Für diese Autos wird die Kfz-Versicherung teurer

9.9.2021 – Welche Tarifumstellungen auf die Autofahrer zukommen, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mit der Veröffentlichung der neuen Einstufungen in die Typklassen am Donnerstag bekannt gegeben. In der Kfz-Haftpflicht-Versicherung bleibt demnach für etwa drei Viertel der Fahrzeugmodelle alles beim Alten.

Jedes Jahr im Spätsommer veröffentlicht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) neben der neuen Regionalklassen-Statistik (VersicherungsJournal 26.8.2021) auch eine neue Typklassenstatistik. In die am Donnerstag publizierte Aufstellung flossen die Schadenbilanzen der Jahre 2018 bis 2020 von fast 32.000 verschiedenen Fahrzeugmodellen ein.

Typklasseneinteilung

Ein unabhängiger Treuhänder überprüft jedes Jahr die Schadenverläufe der aktuell knapp 32.000 Fahrzeugmodelle. Auf dieser Basis wird eine Neueinstufung in die Typklassen vorgenommen, die für die Versicherungs-Unternehmen unverbindlich ist und ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden kann. In der Regel ist dies der 1. Januar 2022, so der GDV.

Die Typklassen spiegeln nach Angaben des Versichererverbands „die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider“. Ein Modell wird in eine niedrigere Typklasse eingestuft, wenn mit diesem Autotyp weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt wurden – und umgekehrt.

In Kasko werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten (wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagel- sowie Glasschäden, Fahrzeugbrände oder die Anzahl der Wildunfälle) berücksichtigt. Zudem spielt auch der Wert des versicherten Fahrzeugs eine Rolle.

16 Typklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht- (Klasse zehn bis Klasse 25), 25 für die Vollkasko- (Typklasse zehn bis Typklasse 34) und 24 für die Teilkaskoversicherung (Klasse zehn bis Klasse 33).

Erneut vergleichsweise wenige Umstufungen in Kfz-Haftpflicht

In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung bleibt nach Angaben des Versichererverbands bei der Typklassen-Einstufung wie in den Vorjahren (18.9.2020, 17.9.2019, 21.9.2018, 7.9.2017) für etwa drei von vier Fahrzeugen alles beim Alten. In konkreten Zahlen: Bei rund 30,3 (Vorjahr: 30,6) Millionen Autofahrern ändert sich aktuell die Typklasse nicht.

Die verbleibenden rund 11,3 (10,7) Millionen Autofahrer werden in eine andere Typklasse eingestuft. Während über sieben (mehr als sechs) Millionen Fahrzeuge in eine höhere und damit schlechtere Klasse eingeteilt werden, gelten für etwa 4,3 (4,6) Millionen Autofahrer bessere Eingruppierungen.

Umstufungen um mehr als eine Klasse gab es laut GDV in diesem Jahr erneut nur in wenigen Fällen. Als Beispiel für eine besonders große Verschlechterungen nennt der Verband das Fahrzeugmodell „Hyundai Kona 1.6 T“ (Hersteller-/ Typschlüsselnummer 8252-AHZ), das mit Typklasse 18 um zwei Klassen schlechter eingestuft wird.

Um jeweils zwei Klassen verbessersten sich unter anderem der „VW E-Golf VII“ (0603-CBP; künftig klasse elf), der „Nissan Juke 1.0“ (1329-AMD; künftig Klasse 16) sowie der „Kia E-Niro“ (8253-AIB; künftig Klasse 18).

Gewinner und Verlierer in Voll- und Teilkasko

In der Vollkaskoversicherung nannte der GDV als Beispiele für deutlich schlechtere Einstufungen den „VW Arteon 2.0 TSI“ (0603-CDI; künftig Klasse 22) sowie die beiden Range-Rover-Modelle „Velar 20D AWD” (1590-AGD) und „Velar 30D AWD” (1590-AGF), die sich beide künftig in Klasse 31 wiederfinden.

Typklassen (Bild: GDV)
Beispiele für Typklassen in der Kfz-Versicherung.
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: GDV)

Um zwei Klassen besser eingestuft werden etwa der „Kia E-Niro“ (8253-AIB; Klasse 22), der „Hyundai I10 1.0“ (5984-ABJ; Klasse 17), der „Peugeot Rifter 1.5 HDI“ (1889-AA; Klasse 17) sowie der „Mercedes-Benz GLE 350 D 4MATIC“ (1313-HWI; Klasse 26).

Letztgenanntes Fahrzeugmodell verbesserte sich auch in der Teilkasko besonders deutlich und wird mit ebenfalls Klasse 26 künftig drei Klassen besser eingestuft. Andererseits werden die beiden oben genannten Range-Rover-Modelle „Velar 20D AWD” und „Velar 30D AWD” mit jeweils Typklasse 32 zwei Klassen schlechter eingestuft.

Die Einstufungen der einzelnen Fahrzeugmodelle können auf dieser Internetseite abgefragt werden. Wie der GDV weiter erläutert, lässt allein die Veränderung bei der Typklasse „keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages zu“, da es noch diverse weitere Tarifmerkmale gibt. Diese können sich von Versicherer zu Versicherer zum Teil erheblich unterscheiden.

Vergleichsportale greifen Typklassenstatistik auf

Kurz nach der Veröffentlichung der neuen GDV-Typklassenstatistik haben die beiden Versicherungsmakler Check24 und Verivox anhand von Beispielprofilen berechnet, wie stark sich der Versicherungsbeitrag verändern kann.

Laut Verivox verteuert sich nur die Kfz-Haftpflichtpolice um bis zu 29 Prozent (für den „Opel Corsa F 1.2“). Andererseits kann der Beitrag aber auch um bis zu 30 Prozent sinken – und zwar für den „Suzuki Jimmy“. Für das „Tesla Modell 3“ haben die Vergleicher im Modellfall eine Jahresersparnis von 316 Euro bei der Vollkasko-Prämie errechnet.

Check24 hat auf Basis der GDV-Daten ermittelt, dass unter 300 beliebten Fahrzeugmodellen der „Seat Arona 1.0“ (Hersteller-/ Typschlüsselnummer 7593-ANQ) mit durchschnittlich 147 Euro Haftpflichtprämie am wenigsten kostet. Am teuersten ist der Beitrag für den „BMW X5/X6 3.0 D“ (0005-AHG) mit 482 Euro.

Weitere Details zu den Beispielberechnungen von Check24 stehen auf dieser Internetseite zum Download bereit.

 
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