GDV schickt eigenen „Rentenminister“ ins Rennen

6.6.2018 – Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Rentenkommission kommt heute zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Das Gremium soll Reformen für alle drei Säulen der Altersvorsorge vorschlagen, die die Altersvorsorge generationengerecht und möglichst armutsfest ausgestalten sollen. Der GDV hat jetzt in Zusammenarbeit mit dem Prognos-Institut ein Rechentool „Rentenminister“ entwickelt, in dem jeder ausprobieren kann, welche Wirkung eine Veränderung bei den Stellschrauben entfaltet.

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Die von Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) einberufene Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ kommt heute in Berlin zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Ihr gehören Politiker der Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD sowie Vertreter der Tarifpartner und der Wissenschaft an (VersicherungsJournal 16.5.2018, 4.5.2018).

Rechentool „Rentenminister“

Die Rentenkommission soll im Zusammenwirken mit den Akteuren der Altersvorsorge Vorschläge erarbeiten, wie es ab 2025 mit der gesetzlichen Rentenversicherung zukunftsfest weitergehen soll. Die zentralen Stellschrauben sind dabei der Beitragssatz, das Rentenniveau, die Regelaltersgrenze und die Höhe der Bundeszuschüsse.

Geleitet wird die Kommission, die ihre Vorschläge bis März 2020 vorlegen soll, von den Sozialpolitikern Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und Karl Schiewerling (CDU). Sie will noch im Juli erste Gespräche aufnehmen.

Peter Schwark (Bild: Brüss)
Peter Schwark (Bild: Brüss)

Einen konkreten Termin für den Dialog mit der Versicherungswirtschaft gebe es hierbei noch nicht, sagte Dr. Peter Schwark, Geschäftsführungsmitglied des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Dienstag vor der Presse in Berlin. Anlass des Termins war die Präsentation des Rechentools „Rentenminister“. Für den GDV sollte es für die Rentenkommission keine Tabus geben. Das müsse auch für die Lebensarbeitszeit gelten.

Rechentool „Rentenminister“ soll für Transparenz sorgen

Schwark sagte, den Onlinerechner habe man gemeinsam mit der Prognos AG entwickelt. Er ermögliche einen Blick in die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung bis zum Jahr 2060. „Jeder soll sich ein Bild machen können: Was wäre, wenn“, erläuterte Schwark.

Was eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis zum 69. Lebensjahr angeht, so habe man den stufenweisen Weg zur Rente mit 67 nach dem Jahr 2030 kopiert, berichtete Prognos-Experte Dr. Oliver Ehrentraut. Ansonsten sei das Rechentool auf Basis des geltenden Rentenrechts konzipiert worden.

Einstiegseite Rentenminister (Bild: Screenshot / GDV)
Die Einstiegseite zum Onlinerechentool (Bild: Screenshot / GDV)

Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2025 Haltelinien beim Rentenniveau von 48 Prozent und beim Beitragssatz von höchstens 20 Prozent einziehen (VersicherungsJournal 23.3.2018). Nach 2025 rücken dann immer mehr Babyboomer ins Rentenalter vor.

Der demografische Wandel habe schon längst neue Fakten geschaffen, erklärte Schwark. Würde man an diesen Haltelinien festhalten, dann würde allein für das Jahr 2040 laut Prognos der Bundeshaushalt mit zusätzlich 100 Milliarden Euro belastet.

Oliver Ehrentraut (Bild: Brüss)
Oliver Ehrentraut (Bild: Brüss)

Längeres Leben ermöglicht auch längeres Arbeiten

Nach Einschätzung des GDV würde eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit eine ganze Reihe Vorteile mit sich bringen. So würde der Arbeitsmarkt entlastet, die eigene Rente höher ausfallen, der Beitragssatz nicht so schnell steigen und das Rentenniveau nicht so stark absinken, argumentiert der GDV.

Der Verband weiß allerdings genau, dass schon die Rente mit 67 Jahren heftig umstritten ist (VersicherungsJournal 11.4.2018). Eine weitere Anhebung der Lebensarbeitszeit bedarf da schon eines breiten politischen Konsens.

Derzeit steht es um die Rentenfinanzen recht gut, zumal der Arbeitsmarkt seit Jahren brummt. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mitteilte, stieg die Erwerbstätigkeit im ersten Quartal 2018 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Erwerbstätigen habe im ersten Quartal bei mehr als 44,3 Millionen gelegen. Hinzu kommen hohe Wanderungsgewinne (ohne Flüchtlinge), die mit einer gestiegenen Geburtenzahl zu einem Bevölkerungsanstieg führt (VersicherungsJournal 14.3.2018).

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Altersvorsorge · Rente
 
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