So wichtig sind die einzelnen Sparten für die Lebensversicherer

11.7.2018 – Renten- und Pensionsversicherungen hatten im vergangenen Jahr den größten Anteil am Neuzugang der deutschen Lebensversicherer. Dies waren laut aktuellen GDV-Zahlen zu rund zwei Drittel Mischformen mit Garantien, zu einem Viertel Klassik-Policen und nur zu einem Neuntel Fondspolicen. Deutliche Zuwächse gab es seit 2010 nur bei den sonstigen Lebensversicherungen.

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Zwischen 2008 und 2017 ist der Vertragsbestand der deutschen Lebensversicherer (ohne Pensionskassen und Pensionsfonds) um fast zehn Prozent auf zuletzt 84,126 Millionen zurückgegangen. Ohne einen Sondereffekt (VersicherungsJournal 25.8.2016) wäre das Minus noch deutlich größer ausgefallen.

Grund hierfür ist unter anderem ein seit Jahren deutlich abgeschwächtes Neugeschäft, das die regulären und vorzeitigen Abgänge schon länger nicht mehr kompensieren kann. Im vergangenen Jahr war der Neuzugang mit nur noch 4,91 Millionen eingelösten Versicherungsscheinen so niedrig wie schon lange nicht mehr.

Dies ist der vergangene Woche vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlichten Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2018“ zu entnehmen (VersicherungsJournal 5.7.2018).

Kapitalversicherungen mit erheblichem Bedeutungsverlust

Bei den Anteilen der einzelnen Produktarten hat es zuletzt sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand zum Teil erhebliche Verschiebungen gegeben.

So hat etwa die kapitalbildende Lebensversicherung, einst das Flaggschiff der Branche, nach und nach an Bedeutung beim Neuzugang verloren. Im Vergleich zu 2010 ist der Anteil an den eingelösten Versicherungsscheinen von rund einem Siebtel auf ein gutes Zehntel zurückgegangen.

Zum Vergleich: 2005 entsprachen rund 1,75 Millionen Neuverträge noch fast einem Viertel des gesamten Neuzugangs. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Neuabschlüsse mit knapp über 500.000 nicht einmal mehr ein Drittel so groß.

Neuzugang Kapital-Lebensversicherung (Bild: Wichert)

Renten-/ Pensionsversicherungen mit dem größten Neuzugangsanteil

Auf den größten Anteil am Neuzugang kommen im Betrachtungszeitraum Renten- und Pensionsversicherungen. Hier ist aber ebenfalls eine rückläufige Entwicklung zu beobachten. Lag der Anteil in den Jahren 2010 und 2011 noch bei jeweils rund der Hälfte, so ging es danach zuletzt fast kontinuierlich abwärts auf nur noch rund 40 Prozent. Im vergangen Jahr gab es allerdings einen minimalen Aufwärtstrend um einen Zehntelprozentpunkt.

Drittwichtigste Produktgattung für das Neugeschäft sind die sonstigen Lebensversicherungen, wozu der GDV unter anderem Lebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung, Kapitalisierungs-Geschäfte, Bauspar-Risikoversicherungen sowie übrige Einzel- und Kollektivversicherungen zählt. Ihr Anteil hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt – auf zuletzt rund ein Sechstel.

Jeweils in etwa jeder siebte eingelöste Versicherungsschein entfiel in den vergangenen vier Jahren auf die Produktgattung Restschuldversicherung. Während bei den Risikoversicherungen ein abnehmender Trend zu beobachten ist, nahm der Bereich Restschuld von 2010 auf 2017 um fast zwei Drittel zu.

Der Anteil der Invaliditäts-Versicherungen liegt seit 2012 relativ konstant um die acht Prozent. Kaum ins Gewicht fallen nach wie vor Pflegerenten-Versicherungen mit einem Anteil am Neuzugang in den letzten fünf Jahren jeweils um die 0,5 Prozent – zuletzt mit rückläufigem Trend.

Neuzugang Leben 2010-2017 (Bild: Wichert)

Renten-/ Pensionsversicherungen auch beim Gesamtbestand in Front

Auch im Gesamtbestand haben Renten- und Pensionsversicherungen das größte Gewicht – mit einem Anteil von über 45 Prozent (plus 1,6 Prozent). Danach folgen Kapitalversicherungen mit einem Anteil von einem knappen Drittel. Das Minus betrug der GDV-Auflistung zufolge etwas über fünf Prozent.

Jeder elfte Vertrag entfiel Ende 2017 auf die Kategorie Risikoversicherung. Dahinter folgen Invaliditäts-Versicherungen mit einem Anteil von knapp über und die sonstigen Lebensversicherungen mit einem Anteil von knapp unter einem Zwanzigstel. Rund jede 35. Police ist den Restschuld-Versicherungen zuzuordnen, während nur jeder 333. Vertrag eine Pflegerente ist.

Bestand Leben (Bild: Wichert)

Geänderte Erfassungsmethode

Konkrete Vergleiche mit dem Neuzugang früherer Jahre sind aufgrund einer geänderten Erfassungsmethode nicht möglich. Denn in der aktuellen Broschüre schlüsselt der Versichererverband das Neugeschäft nicht mehr wie in den letzten Jahren getrennt nach Einzel- und Kollektivversicherungen auf.

Vielmehr wird davon abweichend nun der eingelöste Neuzugang insgesamt aufgelistet. Deshalb sind Abweichungen zu früheren Berichten der VersicherungsJournal-Redaktion nicht auszuschließen.

Neue Unterteilung der Renten- und Pensionsversicherungen

Eine weitere Veränderung betrifft die Unterteilung des neuen Bereichs Renten- und Pensionsversicherungen. Hier wird einerseits in klassische, andererseits in fondsgebundene Versicherungen und neuerdings zusätzlich in Mischformen mit Garantie unterschieden. Letztere Kategorie wurde zuvor zu einem Teil den klassischen und zu einem Teil den fondsgebundenen Policen zugeordnet.

Beim Neuzugang sind fast zwei von drei Renten- und Pensionsversicherungen der Kategorie Mischformen mit Garantien zuzuordnen, ein gutes Viertel der Klassik und das verbleibende gute Neuntel den Fondspolicen.

Im Bestand haben die Klassik-Policen weiterhin die Oberhand (rund zwei Drittel Anteil), während auf die Kategorie Mischformen mit Garantien rund ein Viertel entfiel. In etwa jeder neunte Vertrag im Renten- und Pensionsversicherungs-Bestand der Lebensversicherer ist eine Fondspolice. Bei manchen Anbietern ist der Anteil sehr viel höher (VersicherungsJournal 26.6.2018).

 
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