So „reich“ sind die Deutschen im internationalen Vergleich

8.10.2021 – In der aktuellen Auflage ihres „Global Wealth Reports“ hat die Allianz erneut die Entwicklung des Vermögens privater Haushalte in fast 57 Ländern beleuchtet. 2020 fiel das Wachstum erneut so stark aus wie schon lange nicht mehr. Die Bundesbürger landen in der globalen Pro-Kopf-Vermögensrangliste weiterhin nur so gerade eben noch in der Top 20.

Bereits zum zwölften Mal hat die Allianz SE im Rahmen der Studie „Global Wealth Report“ das Geldvermögen und die Verschuldung der privaten Haushalte in ausgewählten Ländern analysiert. Das Geldvermögen in Landeswährung wurde dabei zum festen Wechselkurs von Ende 2020 in Euro umgerechnet.

Die Daten der meisten Länder beruhen auf Statistiken aus der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung zur Vermögensbilanz. Teilweise „konnten wir das Geldvermögen durch Informationen aus Haushaltsumfragen, Bankstatistiken, Statistiken zum Aktien- und Bondvermögen und versicherungs-technischen Rückstellungen approximieren“, heißt es in dem Report.

Die aktuell 57 untersuchten Länder machen über 91 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 68 Prozent der Weltbevölkerung aus. Kriterien für die Länderauswahl werden in dem Report nicht genannt.

Geldvermögen wächst erneut auf Rekordniveau

Das Jahr 2020 verlief laut der Untersuchung außergewöhnlich. Es „war ein Jahr extremer Gegensätze. Covid-19 zerstörte Millionen an Menschenleben und Existenzen. In der Folge stürzte die Weltwirtschaft in ihre tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig mobilisierten Geld und Fiskalpolitik ungeahnte Summen zur Unterstützung von Wirtschaft, Märkten und Menschen.

Mit Erfolg: Einkommen wurden stabilisiert und die Aktienmärkte erholten sich schnell. Mit diesem Rückenwind widerstand das Geldvermögen der Haushalte der Coronakrise: Das globale Brutto-Geldvermögen stieg 2020 um 9,7 Prozent und erreichte damit erstmals die magische Marke von 200 Billionen Euro“, heißt in einer Pressemitteilung zu der Publikation.

Damit wurde exakt die Steigerungsrate aus dem Vor-Corona-Jahr erreicht (VersicherungsJournal 24.9.2020). Vor drei Jahren betrug das Plus in den damals untersuchten Ländern acht Prozent (27.9.2018), vor vier Jahren nicht einmal fünf Prozent (22.9.2016).

Leicht abgeschwächter Boom bei Wertpapieren

Nachdem im Vorjahr noch Wertpapiere mit etwa einem Siebtel das stärkste Wachstum unter den Vermögensklassen erzielt hatten, ging es 2020 „nur“ noch um ein knappes Neuntel bergauf. Allerdings waren vor drei Jahren erstmals seit der Finanzkrise wieder in nennenswertem Umfang frische Gelder in Aktien und Investmentfonds geflossen.

Aktuell erhöhte sich das Wertpapiervermögen auf 81 Billionen Euro. Der Anteil am Brutto-Geldvermögen stieg damit von 40 auf ein neues 13-Jahres-Hoch von 40,4 Prozent.

Versicherungen mit sinkendem Anteil

Rang zwei belegen Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen mit 58 Billionen Euro (plus 6,3 Prozent). In diese Kategorie fallen Forderungen gegenüber privaten Versicherungs-Gesellschaften, Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung, öffentlichen, kirchlichen und kommunalen Zusatzversorgungs-Einrichtungen sowie den Versorgungswerken der freien Berufe, nicht jedoch gegenüber Einrichtungen der Sozialversicherung.

Der Anteil am Brutto-Geldvermögen verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr wegen des vergleichsweise moderaten Wachstums um einen Prozentpunkt auf 29 Prozent. Zum Vergleich: Zuvor hatte der Anteil seit 2008 kontinuierlich bei über 30 Prozent gelegen. 2011 wurde mit 32,7 Prozent der Höchststand im Betrachtungszeitraum erreicht.

Am stärksten zugelegt haben die Bankeinlagen, die mit fast einem Achtel (auf 56 Billionen Euro) auf eine in etwa doppelt so starke Zuwachsrate wie 2019 kamen. Dies liegt einige Prozentpunkte über dem bisherigen Spitzenwert von plus einem Zwölftel im Jahr 2008.

Wie die Studienautoren hervorheben, entfiel auf Bankeinlagen in allen untersuchten Märkten die Hälfte oder mehr der frischen Spargelder. Diese erreichten mit 5,2 Billionen Euro (plus über drei Viertel) ebenfalls einen neuen Rekordwert. „Die Lockdowns reduzierten die Konsumgelegenheiten drastisch“, wird zum Hintergrund mitgeteilt.

Verbindlichkeiten erneut stark gestiegen

Die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte wuchsen im Berichtsjahr mit nicht ganz sechs Prozent (auf 46,3 Billionen Euro) deutlich stärker als im langfristigen jährlichen Mittel, geht aus dem Report weiter hervor.

Da die Schulden sich nicht so stark wie das Brutto-Geldvermögen erhöhten, erreichte das Netto-Geldvermögen (Differenz zwischen Brutto-Geldvermögen und Verbindlichkeiten) Ende 2020 ein neues Rekordhoch von über 153 Billionen Euro.

Deutschland nur so gerade eben in der Top 20

In der Liste der 20 reichsten Länder (Brutto-Geldvermögen pro Kopf) belegt Deutschland zum dritten Mal in Folge den 19. Platz. Der Wert liegt bei knapp 85.400 Euro. Spitzenreiter ist die Schweiz mit über 313.000 Euro, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit über 260.000 Euro.

Beim Netto-Geldvermögen langte es für die Bundesrepublik mit knapp 62.000 Euro immerhin erneut zu Position 18. An erster Stelle liegen die Vereinigten Staaten mit über 218.000 Euro vor der Schweiz (212.000 Euro).

Globaler Vergleich (Bild: Allianz)
Die Liste der 20 reichsten Länder (Netto-Geldvermögen und Brutto-Geldvermögen pro Kopf). Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: Allianz)

Der 55-seitige „Allianz Global Wealth Report 2021“ steht kostenfrei unter diesem Link (PDF, 3,8 MB) in englischer Sprache zum Download bereit.

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