Finanztest: Zusatzfahrerschutz von umsonst bis unmöglich

21.10.2019 (€) – Die Stiftung Warentest hat untersucht, zu welchen Bedingungen die Kfz-Versicherer ein situatives Erweitern des Fahrerkreises anbieten. 27 Anbieter gewähren den Einschluss unter bestimmten Bedingungen kostenlos, 15 verlangen einen Aufpreis, und 17 Gesellschaften bieten keine derartige Erweiterung an.

Die Stiftung Warentest hat in ihrer Zeitschrift Finanztest 11/2019 einen Vergleich von Kfz-Versicherungen veröffentlicht (VersicherungsJournal 16.10.2019).

Neben den Konditionen für Pkw haben die Tester auch die Angebote für Zusatzfahrer untersucht. Das Thema ist relevant für alle Versicherungsnehmer, die in ihrer Kfz-Police zwecks Prämienersparnis den Fahrerkreis eingeschränkt haben, aber gelegentlich doch eine weitere Person ans Steuer lassen möchten.

Zusatzfahrer teilweise umsonst

Für diesen Fall bieten viele Kfz-Versicherer eine situative Erweiterung der bestehenden Police an. Finanztest rät dazu: „Fahren Dritte das Auto nur gelegentlich, maximal vier Wochen pro Jahr, ist es günstiger, sie kurzfristig für jede Fahrt zu melden.“

Von den Testern befragte Anbietern gaben 27 an, dass für ihre Kunden der kurzfristige Einschluss weiterer Fahrer unter Umständen kostenlos möglich ist. Bei der BGV-Versicherung AG erübrigt sich die Frage, da keine ermäßigten Alleinfahrertarife angeboten werden.

Bei den übrigen Versicherern sind unterschiedliche Bestimmungen geläufig. Am häufigsten wird der Einschluss für zwei bis vier Wochen pro Jahr, maximal zwei Mal im Jahr, angeboten. Den längsten Zeitraum bietet mit sechs Wochen die DEVK Allgemeine Versicherungs-AG.

Elf Anbieter gaben an, dass die Erweiterung auf Anfrage gewährt beziehungsweise im Einzelfall entschieden wird.

Gegen Aufpreis bei 15 Anbietern

Von den Befragten bieten 15 den Einschluss zusätzlicher Fahrer gegen Aufpreis an. Meist wird dabei tageweise abgerechnet. Preisangaben sind in der Zeitschrift nur vereinzelt zu finden. Häufigstes Preisbeispiel ist der Zeitraum von drei Tagen. Hier reicht der Beitrag von 5,97 Euro beim LVM Landwirtschaftlichen Versicherungsverein Münster a.G. bis 25,00 Euro bei GVV-Privatversicherung AG.

Die Mecklenburgische Versicherung a.G. nimmt fünf Prozent Aufschlag auf den Jahresbeitrag bei zwei Personen unter 23 bis zu einem Monat. Die WGV-Versicherung AG kassiert den Zusatzbeitrag nur, wenn dieser auf über zehn Euro kommt.

Keine Zusatzfahrer bei zahlreichen Kfz-Versicherern

Die folgenden 17 Unternehmen haben gegenüber der Stiftung Warentest erklärt, dass sie keine weiteren Fahrer kurzfristig einschließen:

Admiraldirekt.de GmbH, Alte Leipziger Versicherung AG, Basler Sachversicherungs-AG („Basis“), Concordia Versicherungs-Gesellschaft a.G., Debeka Allgemeine Versicherung AG, Emil Deutschland AG, Gothaer Allgemeine Versicherung AG, Itzehoer Versicherung / Brandgilde von 1691 Versicherungsverein a.G. Janitos Versicherung AG, Lippische Landes-Brandversicherungs-Anstalt, Mannheimer Versicherung AG, Münchener Verein Allgemeine Versicherungs-AG, Prokundo GmbH, Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG, Universa Allgemeine Versicherung AG, Verti Versicherung AG, und Volkswohl Bund Sachversicherung AG.

Kunden dieser Gesellschaften können zusätzliche Fahrer anderweitig versichern. Zu den Anbietern gehören Württembergische Versicherung AG (5.4.2019), Daimler Insurance Services GmbH und Allianz-Konzern (5.3.2019) sowie RCI Versicherungs-Service GmbH und Barmenia Versicherung AG (12.7.2018).

Solche Lösungen werden in der Zeitschrift kritisch gesehen: „Genau besehen bleibt diese Variante aber eine Vertragsverletzung, da man den fremden Fahrer der eigenen Kfz-Versicherung verschweigt. Der Versicherer könnte deshalb den Vertrag kündigen.“

Bezugshinweis

Die Zeitschrift Finanztest 11/2019 ist für 6,10 Euro im Zeitschriftenhandel erwerbbar. Das Heft ist auch als E-Paper für 4,99 Euro online erhältlich. Der einzelne Artikel kostet drei Euro.

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