WERBUNG

So teuer kommt „Sabine“ die Versicherer zu stehen

12.2.2020 – Nach einer ersten Schätzung geht Aon von etwa 500 bis 700 Millionen Euro Schadenbelastung durch das Orkantief „Sabine“ (9. bis 11. Februar) aus. Die Meyerthole Siems Kohlruss Gesellschaft für aktuarielle Beratung setzt ihre Schadenprognose mit 600 Millionen Euro ähnlich hoch an. Die Provinzial geht von einem voraussichtlichen Schadenaufwand von 25 bis 35 Millionen Euro aus.

WERBUNG
Windfeld (Bild: Aon)
Das Windfeld beim Orkantief „Sabine“
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Aon)

Vom 9. bis zum 11. Februar fegte das Orkantief „Sabine“ über weite Teile Deutschlands hinweg. Starkregen und Orkanböen von in Spitze bis zu 177 km/h richteten zum Teil verheerende Schäden und Verwüstungen unter anderem an Gebäuden, Fahrzeugen, Stromleitungen und Bahnstrecken an. Relativ glimpflich kam dabei der Nordosten davon.

In Deutschland waren nach jetzigem Stand keine Todesopfer durch das Extremwetterereignis zu beklagen. Im übrigen Europa forderte „Sabine“– im nicht-deutschsprachigen Raum wird das Orkantief „Ciara“ genannt, in Skandinavien „Elsa“ – mindestens sieben Menschenleben.

500 bis 700 Millionen Euro Kosten für Versicherer

Dies geht aus dem „Sturmbericht“ der Aon Deutschland GmbH hervor, den das Beratungs- und Dienstleistungs-Unternehmen am Dienstag veröffentlicht hat. In diesem wird der versicherte Schaden durch „Sabine“ auf 500 bis 700 Millionen Euro geschätzt.

„Deutschland war auf das Orkantief ‚Sabine‘ sehr gut vorbereitet. So wurde unter Anderem bereits im Vorwege der gesamte Fernverkehr der Deutschen Bahn, der Flugverkehr von Eurowings und der Fährbetrieb an den Küsten vorsorglich eingestellt.

Das Fußballspiel Mönchengladbach gegen Köln wurde abgesagt. In vielen Bundesländern blieben die Schulen am Montag, den 10. Februar, geschlossen. Diese Maßnahmen könnten dazu beigetragen haben, dass die Schäden nicht deutlich höher ausgefallen sind“, heißt es in dem Bericht.

MSK rechnet mit 600 Millionen Euro Schadenvolumen für „Sabine“

Am Dienstag hat auch die Meyerthole Siems Kohlruss Gesellschaft für aktuarielle Beratung mbH (MSK) eine erste Schadenschätzung veröffentlicht. MSK geht von rund 600 Millionen versichertem Schaden aus.

Damit werde „Sabine“ für die Assekuranz „ein mittelstarkes Ereignis, wie es alle drei bis vier Jahre vorkommt“, lässt sich der Versicherungs-Mathematiker Onnen Siems zitieren. Insgesamt erwartet er rund eine halbe Million Schäden. Der Großteil der Kosten werde auf Gebäudeschäden entfallen.

Ein Vergleich mit „Kyrill“ vor 13 Jahren, für den die Assekuranz nach aktuellen Werten über drei Milliarden Euro für die Regulierung ausgegeben hat (25.1.2007, 9.2.2007, 16.2.2007), hält Siems für nicht zutreffend.

Vom Verlauf her habe „Sabine“ eher dem Sturmtief „Niklas“ geähnelt, der vor knapp fünf Jahren als letztes Sturmereignis deutschlandweit für Schäden gesorgt und die Sach- und Kfz-Versicherer etwa 700 Millionen Euro gekostet habe (9.4.2015).

Provinzial Rheinland: Schadensumme wischen 25 und 35 Millionen Euro

Als erster Versicherer hat – ebenfalls am Dienstag – die Provinzial Rheinland Versicherung AG eine erste Schadenprognose abgegeben. Das Unternehmen berichtete von circa 9.700 Gebäude und rund 250 Fahrzeugschäden, zu denen in den ersten 48 Stunden Meldungen eingegangen seien. Man gehe von einer Schadensumme zwischen 25 und 35 Millionen Euro, schätzt Pressesprecher Christoph Hartmann.

„Damit werden die Schäden durch ‚Sabine‘ voraussichtlich erheblich geringer ausfallen als beim letzten großen Orkantief ‚Friederike‘ vom Januar 2018“ (19.1.2018, 24.1.2018, 25.1.2018). Damals habe die Provinzial Rheinland Schäden in Höhe von 60 Millionen Euro zu verzeichnen gehabt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Aktuar · Beitragsrückerstattung · Elementarschaden · Regulierung · Starkregen
 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Von welchen Gesellschaften wollen die Vertreter weg?

Wie steht es um die Wechselbereitschaft in der Versicherungswirtschaft?

Neue Erkenntnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Struk- turen des Versicherungsver- triebs – BVK-Strukturanalyse 2016/2017“ erfahren Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Werbung im Vermittlerbüro

WettbewerbsrechtMan muss mehrere Gesetzesbücher wälzen, um etwas über das Wettbewerbsrecht zu erfahren. Einfacher macht es ein Praktikerhandbuch des VersicherungsJournals.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
19.2.2020 – Das Orkantief hat bundesweit zahlreiche Verwüstungen angerichtet. Inzwischen haben auch der GDV, die öffentlichen Versicherer und der R+V-Konzern Schätzungen zur Gesamtschadenhöhe veröffentlicht. (Bild: Jan Mallander, CC0) mehr ...
 
25.1.2018 – Der Branchenbeobachter Dr. Marc Surminski hat auch in diesem Jahr einen (nicht ganz ernst gemeinten) Blick in die Zukunft der Versicherungswirtschaft geworfen – und überraschende Entwicklungen und Ereignisse vorhergesehen. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
9.10.2017 – Das Sturmtief „Xavier“ hat vergangene Woche im Norden Deutschlands einige Todesopfer gefordert und zu teils verheerenden Schäden geführt. Eine erste Schätzung der Schadenhöhe haben jetzt die Aktuare von Meyerthole Siems Kohlruss veröffentlicht. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
6.10.2017 – Die Versicherungswirtschaft hat mit dem Naturgefahrenreport 2017 eine (Schaden-) Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. Darin liefert der GDV auch neue Zahlen zur Anbündelungsquote von erweitertem Naturgefahrenschutz an die Wohngebäudeversicherung. (Bild: Wichert) mehr ...
 
7.8.2017 – Auf welche Summen sich die Schäden aus den Starkregenfronten der letzten Wochen belaufen und wie es um die Elementardeckung bei Betroffenen bestellt ist, erfragte das VersicherungsJournal stichprobenweise bei einigen Versicherern. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
3.7.2013 – Der GDV hat eine erste Bilanz der versicherten Schäden gezogen, die durch die Überschwemmungen in den letzten Wochen verursacht wurden. Wie befürchtet wird es für die Assekuranz teurer als beim „Jahrhunderthochwasser“ 2002. mehr ...
 
21.2.2020 – Noch bis Dienstag sind alle Leser, die als Vermittler tätig sind, aufgerufen sich an der Leserumfrage zur Naturgefahrendeckung in der Wohngebäudeversicherung zu beteiligen. Die Ergebnisse werden im nächsten Extrablatt veröffentlicht. (Bild: VersicherungsJournal) mehr ...
WERBUNG