WERBUNG

Private Krankenversicherung: Riesige Unterschiede bei den Kosten

19.8.2019 – Die Abschlusskosten liegen je nach Gesellschaft zwischen 1,2 Prozent und 18,8 Prozent und die Verwaltungskosten betragen zwischen 0,9 und 6,4 Prozent der Prämieneinnahmen. Bei beiden Quoten haben sich manche Anbieter deutlich verbessert oder verschlechtert. Das zeigt die im Map-Report erschienene Bilanzanalyse.

WERBUNG

Im Jahr 2018 hat sich die Lage der Gesellschaften teils deutlich verändert. Das zeigt der Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“.

So hat die Branche in der Krankheitskosten-Vollversicherung im vergangenen Jahr 17.000 Versicherte (minus 0,2 Prozent) verloren. Die Spanne reichte von netto 32.8870 Neuzugängen beim Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. bis zum Verlust von 18.410 Versicherten bei der DKV Deutsche Krankenversicherung AG (VersicherungsJournal 12.8.2019).

Teilweise haben die Versicherungsnehmer den Vertragspartner gewechselt, das zeigt der Transfer der Alterungsrückstellen. Insgesamt wurden zwischen den Gesellschaften 50 Millionen Euro übertragen (29.7.2019). Auch bei der Beitragsentwicklung über alle Versicherungszweige unterscheiden sich die Gesellschaften erheblich (5.8.2019).

Scheinbar wird das sinkende Neugeschäft mit steigenden Kosten eingekauft.

Reinhard Klages, Analyst Map-Report

Abschlusskosten über zweieinhalb Milliarden Euro

Für ihr Neugeschäft haben die Krankenversicherer 2018 im Durchschnitt 6,34 Prozent der insgesamt verdienten Bruttobeiträge als Abschlusskosten investiert. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr (6,28 Prozent) angestiegen. Gemessen am Durchschnitt der letzten drei Jahre (6,38 Prozent), fünf Jahre (6,40 Prozent) und zehn Jahre (7,00 Prozent) gingen diese Kosten jedoch zurück.

Die absolute Höhe der Abschlusskosten betrug branchenweit 2,51 Milliarden Euro, das waren 2,79 Prozent mehr als im Vorjahr. Map-Report-Analyst Reinhard Klages interpretiert die Zahlen so:

"Generell ist in einer wachstumsschwachen Phase davon auszugehen, dass die Abschlusskostensätze sinken. Trotz Deckelung der Abschlusskosten und offenbar mäßigem Neugeschäft waren die Aufwendungen für Vertragsabschlüsse in den vergangenen fünf Jahren jedoch nicht rückläufig. Scheinbar wird das sinkende Neugeschäft mit steigenden Kosten eingekauft.“

Zwischen einem und 19 Prozent

Bei den einzelnen Unternehmen gehen die Werte weit auseinander.

Kostenführer in diesem Bereich ist die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. mit einer Abschlusskostenquote von 1,21 (Vorjahr 1,32) Prozent. Das dürfte das Resultat eines schwachen Neugeschäfts sein, denn der Verein hat im letzten Jahr Vollversicherte verloren und war bei der Beitragsentwicklung zuletzt auf dem sechstletzten Platz.

Ebenfalls noch unter zwei Prozent liegt die Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG (FAMK). Auch sie hat Vollversicherte und Marktanteile verloren. Die drittplatzierte Huk-Coburg Krankenversicherungs-AG hat dagegen Vollversicherte gewonnen bei den Beiträgen überdurchschnittlich zugelegt.

Hohe Abschlusskostenquoten sind ein Wachstumsindikator

Die höchste Abschlusskostenquote weist mit 18,8 (Vorjahr 17,9) Prozent die Ergo Krankenversicherung AG aus, die im letzten Jahr noch als Ergo Direkt Krankenversicherung AG firmierte (28.3.2019). Ein überdurchschnittlicher Wert ist ein Indiz für ein vergleichsweise starkes Neugeschäft. Ergo Direkt steigerte die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 6,9 Prozent.

Auch Hansemerkur Krankenversicherung AG mit 12,6 (11,7) Prozent und Concordia Krankenversicherungs-AG 11,7 (11,2) Prozent, Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG 10,0 (9,8) Prozent und UKV - Union Krankenversicherung AG mit 9,8 (9,4) Prozent konnten ihre Marktanteile ausbauen oder zumindest behaupten.

Abschlusskosten PKV 2018 (Bild: Meyer)

Gewinner und Verlierer

Gemessen an den Werten von 2017 haben sich die Quoten im Branchendurchschnitt nur um 0,69 Prozent erhöht. Einzelne Unternehmen schafften aber deutlich mehr.

Den relativ stärksten Anstieg erreichte mit 9,4 Prozent die Arag Krankenversicherungs-AG, obwohl sie die Beitragseinnahmen nur um 2,4 Prozent erhöhen konnte. Den zweithöchsten Zuwachs der Abschlusskostenquote verbuchte mit 9,0 Prozent die Central Krankenversicherung AG, die zu den Marktanteilsverlierern gehört. Zu dieser Gruppe gehört auch die Barmenia Krankenversicherung a.G. mit einem Quotenanstieg um 8,9 Prozent.

