WERBUNG

Fast jeder zweite Rentenbezieher hat unter 1.000 Euro im Monat

19.5.2020 – Die Nettorentenhöhe der Frauen, die ausschließlich eine Altersrente erhielten, lag unter 800 Euro, die der Männer unter 1.190 Euro. Bei denjenigen, die ausschließlich eine Witwen- oder Witwerrente und keine gesetzliche Altersrente ausbezahlt bekamen, war die Nettorente nicht einmal halb so hoch. Außerdem hatte fast jeder zweite Rentenbezieher eine Rente von unter 1.000 Euro. Dies zeigt eine Rentenstatistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

WERBUNG

Insgesamt wurden Mitte letzten Jahres rund 25,53 Millionen gesetzliche Renten verschiedenster Arten von den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung beziehungsweise stellvertretend vom Rentenservice der Deutschen Post ausbezahlt.

Darunter 18,25 Millionen Altersrenten, fast 1,78 Millionen Erwerbsminderungsrenten, knapp 5,22 Millionen Witwen- und Witwerrenten, etwa 7.700 Erziehungsrenten sowie circa 273.800 Waisenrenten. Dies geht aus der aktuellen Rentenbestandsstatistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervor.

Die 25,25 Millionen Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten – hier sind die Waisenrenten nicht berücksichtigt – verteilen sich auf 21,12 Millionen Bezieher. Davon sind 12,08 Millionen Frauen und 9,04 Millionen Männer.

Die Mehrheit hat nur eine Rente

Knapp 17 Millionen Personen erhielten ausschließlich eine Rente. Davon bekamen knapp 14,2 Millionen eine gesetzliche Altersrente, fast 1,1 Millionen eine Witwen- oder Witwerrente, rund 1,7 Millionen eine Erwerbsminderungsrente sowie etwa 7.700 Personen eine Erziehungsrente.

Von den Versicherten im Alter ab 65 Jahren bekamen rund 13,9 Millionen ausschließlich eine gesetzliche Altersrente; fast 594.000 bezogen nur eine Witwen- oder Witwerrente, also ohne eine eigene Altersrente oder sonstige weitere Rentenarten.

4,1 Millionen Personen beziehen gleichzeitig zwei oder mehr gesetzliche Rentenarten, davon mindestens eine Witwen- oder Witwerrente.

Bezieher von nur einer Rente (Bild: Zwick)

Von den 4,13 Millionen Personen mit zwei oder mehr gesetzlichen Rentenarten erhielten nach Ausführung der Statistiker alle Rentenbezieher eine Witwen- oder Witwerrente. Dazu kamen für vier Millionen Personen zusätzlich eine Altersrente, für knapp 71.100 eine Erwerbsminderungsrente, für 13 eine Erziehungsrente und für 443 eine weitere Witwen- oder Witwerrente.

Anteilig mehr Männer als Frauen erhalten nur eine Versorgung

Aus den Daten des BMAS lässt sich zudem ablesen, dass sich die Zusammensetzung der bezogenen Leistungsarten teils deutlich nach Geschlechtern unterscheidet.

Knapp 71 Prozent aller 12,1 Millionen Rentnerinnen erhalten nur eine und 29 Prozent zwei oder mehr Renten – davon mindestens eine Witwenrente. Von den neun Millionen männlichen Leistungsempfängern bekamen dagegen fast 94 Prozent ausschließlich eine Leistungsart und sechs Prozent neben einer Witwerrente noch eine oder mehrere weitere Versorgungen aus der Rentenkasse.

Von den 1,1 Millionen Personen, die ausschließlich eine Witwen- oder Witwerrente bekamen, waren 91 Prozent Frauen und weniger als neun Prozent Männer.

Gravierend war diesbezüglich auch die Differenz bei den 4,13 Millionen Beziehern von mindestens zwei Renten: Von denen waren fast 86 Prozent weiblich und 14 Prozent männlich.

Über zehn Millionen erhalten weniger als 1.000 Euro Rente

Die Rentenstatistik zeigt auch die durchschnittliche Nettorentenhöhe – also die Rentenhöhe abzüglich der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung – vor Steuern je nach Rentenart zum 1. Juli 2019.

Fast die Hälfte (48 Prozent) der zehn Millionen Rentenbezieher (ohne Waisen) bekam weniger als 1.000 Euro im Monat. Darunter sind 8,4 Millionen (42 Prozent aller Rentner), die ausschließlich eine gesetzliche Alters- oder Erwerbsminderungsrente erhielten.

Zudem blieben knapp eine Millionen Hinterbliebene und 679.000 Bezieher mehrerer Renten unter 1.000 Euro.

Bezieher je Rentenhöhe (Bild: Zwick)

Unterschiede bei der Rentenhöhe

Besonders hoch war der geschlechterspezifische Unterschied bei der Höhe der durchschnittlichen Rentenzahlungen von Rentenbeziehern mit nur einer Rentenart im Hinblick auf die Altersrente.

Männer hatten hier mit im Schnitt 1.184 Euro Monatsnettorente eine um knapp 50 Prozent höhere Gesamtrente als Frauen. Dagegen bekamen Rentnerinnen durchschnittlich eine um 28 Prozent höhere Erziehungs- und 37 Prozent höhere Witwenrente ausbezahlt als die männlichen Bezieher einer entsprechenden Rentenart.

