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Sind Jahresprämienzahler wirklich die besseren Autofahrer?

24.11.2021 – Pkw, für welche die Haftpflichtprämie jährlich gezahlt wird, verunfallen deutlich seltener als dies bei Monatszahlern der Fall ist. Auch Schadenbedarf und Durchschnittskosten fallen bei Ersteren deutlich niedriger aus. Dies ist der gemeinschaftlichen Kraftfahrt-Statistik von Bafin und GDV für 2020 zu entnehmen.

Im vergangenen Jahr verursachten Personenkraftwagen (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 112) 48 Unfälle je 1.000 Jahreseinheiten. Dies zeigt die „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2020“.

Diese wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegeben und beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.

Immobilienbesitzer und Beamte sind die besseren Risiken

Weitere Erkenntnisse: Die durchschnittliche von den Haftpflichtversicherern zu zahlende Entschädigung lag zuletzt bei 3.960 (2019: 3.680; 2018: 3.593; 2017: 3.451) Euro. Der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf belief sich auf unverändert 192 (222; 222; 221) Euro.

Bei den Zweitwagen fällt das Unfallgeschehen für die Versicherer in allen drei Sektoren ungünstiger aus. Flottenfahrzeuge verunfallen zwar häufiger und auch der Schadenbedarf fällt höher aus. Dafür kostet ein Crash im Schnitt aber weniger als bei Zweitwagen und Pkw insgesamt (VersicherungsJournal 13.10.2021).

Bei der Tarifgruppe B, in der die Angehörigen des öffentlichen Dienstes versichert sind, sieht es hingegen klar günstiger aus (19.10.2021). Gleiches gilt auch für das Merkmal „Immobilienbesitz“ (3.11.2021).

So wirkt sich die Zahlungsperiode auf das Unfallgeschehen aus

In die Tarifkalkulation fließen zahlreiche weitere Merkmale ein, unter anderem auch die Zahlungsperiode. Und diese hat statistisch gesehen Einfluss auf das Unfallgeschehen.

Die rund 25,5 Millionen der 45,6 Millionen Pkw, für welche die Haftpflichtprämie einmal im Jahr bezahlt wird, weisen ein überdurchschnittlich gutes Schadenverhalten auf. Von 1.000 solcher Fuhrwerke haben nämlich nur 43 (2019: 55; 2018: 56) einen Haftpflichtschaden.

Wird der Beitrag dagegen vierteljährlich bezahlt, was für fast knapp 6,3 Millionen Personenkraftwagen vereinbart wurde, beträgt die Schadenhäufigkeit 59 (72; 74) Fälle je 1.000 Einheiten. Genauso häufig verunfallen die monatlichen Prämienzahler (Vorjahre: 71 beziehungsweise 73 Haftpflichtschäden je 1.000 Fahrzeuge). Dies wurde für fast sieben Millionen Fuhrwerke dieser Art ausgemacht.

Durchschnittlicher Schaden der Monatszahler fällt deutlich höher aus

Bei den Jahreszahlern ist der durchschnittliche Schaden mit 3.826 (Vorjahre: 3.571; 3.474) Euro um rund 130 (110; 120) Euro günstiger als im Gesamtdurchschnitt. Daher fällt der Schadenbedarf mit 165 (196; 194) Euro deutlich unterdurchschnittlich aus.

Schadengeschehen (Bild: Wichert)

Am höchsten ist dieser mit 246 (Vorjahre jeweils 276) Euro bei monatlicher Zahlungsweise. Das ist weiterhin ein gutes Viertel mehr als bei den Gefährten dieser Gattung insgesamt. Für die Monatszahler müssen die Haftpflichtversicherer mit im Schnitt 4.203 (3.885; 3.795) Euro auch am meisten zahlen pro Crash. Nur geringfügig niedriger fallen die Werte bei den Vierteljahres-Zahlern aus.

Leserbriefe zum Artikel:

Erwin Daffner - Manche Personen werden gleich doppelt zur Kasse gebeten. mehr ...

+Rüdiger Falken - Nur die Korrelation mehrerer Parameter zeigt eine wertbare Abhängigkeit. mehr ...

Peter Schramm - Mehrkosten im Wesentlichen durch Ratenzahler verursacht . mehr ...

Erwin Daffner - Eine zusätzliche Einnahmequelle. mehr ...

Andreas Burkhardt - Die vielen Tarifierungsmerkmale leisten einer Entsolidarisierung Vorschub. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Immobilie · Pkw · Schadenregulierung · Versicherungsaufsicht
 
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