Finanztest: Die günstigsten Risiko-Lebensversicherungen

19.1.2023 – Die Stiftung Warentest hat einen Vergleich von Risiko-Lebensversicherungen für zwei nichtrauchende Musterkunden veröffentlicht. Dabei stehen die Nettobeiträge im Vordergrund. In den Modellrechnungen waren die Versicherer Cosmos, Dela, Ergo Vorsorge, Europa, Hannoversche, Verti, WGV und Zurich Life netto unter den billigsten Fünf. Einige wenige Leistungskriterien werden grob dargestellt, Testurteile gibt es nicht.

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Die Stiftung Warentest hat einen Vergleich von Risiko-Lebensversicherungen auf ihrer Internetseite und in ihrer Zeitschrift Finanztest 2/2023 veröffentlicht. Im Zentrum der Untersuchung stehen die klassischen Tarife mit gleichbleibender Versicherungssumme für eine versicherte Person von 40 Lebensversicherern.

Zwei Musterfälle

Dargestellt werden die Beispiele einer Police über 300.000 Euro Todesfallschutz und 25 Jahre Laufzeit für einen angestellten Dachdecker sowie eines Vertrags über 450.000 Euro Todesfallschutz und 30 Jahre Laufzeit für einen Abteilungsleiterin Controlling.

Beide Musterpersonen sind bei Vertragsschluss 35 Jahre alt und seit mindestens zehn Jahren Nichtraucher. Weitere Modellannahmen: normaler Body-Mass-Index, keine Gesundheitsprobleme und keine gefährlichen Hobbies.

Keine Testurteile

Auf Testurteile verzichtete die Stiftung. Sie stellt heraus: „Teure Angebote kosten mehr als dreimal so viel wie günstige. Wer Preise vergleicht, kann Hunderte Euro im Jahr sparen. Relevante Leistungsunterschiede haben wir hingegen nicht festgestellt. Jeder von uns untersuchte Tarif bietet ausreichend Schutz – auch ohne teure Extras.“

Unter der Überschrift „Teure Extras nicht nötig“ erläutern die Tester, dass viele Versicherer mehrere Tarifvarianten anböten, etwa Basistarife und teurere Premiumtarife. Letztere lockten unter anderem mit einer vorgezogenen Todesfallleistung, dass also die Versicherungssumme nach Diagnose einer krankheitsbedingt nur noch sehr begrenzten Lebenserwartung bereits zu Lebzeiten ausgezahlt werde.

„Notwendig finden wir das nicht. Wird die Versicherungssumme in den letzten Monaten ausgegeben, verfehlt sie ihren Zweck: die Absicherung der Hinterbliebenen. Die Extrakosten für Premiumtarife können sich Versicherte daher getrost sparen. Alle Basistarife im Test bieten ausreichend Schutz.“

Die günstigsten Lösungen

Im Heft wird von jedem Versicherer der jeweils günstigste Tarif für die beiden oben erwähnten Musterfälle aufgeführt. Markiert sind in der Hefttabelle die niedrigsten Nettoprämien, also die von den Kunden nach Vorwegabzug der Überschussbeteiligung zu entrichtende Zahlbeiträge.

Für den Dachdecker ist die Hannoversche Lebensversicherung AG („T1 N10-Basis“) mit 233 Euro am günstigsten. Dahinter folgen die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG („Risiko-Lebensversicherung“; 248 Euro), die Zurich Life Assurance plc („Basic“; 252 Euro), die Dela Lebensversicherungen Zweigniederlassung Deutschland („aktiv Leben“; 255 Euro) und die Verti Versicherung AG („Klassik“; 272 Euro). Am teuersten ist die Barmenia Lebensversicherung a.G. („PreRisk“) mit 863 Euro.

Für die Abteilungsleiterin Controlling wird die „Risiko-Lebensversicherung“ der Ergo Vorsorge (433 Euro) als günstigste Offerte hervorgehoben. Dahinter folgen mit jeweils 462 Euro jährlichem Nettobeitrag die Europa Lebensversicherung AG („E-RL“) und die Hannoversche („T1 N10-Basis“).

