Kräftiges Wachstum bei Invaliditätsabsicherungen

2.7.2018 – Zum Jahresende 2017 hatten die Versicherer rund 4,5 Millionen eigenständige Invaliditäts-Versicherungen im Bestand, das sind nach GDV-Angaben fast fünf Prozent mehr als Ende 2016. Der Anteil der selbständigen Invaliditätspolicen ist zwischen 2007 und 2016 um gut 14 Prozentpunkte auf 34,7 Prozent angestiegen. Die durchschnittliche versicherte Jahresrente betrug Ende 2016 etwas über 12.000 Euro. Auf Zehnjahressicht gab es einen Anstieg um rund ein Sechstel.

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Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat am Freitag bereits zum vierten Mal seit dem Frühjahr einige Zahlen zum Markt der Invaliditätsabsicherung veröffentlicht.

Demnach ist die Zahl der eigenständigen Verträge in diesem Geschäftsfeld im vergangenen Jahr um knapp fünf Prozent auf rund 4,5 Millionen angestiegen. Dabei sei die Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung „mit Abstand die wichtigste“ Invaliditätsabsicherung, teilte der Versichererverband ohne Angabe konkreter Zahlen weiter mit.

Häppchenweise Veröffentlichung

In der Fachöffentlichkeit gab es schon häufiger Kritik für diese Art der häppchenweisen Veröffentlichungen. Denn diese beinhalten meist auf Basis von unterschiedlich großen Teilstichproben des Gesamtmarkts Daten für verschiedene, zum Teil schon weit zurückliegende Geschäftsjahre (VersicherungsJournal 16.3.2018, 29.3.2018).

Nach Ansicht des Versicherungsmaklers und BU-Spezialisten Matthias Helberg mangelt es solchen GDV-Statistiken an Transparenz. Dass der Versichererverband bei der Bekanntgabe der Leistungsquoten in der BU-Versicherung beispielsweise nicht einmal mehr die absolute Zahl von BU-Leistungsfällen nenne, sei „wahrlich“ kein gutes Zeichen.

„Dabei geht es nicht darum, die Quoten in Frage zu stellen, sondern sie mit nachvollziehbarem Zahlenmaterial so zu unterfüttern, das echtes Vertrauen entstehen kann“, so Helberg (VersicherungsJournal Medienspiegel 22.3.2018).

In der Vergangenheit hatte der Makler weitere Probleme bei Veröffentlichungen vorgenannter Art aufgedeckt. Der GDV hatte sein Bedauern darüber ausgedrückt, sollte er für Verwirrung gesorgt haben (VersicherungsJournal Medienspiegel 18.11.2016).

Steigender Anteil selbständiger Invaliditäts-Policen

Wie aus den aktuell vom Versichererverband veröffentlichten Zahlen weiter hervorgeht, haben bei den Invaliditäts-Versicherungen die Zusatzversicherungen, die als Ergänzung zu einer Risikolebens- oder Kapitallebens-Versicherung oder einer privaten Rentenversicherung abgeschlossen werden, ganz klar die Überhand.

Invaliditätsversicherungen (Bild: GDV)

Allerdings hat sich der Anteil der eigenständigen an der Gesamtzahl der Policen von 2007 bis 2016 um über zwei Drittel auf 34,7 Prozent (Stand 2016) erhöht. Eine Gesamtzahl nennt der Verband hingegen nicht. Aus anderen Quellen ist bekannt, dass die Bestände in der BU-Versicherung zwischen Mitte und Ende des Betrachtungszeitraums stagniert und das Neugeschäft sogar rückläufig war (VersicherungsJournal 23.7.2014, 3.7.2015).

Nimmt man die eingangs erwähnten 4,5 Millionen eigenständigen Verträge (Stand 2017) und rechnet den Zuwachs von rund fünf Prozent heraus, so dürfte es Ende 2016 annäherungsweise 4,3 Millionen selbstständige Invaliditäts-Versicherungen gegeben haben. Da diese ein gutes Drittel der Invaliditäts-Versicherungen insgesamt ausmachen, dürfte die Gesamtzahl (Ende 2016) bei etwa 12,4 Millionen gelegen HABEN.

Im Schnitt knapp über 1.000 Euro Monatsrente

In dem jetzt vom GDV veröffentlichten Zahlenmaterial sind auch Daten zur durchschnittlichen versicherten Rente bei BU- und EU- (Erwerbsunfähigkeits-) Policen (Hauptversicherungen) enthalten.

Hier gab es zwischen 2007 und 2016 eine Zunahme und rund ein Sechstel auf zuletzt im Schnitt 12.016 Euro Jahresrente – also knapp über 1.000 Euro Monatsrente. Bis auf eine Ausnahme ist ein kontinuierlicher Zuwachs zu beobachten. Nur von 2015 auf 2016 gab es einen Rückgang um rund ein Prozent.

Invaliditätsversicherungen (Bild: GDV)

Der Versicherverband weist zudem auf die hohen Hürden beim gesetzlichen Erwerbsminderungs-Schutz hin, insbesondere für jüngere Arbeitnehmer ab Jahrgang 1961 (VersicherungsJournal 13.10.2000, 17.11.2000).

 
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