Rentenbezieher* mit einer gesetzlichen Rente zum 1. Juli 2019

Männer

Frauen

Gesetzliche Rentenart

durchschnittliche Rentenhöhe*

Anzahl der Bezieher

durchschnittliche Rentenhöhe*

Anzahl der Bezieher

Altersrente

1.184 Euro

7.538.179

791 Euro

6.659.893

Erwerbsminderungsrente

817 Euro

828.703

837 Euro

875.346

Erziehungsrente

712 Euro

896

912 Euro

6.774

Witwen- oder Witwerrente

361 Euro

94.343

495 Euro

992.085

Insgesamt

1.139 Euro

8.462.121

761 Euro

8.534.098

Geringere Geschlechter-Unterschiede bei Mehrfach-Rentnern

Deutlich kleiner ist die Differenz bei der Höhe der durchschnittlichen Gesamtrente zwischen den Männern und den Frauen, die zwei oder mehrere Renten ausbezahlt bekamen. Hier lag zum Beispiel die Gesamtnettorente mit einer Alters- und Witwenrente bei den Männern mit im Schnitt 1.578 Euro knapp zehn Prozent über dem entsprechenden Wert der Frauen (1.437 Euro).

Rentenbezieher* mit zwei oder mehr gesetzliche Renten zum 1. Juli 2019

Männer

Frauen

Witwen-/Witwerrente zuzüglich folgende Rentenart

durchschnittliche monatliche Gesamtrente**

Anzahl der Rentenbezieher

durchschnittliche monatliche Gesamtrente**

Anzahl der Rentenbezieher

Altersrente

1.578 Euro

567.423

1.437 Euro

3.488.463

Erwerbsminderungsrente

1.328 Euro

14.086

1.357 Euro

56.977

Erziehungsrente

624 Euro

1

1.398 Euro

12

weitere Witwen- oder Witwerrente

606 Euro

23

686 Euro

420

Insgesamt

1.572 Euro

581.533

1.436 Euro

3.545.872

Leserbriefe zum Artikel:

Jürgen Roth - Ist Deutschland wirklich ein reiches Land? mehr ...

 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Wie gehen Sie mit dem zunehmenden Effizienzdruck um?

Die neue BVK-Studie deckt die Erfolgsfaktoren des Versicherungsvertriebs auf und zeigt Ihnen, wie auch Sie Ihren Betrieb effizienter gestalten und sich für die Zukunft wappnen können.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link...

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Von Herrn Kaiser zum Buhmann?

Das Bild vom Versicherungs-Vermittler hat sich drastisch verschlechtert – vom rittlerlichen Helfer zum gierigen Abzocker.

Wie Sie trotzdem mit Ihrer Persönlichkeit punkten können, erfahren Sie unter diesem Link.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
7.5.2020 – Wie niedrig die gesetzliche Hinterbliebenenrente ist, verdeutlicht eine aktuelle Statistik des Bundes-Arbeitsministeriums. Aufgeschlüsselt wird auch, wie viele sie bereits vor dem Rentenalter erhalten und wie unterschiedlich die Rentenhöhen je nach Hinterbliebenem ausfallen. (Bild: Zwick) mehr ...
 
19.7.2019 – Vielfach wird im Versicherungsvertrieb davon abgeraten, den Berufsunfähigkeits-Schutz als bAV abzuschließen. Dabei stellt die betriebliche Direktversicherung oft die interessantere Lösung dar. In welchen Fällen und warum, erklärt der Altersvorsorge-Spezialist Franz Erich Kollroß. (Bild: Foto Weber) mehr ...
 
3.7.2015 – Die gesetzliche Rentenversicherung präsentiert auf ihrer Bundesvertreter-Versammlung eine positive Bilanz nach Rentenreform und steigenden Rentenzugängen. Dennoch gibt es, etwa beim Nettorentenniveau, auch unerfreuliche Prognosen. (Bild: Brüss) mehr ...
 
28.4.2020 – Eine aktuelle Statistik des Arbeitsministeriums zeigt, wie ungleich die Leistung auf die verschiedenen Betroffenen verteilt ist und wie viele jüngere Versicherte eine solche Rente in Anspruch nehmen müssen. (Bild: Zwick) mehr ...
 
16.3.2020 – Eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes zeigt, wie hoch im Durchschnitt die monatlichen Einnahmen und Ausgaben je Haushalt in 2018 waren. Der Anteil der Konsumausgaben hängt stark von der Haushaltsgröße ab. (Bild: Hans, Pixabay, CC0) mehr ...
 
20.12.2019 – Das Arbeits- und Sozialministerium hat die umfangreichen Änderungen, die ab dem kommenden Januar gelten, aufgelistet. So steigen etwa die Beitragsbemessungs-Grenzen erneut deutlich an – und der Zugang zur PKV wird weiter erschwert. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
11.10.2019 – Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat ein neues Faltblatt mit zentralen Kennzahlen aufgelegt. Dargelegt wird unter anderem, wie viele Deutsche ihre Rente im Ausland beziehen und wie viele Renten an Ausländer überwiesen werden. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...