Liechtenstein Life gewinnt den „Versicherungskäse des Jahres“

15.4.2019 – Die „Prosperity – WohlstandsVorsorge“ hat die Auszeichnung wegen „Intransparenz, Datenstriptease und Kostenwirrwarr“ erhalten. Dabei konzentriert sich die Kritik auf die Werbeaussagen des Versicherers auf dessen Internetseite, aber offenbar nicht auf die Bedingungen und Kosten der fondsgebundenen Rentenversicherung.

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Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) hat am Freitag die „Prosperity – WohlstandsVorsorge“ der Liechtenstein Life Assurance AG als „Versicherungskäse des Jahres“ ausgezeichnet. Die fondsgebundene Rentenversicherung wird von dem Versicherer mit flexiblen Ein- und auch Auszahlungen sowie Einzahlungspausen beworben (VersicherungsJournal Medienspiegel 25.1.2019).

Die Verbraucherschützer haben dagegen „Intransparenz, Datenstriptease und Kostenwirrwarr“ hervor.

Kritik an Werbeaussagen und „Datenstriptease“

So sei auf der Prosperity-Website außer wohlklingenden und verlockenden Werbeaussagen keinerlei konkrete Produktinformationen zu finden. Um an vorvertragliche Informationen zu kommen, müssten Interessenten „einen kompletten Datenstriptease hinlegen“, unter anderen Steuer-ID und Ausweisnummer angeben. „Das ist datenschutztechnisch eine Katastrophe“, meint die Jury.

Die Werbeaussage, die „WohlstandsVorsorge“ sei „Altersvorsorge ohne Kostenwirrwar" stimme nicht. Dass es keine versteckten Kosten gäbe, sei irreführend. Denn anders, als auf der Homepage vorgerechnet, fielen neben den Verwaltungskosten auch noch die Kosten für den Todesfallschutz an.

Nicht eingerechnet würden zudem die fondsinternen Verwaltungskosten. Anders als in der Werbung behauptet, könnten Kunden nicht jederzeit kostenlos aus dem Vertrag aussteigen. Auch der Todesfallschutz der Police werde nur nebulös dargestellt. Als Fazit der Jury nennt der BdV: „Die Liste der Fallstricke und Stolperfallen in der Police ist lang.“

Keine Aussage über das Produkt selbst

Dabei konzentriert sich die Kritik offenbar ausschließlich auf die Werbeaussagen der Liechtenstein Life auf deren Internetseite. Zu den Vertragsbedingungen und der Höhe der Kosten der Police selbst äußerte sich der Bund der Versicherten nicht.

Die Jury bestand aus Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), BdV-Aufsichtsrätin Edda Castelló, Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Dr. Dirk Ulbricht vom Institut für Finanzdienstleistungen e.V. (IFF) sowie der Finanzjournalistin Barbara Sternberger-Frey.

Sie hatten für die Endausscheidung des Awards auch die „Vorsorgekomponente V“ der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG und den „Wetter Bonus“ der Cardif Allgemeinen Versicherung, Zweigniederlassung für Deutschland der Cardif-Assurances Risques Divers S.A. nominiert.

Die Allianz hatte den „Preis“ 2015 gewonnen. Zu den Ausgezeichneten der Vorjahre gehören außerdem die Axa Lebensversicherung AG, Ideal Lebensversicherung a.G., Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G. und BGV-Versicherung AG (VersicherungsJournal 8.4.2019).

Liechtenstein Life schweigt

Das VersicherungsJournal hat die Liechtenstein Life am Freitag um eine Stellungnahme zu dem Gewinn des „Versicherungskäses“ gebeten. Bis zum Redaktionsschluss blieb die Anfrage unbeantwortet.

 
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