Zahl der Riester-Verträge ist 2018 erstmals gesunken

23.4.2019 – Bei der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ist der Vertragsbestand 2018 auf Jahressicht erstmals zurückgegangen. Dies zeigt die aktuelle Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Während Fondsgesellschaften und Bausparkassen zulegen konnten, verloren die Versicherer und die Banken deutlich.

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Erstmals in der fast 20-jährigen Riester-Geschichte konnten im vergangenen Jahr die Vertragsabgänge nicht durch Neuabschlüsse kompensiert werden. Auf Jahressicht ging der Nettobestand an Riester-Verträgen – also unter Einberechnung der Kündigungen und Vertragsabgänge – um 10.000 auf 16,597 Millionen zurück.

Das zeigt die kurz vor Ostern vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichte amtliche Statistik (Stand: 17. April 2018). Ruhend gestellte Kontrakte werden vom Ministerium nicht zahlenmäßig ausgewiesen, sondern unverändert auf einen Anteil von „gut einem Fünftel“ geschätzt.

Rückläufige Entwicklung

Damit setzte sich der rückläufige Trend der Vorquartale fort (VersicherungsJournal 3.7.2018, 12.10.2018, 17.12.2018).

In den letzten Jahren waren die Bestände auf Zwölfmonatssicht noch gewachsen, jedoch von Jahr zu Jahr weniger (VersicherungsJournal 10.4.2018, 3.4.2017, 12.4.2016). Vor fünf Jahren betrug das Plus noch an die 300.000 Kontrakte, vor acht Jahren sogar an die eine Million.

Riester-Bestand (Bild: Wichert)

Für das Schlussquartal 2018 werden keine Zahlen ausgewiesen

Zahlen für das vierte Quartal werden in den BMAS-Statistiken traditionell nicht ausgewiesen – und lassen sich für die Versicherer aktuell auch nicht mithilfe von früher veröffentlichten Zahlen für alle Varianten errechnen.

Der Grund findet sich in einer Fußnote zu der Datensammlung: „Änderungen der Zahlen gegenüber früheren Veröffentlichungen sind auf Revisionen zurückzuführen“, heißt es in der Spalte zu den versicherungsförmigen Riester-Verträge.

Dort wird für Ende 2017 neuerdings ein Bestand von 10,881 Millionen Policen aufgeführt – das sind 14.000 mehr als in den letzten vier Statistiken ausgewiesen wurden. Im vergangenen Frühjahr hatte sich sogar eine doppelt so große Differenz gezeigt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hatte auf Nachfrage keine Aufklärung bieten können, wo diese Verträge genau herkommen.

Für die Riester-Banksparpläne errechnet sich für das Schlussquartal ein Minus von 5.000 Verträgen. Wohn-Riester lag mit 10.000 Kontrakten im Plus, die geförderten Fondssparpläne vermehrten sich sogar um 21.000.

Versicherungen und Banksparpläne im Minus

Auf Jahressicht ging der Bestand bei den Versicherungen um über 60.000 auf unter 10,87 Millionen Policen zurück. Für die geförderte Banksparpläne stand ein Minus von 50.000 auf nicht einmal mehr 680.000 Stück zu Buche.

Positiv entwickelten sich hingegen die Eigenheimrenten-Verträge (plus über 40.000 auf 1,81 Millionen Kontrakte) sowie die Fondssparpläne (plus 60.000 auf annähernd 3,3 Millionen Verträge).

Riester-Zugang (Bild: Wichert)

Stand 31. Dezember 2017 kommt die Wohn-Riester-Variante auf rund 10,9 (Ende 2017: knapp 10,7; Ende 2016: 10,2) Prozent Anteil. Bei den Riester-Fondssparplänen sind es den aktuellen Ministeriumsdaten zufolge 19,8 (19,5; 19,2) Prozent, bei den Banksparplänen nicht einmal mehr 4,1 (4,4; 4,7) Prozent.

Der Anteil der Rentenversicherungen, der Ende 2016 noch bei annähernd 66 Prozent lag, betrug zum Jahresende 2018 nur noch 65,2 Prozent. Zum Vergleich: Ende 2015 bewegte sich der Anteil letztmals über der Marke von zwei Dritteln. Ende 2011 waren es noch über 70 Prozent und Ende 2006 sogar noch über 80 Prozent.

Leserbriefe zum Artikel:

Thomas Haupt - Teilweise mehr als drei ruhende Riester-Verträge. mehr ...

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Altersvorsorge · Bausparen · Rente · Riester
 
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