Die wichtigsten Sparmotive

25.7.2019 – Der Altersvorsorge ist wieder das wichtigste Sparmotiv der Deutschen und hat den (aufgeschobenen) Konsum wieder von der Spitzenposition verdrängt. Dies zeigt die Sommerumfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Weiteres Ergebnis: Der Stellenwert des Motivs „Erwerb/ Renovierung von Wohneigentum“ ist ein weiteres Mal massiv zurückgegangen.

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Die Altersvorsorge ist wieder das wichtigste Motiv hinsichtlich der langfristigen Sparanstrengungen der Deutschen. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Sommerumfrage des Verbands der Privaten Bausparkassen e.V. Für die dreimal jährlich durchgeführte Untersuchung zum Sparverhalten lässt der Verband das Marktforschungsinstitut Kantar TNS jeweils 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragen.

Mit rund 53 Prozent gibt leicht mehr als die Hälfte der Befragten aktuell an, Geld für das Alter zurückzulegen. In der letzten Herbstumfrage lag der Wert jedoch noch um etwa vier Prozentpunkte höher (VersicherungsJournal 16.11.2018).

Nur noch an zweiter Stelle der Sparmotive rangiert der (aufgeschobene) Konsum. Dies gaben etwa 51 Prozent der Befragten an. Mehrfachnennungen waren möglich.

Neuer Tiefstand beim Wohneigentum

Das Sparmotiv „Erwerb/ Renovierung von Wohneigentum“ liegt zwar aktuell unverändert an dritter Stelle. Allerdings stellen die derzeit rund 29 Prozent den mit Abstand niedrigsten Wert seit zwei Jahrzehnten dar.

Bernd Hertweck, Vorstandschef des Bausparkassenverbands, ordnet dies wie folgt ein: „Mini-Bauzinsen einerseits und Mini-Sparzinsen andererseits verlocken viele Bau- und Kaufwillige offensichtlich zur Annahme, sich das Vorsparen sparen und alles auf die Karte Verschuldung setzen zu können. Für die Politik sollte das ein Alarmsignal sein“.

Der Wunsch nach Wohneigentum ist nach seiner Beobachtung ungebrochen stark – davon träume mehr als jeder zweite Mieter. Allerdings werde oft ausgeblendet, dass die Mini-Bauzinsen Eigenkapital voraussetzten und die höhere Verschuldung eine höhere Tilgungsleistung erfordere, um spätestens zum Renteneintritt schuldenfrei zu sein.

Deshalb fordert Hertweck „eine rasche Umsetzung der von der Politik beschlossenen verbesserten Ansparhilfe in Form der Wohnungsbauprämie“.

Kapitalanlage holt auf

An vierter Stelle im Ranking der Sparmotive liegt weiterhin die Kapitalanlage, die sich allerdings ganz dicht an das Sparziel „Erwerb/ Renovierung von Wohneigentum“ herangeschoben hat. Deutlich mehr als jeder vierte Befragte äußerte sich entsprechend.

Nur eine untergeordnete Bedeutung kommt den Sparmotiven „Notgroschen“ und „Ausbildung der Kinder“ zu. Beide hatten leichte Einbußen zu verzeichnen und blieben unter der Marke von fünf Prozent.

Sparmotive (Bild: Wichert)

Abwärtstrend bei der Altersvorsorge

Im Langfristvergleich zeigt die Kurve des Motivs Altersvorsorge trotz der zuletzt leichten Steigerung nach unten. So lag der Anteil der Nennungen zwischen Anfang 2013 und Anfang 2015 viele Male über der 60-Prozent-Marke. Der aktuelle Wert fällt um mehr zehn Prozentpunkte niedriger aus als beim Höchststand aus der Herbstumfrage vor fünf Jahren (21.11.2013).

Ein noch deutlicherer Abwärtstrend ist beim Wohneigentum zu erkennen. Der Höchststand aus der Herbstumfrage 2013 lag um weit über 20 Prozentpunkte höher.

Die Kapitalanlage schneidet aktuell um etwa vier Prozentpunkte besser ab als beim Tiefststand aus der Herbstumfrage vor zwei Jahren (17.11.2017). Allerdings lag der Anteil zwischen Anfang 2013 (5.4.2013) und Anfang 2014 (8.4.2014) noch teilweise klar oberhalb der 30-Prozent-Marke.

Sparmotive in der Zeitreihe (Bild: Wichert)

Beim (aufgeschobenen) Konsum setzte sich der negative Trend der letzten Erhebungen fort. Der Höchstwert aus der Frühjahrsumfrage vor vier Jahren (8.4.2015) ist fast 15 Prozentpunkte entfernt. Ähnlich niedrig war die Zustimmung der Bundesbürger zuletzt nur in der vorletzten Herbstumfrage.

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Altersvorsorge · Ausbildung · Bausparen · Immobilie · Marktforschung · Ranking · Rente · Versicherungsvertrieb
 
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