Ebenfalls zu den fünf günstigsten Angeboten gehören der „Basis-Schutz“ der Cosmos Lebensversicherungs-AG (467 Euro) und „Basis“ der WGV-Lebensversicherung AG (504 Euro). Als teuerstes Angebot wird der oben genannte Barmenia-Tarif mit 1.563 Euro aufgelistet.

Weitere Inhalte der Testtabelle

In der Übersicht werden neben den jährlichen Netto- auch die jährlichen Bruttobeiträge der Testkandidaten aufgeführt. Für den Dachdecker reichen diese von 252 Euro (Zurich Life) bis 1.090 Euro („AR1N XL“ der Interrisk Lebensversicherungs-AG Vienna Insurance Group). Bei der Abteilungsleiterin Controlling geht die Spannbreite von 535 Euro (Dela) bis 1.953 Euro (Barmenia).

Die Übersicht enthält neben der Höhe der Versicherungssumme, ab der eine ärztliche Untersuchung obligatorisch ist, auch das Höchsteintritts- und -Endalter sowie die Möglichkeit zur Stundung.

Der Leser erfährt zudem, welche Tarife die Nachversicherung ohne erneute Risikoprüfung nur bei bestimmten Anlässen und welche ohne besonderen Anlass ermöglichen. Nicht angegeben ist dagegen, welche Anlässe die Anbieter im Einzelnen gelten lassen und welche Summen- und Altersgrenzen dann greifen.

Dies und weitere Aspekte des Testdesigns hatte der Versicherungsmakler Matthias Helberg schon beim Test von vor sieben Jahren in einem Blog-Beitrag moniert (VersicherungsJournal 29.5.2017).

Weitere Übersichten

Finanztest Cover (Bild: Stiftung Warentest)

In der Zeitschrift werden für die beiden Musterfälle weitere Übersichten (Eintrittsalter 55 und für Doppelpolice für Paare (Verbundene Leben)) abgebildet. In diesen werden jeweils die fünf Tarife mit den niedrigsten Zahlbeiträgen (inklusive Angabe der Bruttobeiträge) genannt.

Drei Mal wird die oben genannte Offerte der Hannoverschen als am günstigsten aufgelistet, für die Controllerin mit Eintrittsalter 55 Jahren (und dann zwölfjähriger Laufzeit) die Ergo Vorsorge. Eine vollständige Übersicht ist online in einer separaten Tabelle veröffentlicht.

Der Beitrag „Risiko-Lebensversicherung im Vergleich: Angehörige gut und günstig absichern“ ist auf den Internetseiten der Stiftung Warentest in Auszügen veröffentlicht. Der Heftartikel lässt sich für 4,90 Euro an gleicher Stelle freischalten.

Außerdem ist der Bericht in Finanztest 2/2023 erschienen. Die Ausgabe kann auf der Homepage der Verbraucherschützer online für 6,90 Euro bestellt werden. Der Download kostet 5,99 Euro.

Leistungsvergleich Risiko-Lebensversicherung

Mit den Leistungen der Tarife und der Solidität der Anbieter haben sich andere Analysten näher befasst. So hat etwa die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) Ende des vergangenen Jahres die aktuelle Auflage ihres „Produktratings Risiko-Lebensversicherung“ veröffentlicht (23.12.2022).

Die Morgen & Morgen GmbH hat im letzten September ein Bedingungsrating vorgelegt. Dieses bestand aus 19 unterschiedlich gewichteten Leistungsfragen. Von den 156 Testkandidaten erhielten 115 die Höchstnote fünf Sterne (28.9.2022). Im Produktrating der Franke und Bornberg GmbH erhielten nur zehn der 268 geprüften Tarife die Bestnote „FFF+“ (14.12.2020).

Die Infinma Institut für Finanz-Markt-Analyse GmbH hat Mitte Juni vergangenen Jahres die Zweitauflage ihrer Analyse „Marktstandards in der Risiko-Lebensversicherung“ veröffentlicht. Dabei wurden 80 der 284 getesteten Angebote zertifiziert (13.6.2022).

Welche Anbieter die Favoriten der Versicherungsmakler sind, zeigen die Asscompact Trends (12.8.2022). Die aus Maklersicht empfehlenswerten Anbieter hat die Vema Versicherungsmakler Genossenschaft e.G. im Frühjahr bei ihren über 4.000 Partnerbetrieben erfragt (30.3.2022).

 
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