Neues für Firmen, Vermieter, Berater und Landwirte

12.3.2019 – Die Basler vereinfacht ihren Antragsprozess in der Cyberversicherung. Hiscox hat die Versicherungsleistungen für Dienstleister erweitert. Allcura belohnt eine Defino-Zertifizierung. Die R+V hat ihre Mietkautionsbürgschaft überarbeitet und die SV bietet eine Ernteausfall-Versicherung auf Indexbasis.

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Die Basler Versicherungen haben ihren Antragsprozess bei der Cyberpolice für kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich des produzierenden und verarbeitenden Gewerbes sowie Handels- und Dienstleistungsbetriebe mit bis zu zehn Millionen Euro Jahresumsatz vereinfacht. Zudem wurde der Deckungsumfang erweitert.

Neun Risikofragen

Der Risikofragebogen umfasst folgende neun Fragen, die alle positiv beantwortet werden müssen. Ansonsten prüft die Basler die Abgabe eines Angebots im individuellen Underwriting.

  1. Der Versicherungsnehmer betreibt keine Tochterunternehmen oder Betriebsstätten im Ausland?
  2. Der Versicherungsnehmer betreibt keine automatisierten Produktionssysteme (ICS) wie beispielsweise SCADA oder DCS?
  3. Der Versicherungsnehmer bearbeitet, speichert oder übermittelt im Jahr weniger als 20.000 Kreditkartendaten?
  4. Der Versicherungsnehmer unterliegt nicht dem PCI DSS (Payment Card Industry Data Security)?
  5. Es existieren Zugangskontrollen für Informations-verarbeitende Systeme? Unter Zugangskontrollen wird dabei verstanden, dass der Versicherungsnehmer ein benutzerindividuelles Passwort verwendet.
  6. Es werden automatisch aktualisierte Antivirenprogramme und Firewalls eingesetzt?
  7. Es existiert ein geregelter und/oder automatisierter Prozess zum Aufspielen von Updates, Patches und Servicepacks zur Schließung von Sicherheitslücken (Patch-Management)?
  8. Informations-verarbeitende Systeme unterliegen einem mindestens wöchentlichen Sicherungsprozess zur Erstellung von Datensicherungen (Back-ups)?
  9. In den letzten fünf Jahren sind keine Informationssicherheits-Verletzungen (wie Hackerangriffe), Bedienfehler, Datenrechtsverletzungen oder Cybererpressungen auf- oder eingetreten? Unter Bedienfehlern werden dabei nur diejenigen verstanden, die bei Bestehen einer Cyberversicherung auch zu einem Schadenfall geführt hätten.

Hinsichtlich bereits eingetretener, aber nicht festgestellter Informationssicherheits-Verletzungen besteht im Rahmen der Rückwärtsdeckung unbegrenzter Versicherungsschutz.

Inklusive Bußgelder

Versichert sind im Schadenfall die Cyberkosten beispielsweise für Forensik, Drittschäden im Rahmen einer Haftpflicht sowie Eigenschäden (zum Beispiel Betriebsunterbrechung). Zudem sind ab März auch die beschädigte IT-Hardware sowie Entschädigungen für zu entrichtende Bußgelder im Ausland umfasst.

Mitversichert sind nun auch analoge Daten. Der ab März erweiterte Leistungsumfang erstreckt sich auch auf den Zeitraum nach dem eigentlichen Cyberschadenfall. So werden die Honorare für eine Sicherheitsanalyse inklusive der Empfehlungen zur Sicherheitsverbesserung erstattet, um zukünftige Schäden bereits im Ansatz zu verhindern.

Mindestversicherungssumme

Die Cyberpolice hat eine Versicherungssumme von mindestens 50.000 Euro. Auch für größere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 50 Millionen Euro bietet der Versicherer Cyberschutz.

Wie die Cyberpolice der Basler bislang im Rating der Franke und Bornberg GmbH bewertet ist und sie im Vergleich dasteht, findet sich im nächsten VersicherungsJournal Extrablatt 1|2019, das am 25. März erscheint. Es kann dann kostenlos über diesen Link als PDF-Datei im Internet heruntergeladen werden.

Große Spannbreite

Die Hiscox SA, Niederlassung für Deutschland hat das Wording für die Versicherungslösungen „Professions by Hiscox“ und „Consult by Hiscox“ überarbeitet. Neu sind die weltweite Deckung ohne Ausnahme, die dreifache Maximierung der Versicherungssumme und unbegrenzte Nachmeldung. Die 100-Euro-Selbstbeteiligung in der Vermögensschaden-Haftpflicht wurde gestrichen.

