Warum Lebensversicherungs-Policen vorzeitig beendet werden

7.12.2018 – Kapitalbildende Lebens- und/oder private Rentenversicherungen werden am häufigsten wegen finanziellen Engpässen oder niedrigen Renditen gekündigt, stillgelegt oder verkauft. Dies zeigt eine Umfrage der Winninger AG unter über 1.000 Besitzern einer solchen Police. Rund die Hälfte hat schon mit dem Gedanken einer Kündigung gespielt, aber nicht einmal jeder Vierte hat dies dann auch tatsächlich getan.

WERBUNG

Hauptgrund dafür, einen Lebensversicherungs-Vertrag stillzulegen oder zu kündigen, sind finanzielle Engpässe. Dies zeigt eine Untersuchung des Marktforschungs-Instituts Infas Quo GmbH im Auftrag des Policenaufkäufers Winninger AG.

Für die Befragung wurden Mitte September Onlineinterviews mit 1.047 Personen zwischen 25 und 60 Jahren geführt, die eine kapitalbildende Lebensversicherung und/oder eine private Rentenversicherung besitzen.

Warum Policen am häufigsten gekündigt werden

Auf die Frage nach dem Kündigungsgrund wählte mehr als ein Drittel der Befragten die Antwortoption „weil ich mir die Beiträge nicht mehr leisten kann“. Ebenfalls vergleichsweise häufig angegeben wurden die stark gesunkene Rendite, die Investition in eine bessere Anlage, die Schuldentilgung und Arbeitslosigkeit. Hierfür stimmten jeweils um die 30 Prozent.

Am anderen Ende der Rangliste finden sich die Antwortoptionen „weil ich dem Lebensversicherer nicht mehr vertraue“ und „weil ich mir einen besonderen Wunsch erfüllen will“. Diese Gründe waren nur bei etwa jedem achten Befragten ausschlaggebend für die Stilllegung oder Kündigung der Police. Mehrfachnennungen waren möglich.

Gründe für LV-Kündigungen (Bild: Wichert)

Fast die Hälfte hat schon an eine Kündigung gedacht

Weiteres Ergebnis: Die knappe Mehrheit der Interviewten hat zumindest schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ihre kapitalbildende Lebens- beziehungsweise private Rentenversicherung stillzulegen, zu kündigen oder zu verkaufen. 49 Prozent bekundeten hingegen, sich keine entsprechenden Gedanken gemacht zu haben.

Allerdings hat nicht einmal jeder Vierte schon einmal eine solche Police gekündigt. Der Anteil nimmt mit steigendem Alter zu.

Der relativ niedrige Anteil dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Interviewten ihre Kapital- beziehungsweise Rentenversicherung weiterhin für die richtige Altersvorsorge halten. Dies verneinte nur ein gutes Fünftel. Das verbleibende Drittel wollte oder konnte sich weder für „Ja“ noch für „Nein“ entscheiden.

Skepsis gegenüber dem Onlineverkauf

Wie die Untersuchung weiter zeigt, steht die Mehrheit der Lebensversicherungs-Besitzer einem Onlineverkauf skeptisch gegenüber. Dies konnten sich nur 46 Prozent vorstellen. Die verbleibenden 56 antworteten mit „Nein“.

Dies wurde am häufigsten damit begründet, diese Option sei zu unsicher/unseriös. Knapp dahinter folgt das Ablehnungsmotiv „kein Bedarf/ Grund/ Interesse zu verkaufen“. Diese beiden Gründe wurden von jeweils fast jedem vierten Befragten genannt.

Diejenigen Personen, die sich einen Onlineverkauf vorstellen könnten, wurden nach den nötigen Voraussetzungen dafür gefragt. Am wichtigsten sind hier regelmäßige Informationen über den Stand des Verkaufsprozesses sowie gute Bewertungen des Anbieters durch andere Kunden. Ebenfalls wichtig sind ein persönlicher Ansprechpartner sowie die Nummer einer Servicehotline.

Eine Videochatberatung wird nur von wenigen Befragten gefordert. So gut wie gar nicht ins Gewicht fallen umfassende Informationen und Sicherheiten, oder dass der Verkauf gewinnbringend sein müsse. Hier waren ebenfalls Mehrfachnennungen möglich.

Leserbriefe zum Artikel:

Wilfried Hartmann - Immer mehr ein Minusgeschäft. mehr ...

