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Neues Telematik-Angebot für Millionen Autofahrer

6.9.2019 – Rund vier Millionen Autofahrer können im nächsten Jahr an einem neuen Telematik-Angebot teilnehmen. Dafür wird derzeit ein Datenpool aufgebaut, der es den beteiligten Versicherern ermöglicht, die Telematik-Technik kostengünstig zu nutzen. Experten rechnen damit, dass 2020 schon rund eine Millionen Autofahrer mit einem privaten Telematik-Tarif unterwegs sein werden.

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Die Meyerthole Siems Kohlruss Gesellschaft für aktuarielle Beratung mbH (MSK) und die Scor Rückversicherung Deutschland – Niederlassung der Scor SE haben am Donnerstag ihre zehnte K-Tagung abgehalten. Dort wurde unter anderem ein neues Telematik-Angebot vorgestellt.

Onnen Siems (Bild: Schmidt-Kasparek)
Onnen Siems (Bild: Schmidt-Kasparek)

„Wir starten im nächsten Jahr mit mindestens vier Autoversicherern“, sagte MSK-Geschäftsführer Onnen Siems.

Um allen Autoversicherern, auch kleineren Anbietern, einen Zugang zum Telematik-Markt zu bieten, hat MSK die Grundlagen für einen Telematik-Datenpool aufgebaut und entwickelt derzeit eine eigene App.

Sensor mit App

„Wir kombinieren die App mit einem Sensor, der im Auto an der Windschutzscheibe befestigt wird und seine Energie über Solarzellen bezieht“, erläuterte Siems. Der Sensor speichert die Fahrbewegung und übermittelt sie anonym an den Datenpool. Einen GPS-Sender gibt es aber nicht. Die App wird sich künftig automatisch mit dem Sensor verbinden, wenn der Autofahrer das Fahrzeug betritt.

Eine ähnliche Technik hat die Huk-Coburg Versicherung AG Anfang 2019 auf den Markt gebracht. An einem MSK-Workshop Ende 2018 zum Telematik-Datenpool hatten rund 20 Autoversicherer teilgenommen. Mit dem Start des MSK-Telematik-Datenpools würde neben Huk-Coburg und Allianz Versicherung AG ein weiterer großer Anbieter den Pay-as-you-drive-Markt betreten.

Mehr Wettbewerb

Der Wettbewerb könnte anziehen. „Auch innerhalb unserer Stakeholder gibt es weiterhin Wettbewerb“, erläuterte Siems. Hinter der einheitlichen App könnten die Assekuranzen die Risikoeinschätzung individuell vornehmen. Der Datenschutz ist laut MSK in vollem Umfang in die App integriert.

Grundsätzlich müssten Telematik-Tarife immer vollkommen „safe“ sein, um am Markt zu bestehen. Zudem gebe es für die Versicherer, die an dem neuen System teilnehmen, absolute Datentransparenz. Die Kunden hätten vollen Zugriff auf die anonymisierten Rohdaten.

Siems zeigte, wie über den Datenpool die Charakteristik der einzelnen Fahrer ermittelt werden kann. So lassen sich beispielsweise Vielfahrer, Pendler oder Fahranfänger systematisch tarifieren.

„Wir behaupten nicht, die optimale Lösung zu haben, sind uns aber sicher, dass wir bei einer Zusammenarbeit mit vielen Versicherern, künftig die Nase vorne haben“, so Siems.

Telematik-Potenzial wird unterschätzt

Torsten Oletzky (Bild: Schmidt-Kasparek)
Torsten Oletzky (Bild: Schmidt-Kasparek)

Nach Einschätzung von Professor Dr. Torsten Oletzky vom Institut für Versicherungswesen der Technischen Hochschule Köln wird das Potenzial von Telematik in Deutschland immer noch unterschätzt.

Er sagte: „Wer hier als Versicherer weiter an der Seitenauslinie steht, verhält sich falsch.“ Auch wenn der Erfolg nicht sofort beschieden wäre, sollten sich mehr Autoversicherungen mit Telematik beschäftigen. Wichtig sei es auch, dass Versicherer flexibler mit Startups kooperieren. „Lernen Sie von den Digital Natives, sie erreichen immer mehr junge Menschen“, so Oletzky.

Als Beispiel für eine gelungene Kundenansprache nannte der frühere Ergo-Vorstand die Anbieter Nexible GmbH, Friday, Deutsche Niederlassung der Friday Insurance S.A. oder Coya AG. Einen Patentschutz für Kundenansprache gäbe es nicht.

Eine große Veränderung in der Autoversicherung würde nach Einschätzung von Oletzky entstehen, wenn es gelänge, das Monopol von Check24 Vergleichsportal GmbH zu brechen. „Es macht heute keinen Spaß, über Check24 zu verkaufen, nur weil dieser Kanal funktioniert“, so der Professor. Denn der Verkauf wäre so teuer wie über den Agenturkanal. Viele Autoversicherer würden sich hier Marktanteile zu Lasten der Profitabilität einkaufen. Das wäre wirtschaftlich wenig sinnvoll.

Signal Iduna erwartet Boom bei E-Scootern

Marc Breiter (Bild: Schmidt-Kasparek)
Marc Breiter (Bild: Schmidt-Kasparek)

Die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG ist im Bereich der E-Scooter stark engagiert. Sie ist der Flottenversicherer der unter der Marke Circ auftretenden LMTS Holding S.C.A. und gleichzeitig an dem Unternehmen beteiligt.

„Wir haben einige tausende Risiken versichert“, sagte Marc Breiter, Abteilungsleiter Kraftfahrt, Unfall Betrieb, Underwriting privat bei dem Versicherer.

Für den Rollervermieter hat die Gesellschaft einen Minutentarif für den Kfz-Haftpflichtschutz entwickelt. Einen Kaskoschutz gibt es derzeit noch nicht.

„Wir haben in der Kooperation mit Circ festgestellt, dass man deutlich flexibler reagieren muss.“

Die Signal-Iduna versichert den Anbieter in zwölf Ländern und rechnet mit einem Boom bei der Mikromobilität.

Schadenrisiko wird als hoch eingeschätzt

Erste Schadenerfahrungen gibt es aus dem Ausland. Nähere Angaben machte die Signal Iduna aber nicht. „In Deutschland sammeln wir nun Erfahrungen und werden wohl erst im nächsten Jahr etwas zu den Schadenquoten sagen können.“

Am Rande der Veranstaltung wurde das Schadenrisiko von E-Scootern hoch eingeschätzt. So gibt es vermehrt Unfälle unter Alkohol, der verbotenen Personenbeförderung und durch Roller, die als Hindernis mitten auf dem Weg abgestellt werden.

Das vorgeschriebene Handzeichen beim Abbiegen macht die Roller extrem instabil. „Zudem müssen die Kfz-Haftpflichtversicherer auch für Umweltschäden aufkommen, die etwa entstehen, wenn ein Roller beispielsweise in ein Gewässer geworfen wird und der Akku zu einer Verunreinigung führt“, so ein Teilnehmer der Tagung.

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