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Standard Life überträgt Kunden an neue Gesellschaft

15.10.2018 – Der Versicherer mit Sitz in Schottland hat seine Versicherungsnehmer in Deutschland, Österreich und Irland darüber informiert, dass ihre Policen auf eine Tochtergesellschaft in Irland übertragen werden sollen. Dabei bleiben die Ansprechpartner gleich, aber es fällt die Insolvenzsicherung weg.

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Vor einem Jahr hatte die Standard Life Versicherung, Zweigniederlassung Deutschland der Standard Life Assurance Limited, angekündigt, das Geschäft mit den deutschen, österreichischen und irischen Kunden von Großbritannien nach Irland zu übertragen (VersicherungsJournal Medienspiegel 13.10.2017).

Damit reagiert das Unternehmen auf den Austritt Großbritanniens aus der EU. Mit dem Übertragen der Bestände an die Gesellschaft in Irland bleiben die Policen unabhängig von den noch nicht feststehenden Ergebnissen der Auftrittsverhandlungen mit den Briten innerhalb des EU-Binnenmarktes.

Kunden wurden über Wechsel informiert

Jetzt wurden die Kunden mit einem Schreiben und einer etwa 30 Seiten umfassenden Broschüre informiert, wie dieser Wechsel konkret vollzogen werden soll. Betroffen sind nach Unternehmensangaben 600.000 Policen. Ausgenommen sind die auf britisches Pfund laufenden Kontrakte.

Geplant ist demnach, die Versicherungsverträge von der im schottischen Edinburgh beheimaten Standard Life Assurance Limited auf deren im irischen Dublin ansässigen Tochtergesellschaft Standard Life International DAC zu übertragen. Dies solle „Anfang 2019“ geschehen.

Voraussetzung ist, dass ein schottisches Gericht, britische und EU-Aufsichtsbehörden sowie ein unabhängiger Gutachter dem Vorhaben zustimmen. Die abschließende Gerichtsverhandlung ist für den 19. Februar terminiert.

Insolvenzschutz fällt weg

Die Verträge der deutschen Versicherungsnehmer werden „wie bisher in Deutschland verwaltet“, schreibt das Unternehmen. Auch die Ansprechpartner blieben gleich. „Lediglich der Versicherer wechselt“.

Beim genaueren Lesen der Kundeninformation erfahren die Versicherungsnehmer, dass nicht nur lediglich der Versicherer wechselt. Für die nach Irland übertragenen Policen entfällt nämlich der Insolvenzschutz durch den britischen Entschädigungsfonds FSCS. In Irland gäbe es keinen gesetzlichen Entschädigungsfonds, räumt Standard Life ein.

Das Unternehmen verweist in diesem Zusammenhang auf den unabhängigen Sachverständigen. Der schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz als „äußerst gering“ ein.

Der Gutachter nennt eine Solvenzquote der Standard Life International nach Übertragung von 136 Prozent. Ob für diesen Wert Übergangs-Erleichterungen herangezogen wurden, ist nicht angegeben.

Kapitalanlage bleibt teilweise in Großbritannien

Die Kapitalanlagen der betroffenen Policen werden überwiegend auf entsprechende Fonds der Irland-Tochter übertragen.

Ein kleiner Teil des Portfolios ist im „Heritage With Profits Funds“ investiert, in dem auch die in Großbritannien verbleibenden Policen anlegen. Um den Fonds nicht teilen zu müssen, bleibt er für die zu übertragenden Verträge als Rückversicherungslösung bestehen.

Steuerlich wirke sich die Bestandsübertragung nur im Ausnahmefall aus, teilt Standard Life mit. Das betreffe nur die Empfänger bestimmter britischer Steuergutschriften und jene Kunden, die ihren Wohnsitz nach Irland verlegen.

Einwände können vor Gericht geltend gemacht werden

Für Beschwerden gegen den Versicherer wird die Versicherungsaufsicht von Irland statt der von Großbritannien zuständig. Kunden können sich aber auch weiterhin an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) werden.

Standard Life Assurance ist Mitglied beim Versicherungsombudsmann e.V. Ob auch Standard Life International der Schlichtungsstelle beitreten wird, wurde den Policeninhabern nicht mitgeteilt.

Für Einwände gegen die Bestandsübertragung werden die Betroffenen an das schottische Gericht verwiesen. Der Sachverständige versichert, dass er diese berücksichtigen werde.

 
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