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Investmentbranche erreicht neues Rekordvermögen

24.2.2021 – Im Jahr 2020 wurde mit 3.850 Milliarden ein neues Rekordvermögen erreicht. Fonds flossen netto 127 Milliarden Euro zu, davon 43 Milliarden Euro in offene Publikumsfonds. Spitzenreiter in der Absatzhitliste waren hier Aktienfonds, die rund 21 Milliarden Euro vereinnahmten. Mischfonds kamen mit zehn Millionen Euro auf Platz zwei. Knapp die Hälfte des Neugeschäfts von Publikumsfonds entfiel auf nachhaltige Fonds.

Den Wachstumstrend der Investmentfonds-Industrie konnte Corona nur kurzzeitig unterbrechen. So flossen im März 14 Milliarden Euro aus Aktienfonds ab. Auch Unternehmen aus der Realwirtschaft gaben aufgrund von Liquiditätsengpässen Fondsanteile zurück. Doch die Situation stabilisierte sich schnell und bescherte der deutschen Investmentbranche ein sehr gutes Jahr 2020.

„Der deutsche Fondsmarkt hat sich im Jahr 2020 trotz der Coronakrise sehr gut entwickelt und mit 3.850 Milliarden Euro ein neues Rekordvermögen erreicht“, sagte Alexander Schindler, Präsident des Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI), hierzu am Dienstag auf der diesjährigen online abgehaltenen Jahrespressekonferenz.

2020 das drittbeste Absatzjahr

Insgesamt flossen Fonds netto 127 Milliarden Euro zu. Nach den Jahren 2015 und 2017 ist 2020 damit das drittbeste Absatzjahr. 43 Milliarden Euro steuerten Privatanleger in offenen Publikumsfonds bei. Im Vorjahr waren es noch 17 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 12.2.2020)

Institutionelle Anleger legten in offenen Spezialfonds rund 80 (Vorjahr: 100) Milliarden Euro neu an. Aus freien Mandaten wurden knapp 26 Milliarden Euro abgezogen.

In Deutschland sind offene Spezialfonds mit einem Vermögen von fast zwei Milliarden Euro die größte Fondsgruppe. Zusammen mit den Mandaten im Wert von 652 Milliarden Euro entfallen knapp 70 Prozent des von den Fondsgesellschaften verwalteten Gesamtvermögens auf das rein institutionelle Geschäft. In offenen Publikumsfonds wurden rund 1,2 Milliarden Euro verwaltet.

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Privatanleger setzen auf Aktien

Spitzenreiter in der Absatzhitliste der offenen Publikumsfonds sind mit großem Abstand Aktienfonds. Sie vereinnahmten knapp 21 der 43,2 Milliarden Euro. Ihr Neugeschäft hat sich im Vergleich zum Vorjahr (4,5 Milliarden Euro) fast verfünffacht. Mischfonds, die über die letzten Jahre beliebteste Gruppe, liegen mit unverändert rund zehn Milliarden Euro auf Platz zwei.

In Sachwertefonds, also insbesondere Immobilien, flossen 8,3 (10,6) Milliarden Euro und in Geldmarktfonds 6,4 (-0,2) Milliarden Euro. Rentenfonds verzeichneten mit über 2,4 (-3,8) Milliarden Euro wieder ein Plus. Von fast allen anderen Fondsgruppen wurden Mittel abgezogen.

Dass das Fondsgeschäft auch in unruhigen Zeiten stabil bleibt, erklärte BVI-Präsident Schindler unter anderem mit der Beratungsleistung des Vertriebs. Vor allem das regelmäßige Sparen privater Anleger sei eine stabile Komponente. Inzwischen gibt es schätzungsweise mehr als zehn Millionen Deutsche, die regelmäßig in einen Fondssparplan einzahlen.

Fonds-neugeschäft 2020 (Bild: BVI)
Fonds-neugeschäft 2020. Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: BVI)

Nachhaltigkeit – das neue Zauberwort

Ein besonderes Wachstumsfeld sind nachhaltige Publikumsfonds. Im letzten Jahr flossen ihnen netto 20,6 Milliarden Euro neue Gelder zu. Damit entfällt knapp die Hälfte des Neugeschäfts von Publikumsfonds auf nachhaltige Fonds. 2017 lag der Anteil am Neugeschäft noch bei sechs Prozent. Diese Dynamik hat das Volumen nachhaltiger Fonds binnen weniger Jahre rasch wachsen lassen.

Das Problem dabei ist auch nach Schindlers Meinung „das Durcheinander von Nachhaltigkeitsbegriffen“. Über Kriterien und Vorgaben entscheiden die Europäische Union und internationale Gremien. Bereits im letzten Jahr hatte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter festgestellt: „Wir stehen am Anfang eines Prozesses; da kommt noch sehr viel mehr.“

In diesem Jahr appellierte er an die Bundesregierung, sich nachdrücklich für angemessene europäische und globale Nachhaltigkeitsregeln einzusetzen und keinen deutschen Sonderweg einzuschlagen.

BVI schlägt höheren Sparer-Pauschbetrag vor

Aufgrund der negativen Zinsen hält der BVI bei der Altersvorsorge umfangreiche Anpassungen für dringend geboten. Gesetzliche Rentenversicherung, Zusatzversorgung durch die Betriebs- und Riester-Rente und die private kapitalgedeckte Altersvorsorge seien sanierungsbedürftig, so Richter.

Neben dem Problem, dass das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend auf Steuerzuschüsse angewiesen ist, ging er auch auf den seit Jahren stagnierenden Sparer-Pauschbetrag ein: „Verbraucherpreisindex, Rentenwert, Grundfreibetrag und Beitragsbemessungs-Grenzen steigen seit Jahren regelmäßig, während der Sparer-Pauschbetrag gesenkt wurde.“

Er verharre noch auf dem Niveau von 2007. Der BVI schlägt eine Erhöhung von 801 auf 1.000 Euro für Alleinstehende vor, eine Koppelung an die künftige Inflation und Lohnentwicklung sowie die Möglichkeit, nicht aufgebrauchte Pauschbeträge Jahr für Jahr mitnehmen und ansammeln zu können.

 
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