Nach der Neuauflage werden vom Einzel- bis zum Großunternehmen Jahresumsätze von 30.000 bis 2,5 Millionen Euro sowie Versicherungssummen von 100.000 bis zu drei Millionen Euro versichert. Zudem ist individuelles Underwriting möglich. Aufbauend auf der Vermögensschaden-Haftpflicht kann der Deckungsschutz um Module wie die Betriebshaftpflicht, Cyber und Sachinhalt erweitert werden.

Optionale Absicherung

Für Berater bietet „Consult by Hiscox“ nun die optionale Versicherung von Geschäftsführer-Tätigkeiten mit drei möglichen Entschädigungsgrenzen und im Antrag eine automatische Mitversicherung von M&A-Tätigkeiten. Es gibt eine erweiterte Eigenschadendeckung, beispielsweise durch das Key-Man-Cover. Fällt ein Mitarbeiter in einer Schlüsselposition dauerhaft aus, werden die Recruitingkosten oder die Mehrkosten für Interimspersonal ersetzt.

Neu ist auch die Deckung bei ungerechtfertigter Insolvenzanfechtung. Hiscox übernimmt die Prüf- und Verteidigungskosten, wenn vom Insolvenzverwalter des Kunden eine Zahlung ungerechtfertigt zurückgefordert wird.

Speziell für Übersetzer, Immobilienmakler und Berufsbetreuer

Für Übersetzer, Immobilienmakler und Berufsbetreuer wurden beim Relaunch von „Professions by Hiscox“ Speziallösungen entwickelt. Beispielsweise sind in der Deckung für Übersetzer auch Dolmetscher, Autoren, Lektoren und Korrektoren sowie Nebentätigkeiten wie Büroservice via Klausel mitversichert.

Immobilienmakler profitieren von einer Versicherung bei Schlüsselverlust und bei Berufsbetreuern sind Nebentätigkeiten via Klausel abgesichert, zum Beispiel die Nachlassverwaltung oder die Vermittlung von Patientenverfügungen.

Norm-konformes Arbeiten

Die Allcura Versicherungs-AG räumt Finanzberatern, die von der Defino Institut für Finanznorm AG zertifiziert sind, in der Vermögensschaden-Haftpflicht bis zu 20 Prozent Rabatt ein. Bei der Prämienberechnung wird die am 18. Januar 2019 veröffentlichte DIN-Norm 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ (VersicherungsJournal 24.1.2019) berücksichtigt.

Der Nachlass bezieht sich auf den Prämienanteil der Tarifprämie, welcher sich auf die Gewerbeerlaubnis nach § 34d GewO bezieht. Die Zertifizierung durch das Defino-Institut setzt voraus, dass Finanzberater – üblicherweise nach Qualifizierung durch einen der bekannten Weiterbildungsanbieter – ihre Kenntnis der Norm in einer Prüfung nachgewiesen haben und über eine für ihre DIN-Konformität zertifizierte Analysesoftware verfügen.

Der/die „Spezialist/in für die private Finanzanalyse DIN 77230“ ist verpflichtet, eine ganzheitliche Finanzanalyse von Privathaushalten ausschließlich und vollständig nach der DIN-Norm durchzuführen.

Ein Vertrag für mehrere Mietverhältnisse

In die überarbeitete Mietkautionsbürgschaft der R+V Versicherung AG können nun in einen einzelnen Vertrag mehrere Bürgschaften eingeschlossen werden. Die Beiträge für die Bürgschaft müssen nur bis zur Beendigung des Mietverhältnisses und nicht mehr bis zu endgültigen Freigabe durch den Vermieter gezahlt werden.

Die „R+V-MietkautionsBürgschaft“ erfüllt nach Aussage des Anbieters alle gesetzlichen Anforderungen zur Mietkaution. Der Vermieter kann sich im Schadenfall direkt an die R+V wenden. Für Abschluss und Kontoführung der „R+V-MietkautionsBürgschaft“ fallen keine Gebühren an.

Ernteausfall auf Indexbasis

Die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG bietet Landwirten in Zusammenarbeit mit der Sompo International eine Ernteausfallversicherung. Die „SV ErnteIndex“ sichert gegen Risiken wie Trockenheit, Starkfrost oder anhaltende Nässe ab. Die Vertragslaufzeit beträgt ein Jahr.

Die Auszahlung im Schadenfall basiert auf einem zehnjährigen durchschnittlichen Ernteertragsindex für den Landkreis, in dem sich die Agrarflächen befinden. Herangezogen werden zudem Ertrags- und Marktpreisprognosen, die der Landwirt zum Zeitpunkt des Erwerbs des Produkts selber festlegt.

Damit soll eine passgenaue Absicherung für konventionelle sowie ökologisch wirtschaftende Betriebe möglich sein. Da es sich bei dem Vertrag nicht um einen verlustbasierten Vertrag handelt, würden komplexe und potenziell zeitaufwendige Schadensfeststellungen vermieden werden.

 
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