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Motorboot grob fahrlässig in die Havarie geführt

24.11.2021 – Kommt ein Bootbesitzer trotz sorgfältiger Planung von der Route ab, weil er sich blind auf eine Navigationssoftware verlassen hat, kann sich sein Wassersport-Kaskoversicherer im Falle einer Havarie auf grobe Fahrlässigkeit berufen. Das hat das Landgericht Neubrandenburg mit Urteil vom 14. April 2021 entschieden (3 O 537/19).

Der Kläger war im August 2019 mit seiner Motoryacht auf offener See unterwegs, als das Schiff auf einer Sandbank strandete. Trotz aller Versuche des Klägers, das Schiff zu retten, versank es schließlich im Meer.

Bei idealen Wetterbedingungen Yacht auf Sand gesetzt

Die äußeren Bedingungen waren an diesem Tag ideal für einen Törn. Es herrschte sonniges Wetter bei klarer Sicht und einer leichten bis schwachen Brise. Der Bootbesitzer hatte den Ausflug nach eigenen Angaben außerdem am Vortag mit seemännischer Sorgfalt geplant und sich insbesondere über Untiefen informiert.

Dass der Mann ein Seezeichen östlich statt westlich passierte, hielt ihn aber nicht davon ab, seine Fahrt mit unverminderter Geschwindigkeit fortzusetzen. Auch das Bewusstsein, sich in einem Gefahrengebiet zu befinden, konnte ihn nicht bremsen. Da er das Echolot ebenfalls außer Acht ließ, strandete die Yacht schließlich auf einer Sandbank.

Grob fahrlässiges Verhalten des Sportschiffers

Der Wassersport-Kaskoversicherer des Geschädigten hielt das Verhalten des Versicherten für grob fahrlässig. Er wollte sich daher nur mit einer Quote von 20 Prozent an dem entstandenen Schaden beteiligen.

Zu Recht, urteilte das Neubrandenburger Landgericht. Es wies die Klage des Bootbesitzers auf einen vollständigen Ersatz des ihm entstandenen Schadens als unbegründet zurück.

Blind auf Navigationssoftware verlassen

Hätte der Kläger die am Vortag geplante Route eingehalten, wäre es nach Überzeugung der Richter nicht zu der Havarie gekommen. Diese Planung sah nämlich vor, dass die Gefahrenzone mit ausreichendem Abstand westlich und nicht östlich umfahren werden musste.

Dennoch habe sich der Kläger auf See blind auf seine Navigationssoftware verlassen. Er habe daher die objektiv erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlichem Maß außer Acht gelassen.

Nahezu in dem Bereich des bedingten Vorsatzes

„Obwohl der Kläger Kenntnis hatte, dass er sich in einem Gefahrengebiet befand […], stellte er sein Verhalten hierauf nicht ein, sondern erhöhte kontinuierlich durch die Fortsetzung der ungebremsten Fahrt das Risiko für den schließlich eingetretenen Schadensfall. Dies ist letztlich so gravierend schadensursächlich geworden, dass dieses Verhalten für die Bemessung der Leistungskürzung nahezu in dem Bereich des bedingten Vorsatzes einzuordnen ist“, so das Gericht.

Bei der Bewertung seines Verschuldens könne eins allerdings nicht unberücksichtigt bleiben. Der Mann war durch die unter Sportschiffern nicht unübliche Navigationshilfe dermaßen abgelenkt, dass er fehlerhaft davon ausging, die Anzeige auf seinem iPad entspreche der Realität. Unter Würdigung dieses Umstandes sei eine Leistungskürzung um 80 Prozent sowohl angemessen als auch ausreichend.

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Beitragsrückerstattung · Gewerbeordnung
 
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