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Die meisten Indexpolicen rentierten schwach

17.2.2021 – Die Verzinsungselemente sind bei den Indexpolicen deutlich gesunken, aber unverändert attraktiver als in den Tarifen der Neuen Klassik oder der herkömmlichen Klassik. Mit der Teilnahme am Index hat 2020 die Mehrheit der Tarife nichts erwirtschaftet. Die Marktstudie zu den Überschussbeteiligungen und den Garantien der Assekurata zeigt, wie und wann Indexpolicen rentierlich sein können.

Mit 13.718 Zählern schloss der Dax Ende 2020 um gut 3,5 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Die Kunden von Indexpolicen haben an dieser Entwicklung aber nicht partizipieren können. Der Grund heißt Corona. Beim schnellsten Crash aller Zeiten verlor der Leitindex innerhalb von 28 Tagen knapp 40 Prozent.

Andere Indizes entwickelten sich aufgrund des Pandemieausbruchs und der damit einher gehenden Unsicherheit ähnlich.

Nichts verloren, aber auch nichts gewonnen

Lars Heermann (Bild: Screenshot Lier)
Lars Heermann (Bild: Screenshot Lier)

Bei den Indexpolicen fließt der Sparbeitrag in das Sicherungsvermögen. Zu bestimmten Stichtagen wählen die Kunden zwischen der sicheren Verzinsung von durchschnittlich 2,35 (2,53) Prozent und der Anlage der Überschussbeteiligung in ein Kapitalmarktprodukt, das an einem Index ausgerichtet ist.

„Eine Indexpolice ist nicht vergleichbar mit einer Fondspolice ohne Garantie, denn man läuft keine Gefahr, Geld zu verlieren. Sie ist aber kein reines Investment, weil der Kunde nur anteilig über Cap oder Quote partizipieren kann“, erläutert Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH.

Entscheiden sich die Kunden für das Investment in Indexfonds, sind sie über einen „Cap“ oder eine „Quote“ anteilig an der Wertentwicklung des gewählten Index beteiligt.

Beim „Cap“ ist die Teilhabe bis zu einer vereinbarten Rendite gedeckelt; an darüber hinaus gehenden Gewinnen partizipiert der Kunde nicht. Bei der „Quote“ profitiert der Kunde an einem festgelegten Prozentsatz an jeder positiven Monatsperformance des Index.

Gothaer plant Indexpolice

Bevor aber Gewinne gedeckelt oder gequotelt an den Index-Kunden weitergegeben werden, werden zunächst, meist monatlich, entstandene Verluste gegengerechnet. Durch den rapiden Kursverfall im März/April und einen kleineren Aktieneinbruch im Oktober blieb bei dieser Methode 2020 für die Inhaber von Indexpolicen nichts über.

„Unter dem Strich griff in beiden Modellfällen Cap und Quote die Verlustbegrenzung – die Jahresrendite beträgt 0,00 Prozent“, so Heermann.

Die Kölner Ratingagentur hat im Rahmen ihrer traditionellen Marktstudie 13 (14) Anbieter von Indexpolicen mit einem Anteil im Gesamtmarkt von 47,87 (48,43) Prozent untersucht. Nicht mehr teilgenommen hat die R+V Lebensversicherung AG. Nach Angaben von Assekurata plant die Gothaer Lebensversicherung AG, einen neuen Tarif einzuführen.

Zwei Lebensversicherer setzen sich ab

Für die Studie wurden die gutgeschriebenen Renditen der letzten vier Indexstichtage bei den Anbietern abgefragt. Diese Stichtage sind unterschiedlich. Die Mehrheit der Tarife habe eine Nullrendite erzielt.

Über alle Stichtage gesehen haben sich der Studie zufolge SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG und Targo Lebensversicherung AG positiv dem Trend entzogen.

Wie im Vorjahr (18.2.2020) wurden erneut die Entwicklung der Indexbeteiligung auf mittlere Sicht – nämlich für 193 (152) Stichtagswerte seit 2014 – untersucht. Durch das für Indexpolicen schlechte Börsenjahr 2020 liegt die Nullrendite nun bei 49,7 (47,4) Prozent aller Stichtage.

An knapp elf Prozent aller Stichtage wurden bis zu zwei Prozent, an weiteren knapp zwölf Prozent aller Tage bis zu vier Prozent gutgeschrieben. 6,2 Prozent der Indexstichtage brachten 2020 eine Rendite zwischen vier und sechs Prozent, 11,9 Prozent zwischen sechs und acht Prozent und 6,2 Prozent zwischen acht und zehn.

Eine Rendite über zehn Prozent gab es nur an 3,1 Prozent aller Stichtage. Das heißt rund drei Viertel aller Stichtage kamen auf Renditen bis maximal sechs Prozent.

Große Vielfalt

Der Studie zufolge bieten die 13 Gesellschaften knapp 20 verschiedene Zielinvestments. Vier Gesellschaften stellen nur einen Index zur Auswahl, sieben zwei und zwei drei.

Die Barmenia Lebensversicherung a.G.Ergo Vorsorge Lebensversicherung AGHDI Lebensversicherung AGStuttgarter Lebensversicherung a.G.SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG und Württembergische Lebensversicherung AG bieten speziell konzipierte Zielindizes, die teils mehrere Investmentklassen abdecken.

Merkmal der Indexpolicen sind Mindest-Rückkaufwerte und garantierte lebenslange Mindestrente. Bei den weiteren Garantieelementen sowie der Art und Ausgestaltung der Indezies bestehen große Unterschiede.

Die „Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien 2021: Resilienz von Deklarationen und Garantien in Zeiten der Pandemie“ kann unter diesem Link bei Assekurata ab netto 1.509 Euro bestellt werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Coronavirus · Fondspolicen · Gewerbeordnung · Indexpolice · Lebensversicherung · Rating · Überschussbeteiligung
 
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