass Sie dem Arzt Zeit sparen wollen, wenn Grippe und Corona zusammenkommen.

Kündigen Sie an, dass Sie diesmal auch über den Schutz vor DSGVO-Datenrechtsverletzungen sprechen möchten, wie man sich also wirksam vor dem Übergang zu einem Straftatbestand schützen kann. Die Lösungen hier: Cyber-Risk mit direktem Zugriff auf Datenrechtsanwälte und IT-Forensiker sowie den Spezial-Strafrechtsschutz für Ärzte.

Erklären Sie weiter, dass Sie zudem darüber aufklären möchten, wie ein wirksamer Schutz vor Betriebsschließung in Zukunft aussehen könnte. Damit sollten Sie dann tatsächlich einen Termin bekommen, auf den der Arzt gespannt ist.

Lesetipp

Das für die Beratung notwendige Wissen über den Apothekenalltag, aber auch Informationen über die üblichen Skurrilitäten des Berufsstandes stellt der Autor in seinem „Apothekerbuch“ vor. Hier werden zudem ausführlich alle relevanten und versicherbaren apothekenspezifischen Risiken erklärt.

Das nötige Wissen über den Berufsstand der Zahnärzte enthält das Fachbuch „Zahnärzte“ der Spezialmaklerin Nicole Gewert. Sie berschreibt die versicherungstechnischen Herausforderungen für diese Berufsgruppe und zielgruppengerechte Lösungen.

Für einen ersten Überblick bietet sich ebenfalls das Webportal www.denphamed.de an. Die Plattform liefert Detailwissen zu geeigneten Absicherungs- und Service-Themen für Heilberufler und ermöglicht Kontakte zu Spezialisten.

Michael Jeinsen

Der Autor ist Versicherungsvermittler und arbeitet als Spezialmakler für Apotheker in Berlin.

 
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