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Wann Covid-19-Folgen als Berufskrankheit anerkannt werden

28.4.2021 – Wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen, so kann es sich um eine Berufskrankheit handeln, für welche Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung beantragt werden können. Das hat der Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mitgeteilt.

Nach Angaben des Verbandes erreichen die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in der letzten Zeit vermehrt Anfragen, ob es sich bei Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 um meldepflichtige Berufskrankheiten oder Arbeitsunfälle handelt.

Ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass sich Betroffene bei ihrer Arbeit infiziert haben könnten, sollten sie nach Meinung des Spitzenverbands der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unbedingt ihren Arbeitgeber informieren.

Der muss die Fälle dann ebenso wie Krankenkasse und Ärzte der Berufsgenossenschaft beziehungsweise der Unfallkasse der Betroffenen melden, wenn die Erkrankung zu einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens drei Tagen oder gar zum Tode geführt hat.

Aber selbst wenn die Infektion zunächst milde verläuft, wird den Erkrankten empfohlen, sie ihrem Arbeitgeber zu melden oder sie direkt bei der Berufsgenossenschaft anzuzeigen. Das könne formlos geschehen und sollte auf jeden Fall immer dann erfolgen, wenn man glaubt, sich an seinem Arbeitsplatz infiziert zu haben, zum Beispiel bei einem engen Kontakt mit einer infizierten Person.

Dokumentation im „Verbandbuch“

Alle Tatsachen, die mit der Infektion zusammenhängen, sollten außerdem im sogenannten „Verbandbuch“ des Arbeitgebers dokumentiert werden.

Denn komme es nach einiger Zeit doch noch zu einer schweren Erkrankung, würden diese Daten der Unfallkasse beziehungsweise der Berufsgenossenschaft bei ihren Ermittlungen helfen. Dabei stehe eine spätere Meldung der Anerkennung als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit nicht entgegen.

Erhalten Träger der gesetzlichen Unfallversicherung eine Verdachtsanzeige, so würden sie automatisch selbst klären, ob es sich um einen Versicherungsfall handelt. Weitere Anträge müssten daher nicht gestellt werden.

Meldung auch bei symptomlosen Verläufen

Bei einer hohen Zahl von Infektionen innerhalb eines Betriebes sollte nach der Mitteilung des DGUV unbedingt der Präventionsdienst der zuständigen Berufsgenossenschaft beziehungsweise der Unfallkasse eingeschaltet werden. Das gelte selbst dann, wenn die Infektionen symptomlos verlaufen.

Die Unfallversicherungs-Träger würden dann ermitteln, ob die Arbeitsbedingungen bei der Verbreitung des Virus möglicherweise eine Rolle gespielt haben. Auf dieser Grundlage würden sie dann Hinweise geben, wie die Betriebe weitere Infektionen verhüten können.

Die Mitteilung des Verbandes steht übrigens in einem gewissen Widerspruch zur Meinung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Dieses hatte in einem Rundschreiben vom 7. Januar diesen Jahres die Ansicht vertreten, dass die Folgen einer Covid-19-Erkrankung als Berufskrankheit derzeit in der Regel nur auf Personen beschränkt ist, „die im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt sind.“ (VersicherungsJournal 12.1.2021)

 
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