Um mehr als ein Viertel konnte die DEVK Krankenversicherungs-AG ihren Abschlusskostenanteil senken, obwohl die Gesellschaft ein überdurchschnittliches Wachstum erreicht hat.

Abschlusskosten Veränderung PKV 2018 (Bild: Meyer)

Verwaltungskosten durchschnittlich gut zwei Prozent

Für ihren Geschäftsbetrieb gaben die Krankenversicherer 2018 wie im Vorjahr im Durchschnitt 2,26 Prozent der verdienten Bruttobeiträge aus.

Spitzenreiter ist die Huk-Coburg. Sie konnte die Verwaltungsquote von 0,91 auf 0,89 Prozent verbessern. Verfolger Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. mit 1,43 (Vorjahr 1,41) Prozent und Landeskrankenhilfe mit 1,49 (1,48) Prozent haben sich dagegen etwas verschlechtert.

Auch hier dürfte die Beitragsentwicklung eine Rolle spielen. Bei starken Wachstum sinkt die Quote und umgekehrt.

Verwaltungskosten PKV 2018 (Bild: Meyer)

Es wurde teuer oder billiger

Bei manchen Gesellschaften haben sich die Aufwendungen für den Geschäftsbetrieb im Verhältnis zu den Prämieneinnahmen deutlich zum Guten oder Schlechten verändert.

Ergo Direkt gelang ein Absenken der Verwaltungskostenquote um 13 Prozent, der Continentale Krankenversicherung a.G. um sieben und der R+V Krankenversicherung AG um vier Prozent.

Relativ teurer wurde der Betrieb für Inter um acht Prozent sowie für Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) und Nürnberger Krankenversicherung AG um jeweils sieben Prozent.

Verwaltungskosten Veränderung PKV 2018 (Bild: Meyer)

Bezugshinweis

Der Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 121 Seiten Übersichten und Grafiken zu diversen Geschäftszahlen wie Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen und Marktanteilen von bis zu 37 privaten Krankenversicherungs-Gesellschaften.

Für 30 Anbieter der Krankenvollversicherung werden darüber hinaus auf jeweils zwei Seiten acht Kennzahlen im Langfristvergleich zum Markt tabellarisch und grafisch dargestellt.

Das Heft ist als E-Paper ab 363 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

Nachträgliche Ergänzung 19.8.2019:

Der ursprünglich falsch angegebene Nettozugang an Vollversicherten bei der Debeka wurde korrigiert.

 
WERBUNG
WERBUNG
Treffen Sie das VersicherungsJournal ...

... auf der Hauptstadtmesse am 17. September (Stand 69). Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch und zahlreiche interessante Gespräche.

Nehmen Sie vor Ort außerdem an unserem Quiz teil und gewinnen mit etwas Glück ein Buch aus dem Verlagsprogramm!

WERBUNG
Chatten Sie schon oder fahren Sie noch?
Bild: Pixabay, CC0

Wie kommen Sie zum Kunden? Und was kostet Sie dieser Kundenkontakt?

Das VersicherungsJournal-Extrablatt (21. Oktober) berichtet rund um die Mobilität. Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen als Vermittler teilhaben. Wie? Mit einer kurzen und anonymen Leser-Umfrage, die sie über diesen Link erreichen.

WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Welcher Vertriebstyp sind Sie?

Das Spektrum der Persönlichkeitstypen reicht vom Krieger bis zum Verführer.

Was passiert, wenn sie im Kundengespräch aufeinandertreffen?

Weitere Informationen finden Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
27.8.2019 – Im Geschäftsjahr 2018 gingen die Renditen durchschnittlich weiter zurück, bei einzelnen Unternehmen sogar drastisch. Die im Map-Report erschienene „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung“ zeigt aber auch Gewinner – und insgesamt riesige Unterschiede zwischen den Gesellschaften. (Bild: Meyer) mehr ...
 
12.8.2019 – Im Geschäftsjahr 2018 hat die Branche insgesamt Vollversicherte eingebüßt, einzelne Anbieter sogar zweistellig. Aber zehn Gesellschaften konnten gegen den Trend zulegen. Das zeigt die im Map-Report erschienene „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“. (Bild: Meyer) mehr ...
 
5.8.2019 – Im Geschäftsjahr 2018 lagen die privaten Krankenversicherer wieder weit auseinander, teilweise gingen die Prämien zurück. Das hat auch die Rangliste nach Beitragsentnahmen verändert. (Bild: Meyer) mehr ...
 
29.7.2019 – Auch 2018 wanderten wieder zig Millionen Euro an Alterungsrückstellungen zwischen den einzelnen Anbietern hin und her. Wer netto am meisten hinzugewonnen beziehungsweise verloren hat, zeigt der aktuelle Map-Report. (Bild: Wichert) mehr ...
 
14.2.2019 – Die vorläufigen Ergebnisse der Versicherungsgruppe für 2018 offenbaren je nach Sparte unterschiedliche Trends. Konzernchef Ulrich Leitermann gab vor Journalisten einen Einblick, wie die „Vision 2023“ im Unternehmen umgesetzt wird. (Bild: Meyer) mehr ...
 
20.9.2018 – In den vergangenen zehn Jahren sind die Beitragseinnahmen in der privaten Krankenversicherung um weit über ein Viertel gestiegen. Die Spannbreite reicht von gut sieben bis zu über 200 Prozent. (Bild: Wichert) mehr ...
WERBUNG