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Die größten Verlust- und Gewinnbringer in Schaden/Unfall

29.1.2020 – Die Beitragseinnahmen in der Kompositversicherung sind 2019 um über drei Prozent auf fast 73 Milliarden gestiegen. Dies gab der GDV am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt. Der Bereich Schaden/Unfall blieb mit einer Combined Ratio von voraussichtlich 93 Prozent in der versicherungs-technischen Gewinnzone. Die Wohngebäudeversicherung erreichte wieder die Gewinnzone. Dort befinden sich weiterhin insbesondere auch die Hausrat, die private Unfall- und die allgemeine Haftpflichtversicherung.

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Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zusammengeschlossenen Kompositversicherer haben 2019 die Beitragseinnahmen um voraussichtlich über drei Prozent auf etwa 72,9 Milliarden Euro ausgebaut.

Die Steigerungsrate entspricht damit in etwa derjenigen der sieben vorangegangenen Jahre (VersicherungsJournal 30.1.2019, 31.1.2018, 18.9.2017). Dies teilte der GDV am Mittwoch im Rahmen der Jahrespressekonferenz der deutschen Versicherer mit.

Vorläufige Zahlen

Bei den Zahlen für 2019 handelt es sich um Hochrechnungen auf Basis des dritten Quartals (Stand 28. November 2019). Das heißt, dass noch Abweichungen nach oben oder auch unten möglich sind. Dies hatte sich vor allem vor drei Jahren gezeigt.

Ende Januar hatte der GDV in Wohngebäude zunächst von einer Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) von voraussichtlich 101 Prozent berichtet (27.1.2017)

Mitte März hatte der Versichererverband den Wert auf etwa 97 Prozent nach unten korrigiert (15.3.2017). Im Herbst wurde dann eine endgültige kombinierte Schaden-Kosten-Quote von nur 96,0 Prozent vermeldet (6.11.2017).

Schaden-/Unfallversicherung bleibt in Gewinnzone

Die Versicherungsleistungen (Aufwand für Geschäftsjahresschäden inklusive Schadenregulierungs-Kosten und Rückstellungen) erhöhten sich im vergangenen Jahr um voraussichtlich 1,7 Prozent auf rund 53,4 Milliarden Euro.

Da die Aufwendungen nur in etwa halb so stark gestiegen sind wie die Beiträge, rechnet der GDV für 2019 mit einem von 4,1 auf 4,7 Milliarden Euro erhöhten Gewinn in der Schaden-/ Unfallversicherung. In der Folge dürfte sich auch die Combined Ratio um etwa einen Prozentpunkt auf 93 Prozent verbessern, erwartet der Versichererverband.

Für den GDV-Präsidenten Dr. Wolfgang Weiler war 2019 damit „ein gutes Jahr für die Schaden- und Unfallversicherer“, sagte Weiler im Rahmen der Jahrespressekonferenz (29.1.2020).

Flottenversicherung bliebt im Minus

Ein Blick auf die einzelnen Komposit-Versicherungssparten zeigt wenig überraschend eine große Spannbreite bei den versicherungs-technischen Ergebnissen. „Sorgenkind“ bleibt insbesondere die Flottenversicherung, auch wenn die Branche erneut kleine Fortschritte machte.

So stieg das Prämienvolumen mit fünf Prozent (auf 4,1 Milliarden Euro) etwas stärker als die Leistungsaufwendungen (plus vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro). Dadurch verminderte sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote um etwa einen Prozentpunkt auf voraussichtlich 101 Prozent.

Dies bedeutet den vierten Rückgang in Folge auf den besten Wert in den zurückliegenden elf Jahren. Der Höchstwert wurde 2010 erreicht. Seinerzeit hatten die Flottenversicherer über 17 Cent Verlust pro Beitragseuro geschrieben.

Combined Ration Flotte (Bild: Wichert)

Auffällige Entwicklung in Teilkasko

In der Kraftfahrtversicherung insgesamt erhöhten sich die Einnahmen um vermutlich zwei Prozent auf 28,5 Milliarden Euro. Die Kosten wuchsen fast doppelt stark, und zwar um 4,5 Prozent auf 25 Milliarden Euro.

Dies wird zu einer um etwa zwei Prozentpunkte schlechteren Combined Ratio von etwa 98 Prozent führen. Für die Bereiche Kfz-Haftpflicht und Vollkasko wird ein minimal höherer Wert erwartet, für die Teilkasko eine Quote von unter 90 Prozent.

Auffällig ist die Entwicklung vor allem in der Teilkaskoversicherung. Denn hier stieg der Aufwand mit elf Prozent überproportional stark an. Da sich das Beitragsaufkommen um etwa ein Prozent verminderte, wird die Combined Ratio um vermutlich acht Prozent schlechter ausfallen als im Jahr zuvor.

Wohngebäudeversicherer kehren in Gewinnzone zurück

Deutlich besser als 2018 lief es im vergangenen Jahr für die Wohngebäudeversicherer. Die Leistungen sanken um voraussichtlich vier Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, während sich die Prämien um acht Prozent auf 8,2 Milliarden Euro erhöhten.

Hier erwartet der Versichererverband eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von nur 96 Prozent. Das sind acht Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor. Erst zum dritten Mal (30.10.2018) seit 2002 würde die Branche damit schwarze Zahlen schreiben.

Combined Ration Wohngebäude (Bild: Wichert)

Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote lag in diesem Jahrtausend schon einige Male auf deutlich höherem Niveau. 2007 und 2013 waren es jeweils mehr als 130 Prozent – und 2002 sogar über 140 Prozent.

Hausrat und Unfall bleiben die großen Ertragsbringer

Satte Gewinne fuhr die Branche der GDV-Prognose zufolge ein weiteres Mal in der Hausratversicherung ein. Den versicherungs-technischen Gewinn verortet der Versichererverband bei etwa 28 Cent pro Beitragseuro.

Ebenfalls zu den Ertragsbringern zählte 2019 die private Unfallversicherung. Hier wird eine Combined Ratio von unverändert rund 78 Prozent erwartet. Auch in der allgemeinen Haftpflicht- sowie in der Rechtsschutz-Versicherung wird mit keinen größeren Veränderungen gerechnet.

Combined Ration Komposit (Bild: Wichert)

In Haftpflicht dürfte es nach den Hochrechnungen bei erneut um die zehn Cent Gewinn pro Beitragseuro bleiben. In Rechtsschutz dürfte auch 2019 eine schwarze Null stehen.

 
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