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Neuer BU-Tarif mit viel Besonderheiten für Selbstständige

22.2.2019 – Wer die Zielgruppe der Selbstständigen ins Auge nimmt, sollte die Neuauflage der Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung der Canada Life auf dem Schirm haben, schreibt Makler Philip Wenzel. Das liegt zum Beispiel am Umgang mit der konkreten Verweisung. (Bild: privat)

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Die Menschen lassen sich vielfältig unterscheiden. Eine Möglichkeit ist die Unterteilung in Fehlerfahnder und Schatzsucher. Die einen finden immer das Haar in der Suppe, während sich die anderen über die ansonsten leckere Suppe freuen.

Philip Wenzel (Bild: Privat)
Philip Wenzel (Bild: Privat)

Im schlimmsten Fall werden Fehlerfahnder Lehrer und machen den Kindern das Leben schwer. Nicht wenige scheinen auch Versicherungsvermittler zu werden. Denn viele Tarife werden wegen eines ihnen anhaftenden Mangels nicht verkauft, obwohl sie sich für bestimmte Zielgruppen hervorragend eignen.

Neue BU-Versicherung ohne AU-Klausel

Die selbstständige Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung der Canada Life Assurance Europe plc, Niederlassung für Deutschland (VersicherungsJournal 18.5.2015) ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Selbst in der neuen Auflage zum 1. Januar 2019 findet sich keine sogenannte Arbeitsunfähigkeits- (AU-) Klausel, die bereits bei einer sechsmonatigen Krankschreibung leisten würde.

Vom Marketing her gedacht, ist das nicht sehr clever. Aber ein Schatzsucher würde hier unterstellen, dass die Canada Life eben doch clever ist, weil sie erst einmal allgemeine Erfahrung im Gebiet der Berufsunfähigkeit sammeln möchte, bevor besondere Klauseln das Kollektiv gefährden könnten.

Blick auf die Gruppe der Selbstständigen

Vielleicht steckt aber auch Methode dahinter. Denn der neue Tarif weist auffällig viele Besonderheiten für Selbstständige auf. Und Selbstständige sollten besser keine AU-Klausel in ihren BU-Versicherungen haben. Denn diese würde sich negativ auf das Krankentagegeld (KTG) auswirken, das Selbstständige in aller Regel versichert haben.

Nicht nur, dass die AU-Klausel dem KTG-Versicherer gemeldet werden müsste. Es ist auch noch überhaupt nicht abschließend darüber geurteilt worden, wie sich die Leistungen aus der Klausel und dem KTG zueinander verhalten. Deswegen ist es besser, entweder die AU-Klausel oder das KTG abzuschließen.

Zumutbarkeit und Umorganisation

Die Bedingungen der Canada Life lesen sich sehr flüssig und richten sich in vielen Erklärungen eindeutig an den Endkunden und nicht an den Vermittler. Hier war es sicher ein Vorteil, dass der Versicherer nicht schon seit Jahrzehnten alte Formulierungen aus früheren Versionen der Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen mitschleppt.

Schon bei der konkreten Verweisung geht der Tarif explizit auf die Selbstständigen ein und definiert, dass die zumutbare Einbuße beim Einkommen von 20 Prozent für den Gewinn vor Steuern gilt. Und anders als bei vielen Mitbewerbern, ist diese Grenze der Zumutbarkeit auch für die Umorganisation klar definiert. Bei sich ändernder Rechtsprechung würde die Canada Life auf den für den Kunden günstigeren Prozentsatz zurückgreifen.

Selbstverständlich verzichtet der Tarif auf die Umorganisation bei weniger als fünf Mitarbeitern oder 90 Prozent Bürotätigkeit und akademischem Abschluss.

Übergangsleistung der BU-Rente

Was zumindest den erfolgreichen Selbstständigen oder ambitionierten Start-ups in die Karten spielt, ist die Begrenzung der Erhöhungsoption auf 10.000 Euro monatliche Rente. Der Markt liegt hier bei 2.500 Euro. Das könnte für den einen oder anderen Geschäftsführer ein Argument sein.

Ebenfalls außergewöhnlich ist die Übergangsleistung der BU-Rente. Sie greift, wenn ein KTG-Versicherer seine Leistung einstellt, weil nach seiner Definition Berufsunfähigkeit vorliegt. Die Rente wird für sechs Monate gezahlt und nur zurückgefordert, wenn der Versicherte in diesem Zeitraum wieder Leistung aus dem KTG bezöge.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Klausel auch greift, wenn die gesetzliche Krankenversicherung die Leistung wegen Berufsunfähigkeit einstellt.

Schutz des Kollektivs

Die sechs Monate Leistung können sicherlich dabei helfen, während der tatsächlichen Leistungsprüfung durch den Versicherer nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Was dabei vielleicht unangenehm werden könnte, aber zum Schutz des Kollektivs notwendig ist: Die Leistung aus dieser Klausel muss auch zurückgezahlt werden, wenn die Prüfung eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht ergibt. Aus der Risikolebens-Versicherung kennt man bereits Sofortleistungen, auf die die VVAL-Prüfung nicht angewandt werden kann. Das ist hier nicht der Fall – und wohl gefährlich für das Kollektiv.

Verzicht auf Meldepflicht

Im Leistungsfall gibt es keine Meldefristen. Die ärztlichen Untersuchungen dürfen auch im Ausland stattfinden, wenn sie den deutschen Ansprüchen genügen.

Sehr gut gefällt, dass der Versicherer auf die Meldepflicht einer gesundheitlichen Verbesserung und zusätzlich auch der Wiederaufnahme einer Arbeit verzichtet. Das findet sich sehr selten am Markt, stellt aber einen großen Vorteil für den Versicherten dar.

Zu guter Letzt fällt auf, dass die Canada Life Selbstständige im Leistungsfall bei der Umorganisation beratend zur Seite stünde.

Für Zielgruppe im Auge haben

Alles in allem betrachtet ist es nicht entscheidend, ob die Canada Life zufällig oder tatsächlich ihren Tarif auf Selbstständige zurechtgeschnitten hat. Nicht nur die Schatzsucher unter den Vermittlern sollten den Tarif für diese Zielgruppe unbedingt auf dem Schirm haben.

Der 39-jährige Bürokaufmann zahlt bis 67 bei 1.000 Euro Rente und drei Prozent Leistungsdynamik 69,80 Euro im Monat. Aufgrund der Kalkulation gibt es keinen Brutto-Beitrag. Der Mechatroniker zahlt 116,18 Euro monatlich.

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für die Freche Versicherungsmakler GmbH & Co. KG tätig.

Leserbriefe zum Artikel:

Dennis Wolfram - In den täglichen Alltag übernehmen. mehr ...

Gerd Kemnitz - Diese Punkte sollten unbedingt ergänzt werden. mehr ...

 
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