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Riester-Neurentner erhielten 2022 im Schnitt fast 170 Euro pro Monat

15.5.2024 – Die etwa 500.000 neu in der Auszahlungsphase befindlichen Riester-Verträge kamen im Schnitt auf 169,89 Euro Monatsrente. Das sind fast 38 Euro mehr als bei den eine Millionen Riester-Rentnern insgesamt. Die nur laufend ausbezahlte Rente für die Neufälle lag mit 74,46 Euro um über sieben Euro niedriger als bei den Verträgen in der Auszahlungsphase insgesamt. Dies zeigt die kürzlich vom BMF vorgelegte „Riester-Auszahlungsstatistik“

Ende 2022 befanden sich mehr als eine Million Riester-Verträge in der Auszahlungsphase. Laut der kürzlich erstmals vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgelegten „Riester-Auszahlungsstatistik“ lag die monatliche Rentenhöhe über alle aufgeführten Auszahlungsformen im Schnitt bei knapp 132 Euro.

Fünf Auszahlungsformen

Die fünf Auszahlungsformen sind

  • laufende Alters- oder Erwerbsminderungsrenten,
  • laufende Alters- oder Erwerbsminderungsrenten mit einmaliger Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent,
  • einmalige Abfindung einer Kleinbetragsrente (§ 93 EStG),
  • laufende Leistung an den Hinterbliebenen,
  • sonstige Zahlungsformen (zum Beispiel nach Beginn der Auszahlungsphase unmittelbar an die Leistungsempfänger ausgezahlte Zulagen).

Betrachtet man nur die Gruppe der Riester-Rentner mit einer laufenden Alters- oder Erwerbsminderungsleistung (Einfachrentenbezug), so hat das Ministerium einen durchschnittlichen Betrag von 980,98 Euro errechnet. Das bedeutet eine Monatsrente von 81,75 Euro (VersicherungsJournal 23.4.2024).

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Besonderheiten bei der Interpretation der Daten

Bei der Interpretation der Riester-Auszahlungsstatistik sind laut BMF eine ganze Reihe von Besonderheiten zu beachten. So erhielten Empfänger der Auszahlungsformen mit Abfindung oder Teilkapitalauszahlung im ersten Leistungsjahr teils sehr hohe Leistungsbeiträge.

Im Folgejahr würden die abgefundenen Personen dann „in der Regel“ nicht mehr als Bestandsfälle erfasst. Bei denjenigen mit Teilkapitalauszahlung fielen die Leistungsbeiträge ab dem Folgejahr deutlich niedriger aus.

Das Ministerium weist ferner darauf hin, dass aktuelle Bestandsfälle kaum lange Ansparphasen aufweisen könnten, da die Förderung der Riester-Rente erst 2002 begonnen habe. Deshalb erwartet das Ministerium, „dass sich die Auszahlungsbeträge bei zukünftigen Auswertungen erhöhen werden, wenn vermehrt Leistungsempfänger mit längeren Riester-Ansparphasen in die Auszahlung gelangen“.

„Zusätzlich erfolgt eine Auswertung für die Leistungsjahre 2021 und 2020 sowie eine separate Darstellung von Verträgen, die im jeweiligen Vorjahr noch nicht in der Auszahlungsphase waren, als sogenannte Neufälle der Jahre 2022 und 2021. Die statistische Erfassung beginnt ab dem Leistungsjahr 2020“, so das Ministerium weiter.

Neufälle 2022 mit im Schnitt höherer Riester-Rente

Betrachtet man nur die Neufälle des Jahres 2022, so zeigt sich, dass die 503.018 neuen Auszahlungsempfänger 1.025,5 Millionen Euro erhielten. Das entspricht einer monatlichen Rentenzahlung von im Schnitt (arithmetisches Mittel) 169,89 Euro. Das ist ein um etwa 38 Euro höherer Betrag als bei den Personen im Rentenbezug insgesamt.

Darin eingerechnet sind auch die einmaligen Abfindungen einer Kleinbetragsrente von im Schnitt 4.438,02 (insgesamt: 4.090,83) Euro sowie die laufenden Leistungen inklusive der einmaligen Teilkapitalauszahlung in Höhe von durchschnittlich 6.224,23 Euro, jeweils für das Berichtsjahr.

Zum Vergleich: Für alle Riester-Rentner werden vom Ministerium Werte von 4.090,83 Euro (Abfindungen von Kleinbetragsrenten) beziehungsweise 5.477,01 Euro (laufende Zahlungen inklusive Teilkapitalauszahlungen) aufgeführt.

Laufende Renten der 2022er-Neufälle im Schnitt etwas niedriger

An den gut eine halbe Million Neufällen hat die Gruppe der Riester-Rentner mit einer laufenden Alters- oder Erwerbsminderungsleistung (Einfachrentenbezug) einen Anteil von 68,7 Prozent.

Für diese hat das Ministerium einen durchschnittlichen Betrag von 893,40 Euro errechnet. Das bedeutet eine Monatsrente von 74,45 Euro, was 7,30 Euro unter dem Betrag aller Personen in der Auszahlungsphase liegt.

Die Gruppe mit mehreren Verträgen in der Auszahlungsphase kommt mit 17.499 Personen auf einen Anteil von knapp 3,5 Prozent. An sie fließen im Jahr 2.875,34 Euro, was einer monatlichen Rentenzahlung von 239,61 Euro entspricht.

2021er-Neufälle mit vergleichsweise hohen laufenden Renten

Zum Vergleich: An die 240.659 Neufälle des Jahres 2021 wurden 764 Millionen Euro ausgezahlt. Das entspricht einer monatlichen Rentenzahlung von im Schnitt (arithmetisches Mittel) 264,55 Euro.

Für die Riester-Rentner mit einer laufenden Leistung errechnet sich aus den Ministeriumsdaten ein durchschnittlicher Auszahlungsbetrag von 1.059,41 Euro. Das bedeutet eine Monatsrente von 88,28 Euro, was knapp 14 Euro unter dem entsprechenden Betrag der Neufälle 2022 liegt, aber rund 6,50 Euro über dem Betrag der Riester-Rentner 2022 insgesamt.

Die Gruppe der Riester-Rentner mit einer laufenden Alters- oder Erwerbsminderungsleistung (Einfachrentenbezug) hatte allerdings auch nur einen Anteil von 42,6 (2022: 68,7) Prozent an den Neufällen insgesamt.

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Einkommensteuer · Rente · Riester · Senioren
 
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