Netto-Studie: „Auf dem Papier ist das immer ganz einfach“

13.9.2021 – Die Ergebnisse der Studie „Was für Sparer übrig bleibt“ vom Deutschen Institut für Altersvorsorge werden von Lesern des VersicherungsJournals ablehnend kommentiert. Silvia Jargon fragt, ob nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden und Jürgen Stengel kritisiert die Aussage der mangelnden Portabilität der betrieblichen Altersversorgung. Udo Kraus und Thomas Brunsmann führen jeweils mehrere Punkte an, die das Bild, das die Analyse zeichnet, aus ihrer Sicht verzerren.

Das VersicherungsJournal hat am Freitag über die Studie „Was für Sparer übrig bleibt“ (PDF, 1,1 MB) berichtet. Sie wurde von der Deutsches Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) gemeinsam mit der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Mypension Altersvorsorge GmbH erstellt. Die Analyse soll aufzeigen, welche der Vorsorgevarianten, die ergänzend zur gesetzlichen Altersrente zur Verfügung stehen, die höchste Rentenleistung erzielen.

Für fünf Musterkunden wurden die Nettorenten berechnet, die sich bei einer Basisrente, Riester-Rente, bAV und privaten Rentenversicherung ergeben. Insgesamt schnitt die Versicherung der dritten Schicht am besten ab, die bAV am schlechtesten (VersicherungsJournal 10.9.2021).

Landen die Sechs-Prozent-Verträge bei den Kollegen?

Silvia Jargon

Rendite von durchschnittlich sechs Prozent noch nicht untergekommen

In mehreren Leserzuschriften, welche die Redaktion am gleichen Tag erreicht haben, wird die Studie diskutiert. Silvia Jargon fragt: „Werden hier nicht Apfel mit Birnen verglichen?

Wenn die Renditeerwartung bei Basisrente und privater Rente mit sechs Prozent eingestellt wird und bei der bAV drei Prozent, dann müssen die Produkte mit der doppelt so hoch eingestellten Erwartung doch besser abschneiden, selbst wenn keine staatliche Förderung mit drin steckt.

Eine Rendite von durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr ist mir allerdings in den letzten Jahren bei der Prüfung von Bestandsverträgen, die mir neue Mandanten zur Prüfung vorlegen, noch nicht untergekommen – egal in welchem Durchführungsweg.

Meist ist man froh, wenn die eingezahlten Beiträge niedriger sind als das ausgewiesene Guthaben. Oder habe ich hier immer nur die Pechvögel und die Kunden mit den Sechs-Prozent-Verträgen landen bei den Kollegen?“

Kritik an der Aussage zur mangelnden Portabilität der bAV

Jürgen Stengel schreibt: „Der Artikel ist sehr gut, allerdings bemängele ich die Aussage der mangelnden Portabilität der betrieblichen Altersversorgung.

Diese besteht seit einigen Jahren, vielleicht liegt es aber daran, dass Vermittler immer wieder bei ‚importierten‘ Verträgen den Tausch in provisionspflichtige Versicherungen anstatt in provisionslose Versicherungen anlegen.“

Die Darstellung ist mir zu eindimensional.

Udo Kraus

Besser recherchieren anstatt die bAV schlecht zu reden

Udo Kraus kritisiert: „Die Darstellung ist mir zu eindimensional, da sie weder die Risiken einpreist, die bei einer angenommenen sechsprozentigen Rendite vorliegen, noch die Tatsache, dass diese gleichförmige Rendite in der Regel nicht eintritt. Auf dem Papier ist das immer ganz einfach.

Auch wird nicht geklärt, wie sich die Rentenfaktoren ändern können. Weiterhin wird das Eintrittsalter mit 30 angegeben. Das Durchschnittsalter in der Bevölkerung liegt aber bei 42 Jahren.

Drittens wird bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) außer Acht gelassen, dass bei steigenden Sozialversicherungs-Beitragssätzen die Ersparnis steigt. Viertens wird nicht beachtet, dass es bei der Krankenversicherungs-Pflicht im Rentenbezug bei der bAV Freibeträge gibt, die mit der Bezugsgröße nach § 18 SGB IV steigen.

Das alles verzerrt das Bild und zeigt, dass die Studie schlampig gemacht wurde. Klar ist, dass man im Einzelfall andere Ergebnisse erzielen kann. Aber die bAV schlechtzureden, dafür sollte der Autor der Studie dann doch besser recherchieren.“

Regelmäßig die aktuelle Lebenssituation des Kunden berücksichtigen.

Thomas Brunsmann

Drei Punkte, warum der Vergleich unscharf ist

Thomas Brunsmann kommt zu dem Schluss: „Der Vergleich ist wirklich unscharf. 1. In der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gibt es seit Kurzem einen dynamischen (steigenden) Freibetrag in der Krankenversicherung. Dies erhöht die Rendite bei kleinen Renten enorm.

2. Das BRSG führt bei vielen Verträgen zu einer Erhöhung um 15 Prozent des Beitrages. 3. Auf der einen Seite 100 Prozent Beitragsgarantie in der bAV, auf der anderen Seite Fondsrenten mit null Prozent Garantie.

Man könnte noch mehr Punkte aufführen. Wichtig ist, regelmäßig die aktuelle Lebenssituation des Kunden zu berücksichtigen. Jobwechsel, Beginn oder Ende einer Selbstständigkeit, weitere Einkünfte, Kinder, Ehe, Scheidung, Krankheit und so weiter zu erfragen und zu berücksichtigen.“

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Altersversorgung · Altersvorsorge · Betriebliche Altersversorgung · BRSG · ePa · Provision · Rente · Rentenfaktor · Riester · Rürup · Sozialversicherung
 
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