Peter Schramm - Ahnungslose zu befragen, ist keine gute Idee. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Lebensversicherung · Marktforschung · Private Rentenversicherung · Rente · Verkauf
 
WERBUNG
WERBUNG
Mehr Umsatz durch professionelle Kundenpflege

Ob Kundenzeitung, Homepage oder Newsletter – durch regelmäßige Fachinformationen bieten Sie Ihren Kunden echten Nutzen.
Sie haben keine Zeit dafür? Die Autoren des VersicherungsJournals nehmen Ihnen das Schreiben ab.

Jetzt auch für Ihren Social Media Auftritt.

Eine Leseprobe und mehr Informationen finden Sie hier...

WERBUNG
VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Von welchen Gesellschaften wollen die Vertreter weg?

Wie steht es um die Wechselbereitschaft in der Versicherungswirtschaft?

Neue Erkenntnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Struk- turen des Versicherungsver- triebs – BVK-Strukturanalyse 2016/2017“ erfahren Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Fonds sind kein Teufelszeug

Von Fonds und Fondspolicen lassen die meisten Deutschen die Finger. Wie Sie dennoch mit dieser Produktgruppe Vertriebserfolge einfahren, zeigt ein aktuelles Praxisbuch.

Mehr Informationen erhalten Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
3.4.2014 – Die Vema e.G. hat auf ihrem Jahreskongress neue Hilfen gegen das „Zu-Tode-Verwalten“ vorgestellt, die Perspektiven des Altersvorsorge-Geschäfts diskutiert und „die besten Maklerbetreuer“ ausgezeichnet. (Bild: Meyer) mehr ...
 
22.10.2018 – Werden die Abschlussprovisionen in der Lebensversicherung begrenzt, hat nur eine Minderheit der Vermittler einen Plan, wie es weitergehen soll. Und dies ist oft kein guter Plan, so das Ergebnis einer Leserumfrage des VersicherungsJournals. (Bild: VersicherungsJournal) mehr ...
 
2.3.2018 – Der Neuzugang in Leben war 2017 so kläglich wie schon lange nicht mehr. Auch bei unabhängigen Vermittlern liefen Vorsorgeprodukte eher schlecht als recht, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Der Vertriebsstimmung hat dies allerdings keinen Abbruch getan – ganz im Gegenteil. (Bild: Wichert) mehr ...
 
28.2.2018 – Erfolgreicher Verkauf über die eigenen Vermittler, mehr Gesundheitsservice und Kampf gegen die Bürgerversicherung: Diese Ziele prägen den Koblenzer Versicherer. Doch es gibt auch weitere Baustellen. (Bild: Schmidt-Kasparek) mehr ...
 
12.9.2017 – Welche Produktgruppen bei unabhängigen Vermittlern zuletzt mehr schlecht als recht liefen und in welchen Produktlinien das Geschäft brummte, zeigt eine aktuelle Untersuchung. (Bild: Wichert) mehr ...
 
18.8.2017 – Wie es um das Vorsorgeverhalten der Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland steht, war Thema aktueller Studien der Deutschen Bank, der Postbank und von Union Investment. (Bild: Postbank) mehr ...
 
26.4.2017 – Wofür die Bundesbürger Geld zurücklegen, welche Sparziele sie verfolgen und welche Bankprodukte die beliebtesten sind, zeigen zwei aktuelle Studien. mehr ...
 
23.2.2017 – In der Altersvorsorge dreht es sich immer öfter um die Frage, welche Anlageform die nächsten 30 bis 40 Jahre die beste sein wird. Dabei werden viele Fehlurteile der Kunden bestärkt, schreibt Philip Wenzel in einem Gastkommentar. (Bild: Köhler) mehr ...
 
14.12.2016 – Vorsorge-Produkte gehören in der Absatz-Hitliste von Maklern und Mehrfachvertretern nach einer aktuellen Studie zu den großen Ladenhütern. Welche Produktlinien am besten verkauft werden. (Bild: Wichert) mehr ...
 
6.10.2016 – Die Axa, die Condor, die Gothaer, der HDI, die Itzehoer sowie die Charta und die Conceptif haben in den letzten Tagen neue Helferlein für Makler auf den Markt gebracht. Darunter finden sich weitere Apps genauso wie eher klassische Fachserien. (Bild: Screenshot Deshalb-mehr-Rente.de) mehr ...
WERBUNG