WERBUNG

Die Gebäudeversicherer mit den höchsten Beschwerdequoten

14.5.2018 – Im vergangenen Jahr hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) in der Wohngebäudeversicherung mit etwas über 300 Beschwerden rund zwölf Prozent weniger abschließend bearbeitet als im Jahr zuvor. Im Schnitt waren es 1,6 Reklamationen pro 100.000 Verträge. Auf die höchste Beschwerdequote kam die Signal Iduna Allgemeine, wie aktuelle Bafin-Daten zeigen.

WERBUNG

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) hat im vergangenen Jahr 309 Beschwerden über die deutschen Wohngebäudeversicherer abschließend bearbeitet. Dies entspricht einem Rückgang um zwölf Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor (VersicherungsJournal 30.5.2017).

Aktuell wurde nach der dritten Verminderung in Folge der zweitniedrigste Wert auf Zehnjahressicht erreicht. Weniger Beschwerden gab es nur 2010 (VersicherungsJournal 6.5.2011). Ein Jahr davor war der Höchststand zu verzeichnen. Seinerzeit hat die Aufsicht über zwei Drittel mehr abschließend bearbeitet (VersicherungsJournal 31.5.2010).

Beschwerden Wohngebäude (Bild: Wichert)

Sehr geringe Beschwerdequote

Aus dem Minus in den vergangenen Jahren kann allerdings nicht zwingend darauf geschlossen werden, dass die Kunden deutlich zufriedener mit den Anbietern geworden wären. Denn zumindest ein Teil des Rückgangs dürfte auf die steigende Akzeptanz des Versicherungs-Ombudsmanns zurückzuführen sein. Bei der Schlichtungsstelle sind im vergangenen Jahr etwa 1.300 Anträge auf Streitbeilegung in der Wohngebäude-Sparte eingegangen (VersicherungsJournal 8.2.2018).

In Relation zum Vertragsbestand von insgesamt rund 19,5 Millionen zum Jahresende 2016 liegt die Bafin-Beschwerdequote mit knapp 1,6 Eingaben pro 100.000 Verträge auf verschwindend niedrigem Niveau. 2016 lag die Quote bei 1,8, in den beiden Jahren davor bei 2,0 (VersicherungsJournal 30.5.2016) beziehungsweise 2,3 (VersicherungsJournal 3.6.2015).

Signal Iduna Allgemeine mit der höchsten Quote

Insgesamt werden in der Beschwerdestatistik rund 60 Wohngebäudeversicherer aufgeführt. Unter den aufgelisteten Gesellschaften mit einem Vertragsbestand von mehr als 100.000 errechnen sich für insgesamt vier Anbieter Werte von über drei Beschwerden pro 100.000 Kontrakte.

Die höchste Quote steht mit über fünf Reklamationen pro 100.000 Verträge für die mit einem Policenbestand von 195.366 eher kleine Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG zu Buche. Dahinter folgen die Alte Leipziger Versicherung AG, die Condor Allgemeine Versicherungs-AG und die Helvetia Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft AG Direktion für Deutschland.

Beschwerden Wohngebäude (Bild: Wichert)

Beschwerdequoten der Marktgrößen

Auffällig ist, dass für viele der nach Bestand größten Anbieter (mehr als 500.000 versicherte Risiken) eher niedrige Beschwerdequoten zu Buche stehen. Neben der R+V Allgemeinen Versicherung AG und der VGH Landschaftlichen Brandkasse Hannover kamen nur noch die Axa Versicherung AG, die Generali Versicherung AG und der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. auf überdurchschnittlich hohe Quoten.

Knapp unter dem Schnitt blieben Marktführer Allianz Versicherungs-AG (VersicherungsJournal 29.1.2018) und die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG. Der niedrigste Wert errechnet sich für die Bayerische Landesbrandversicherung AG mit 0,3 Eingaben pro 100.000 versicherte Risiken.

Knapp unter beziehungsweise über einer Beschwerde pro 100.000 versicherte Risiken liegen die Bayerische Versicherungsverband Versicherungs-AG sowie die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G.

Beschwerden Wohngebäude (Bild: Wichert)

Nachteil für wachstumsstarke Versicherer

Seit fast einem Vierteljahrhundert veröffentlicht die Bafin jährlich eine nach Versicherungs-Unternehmen und -zweigen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik. Diese stellt eine Momentaufnahme dar, die durch verschiedene Ereignisse beeinflusst sein kann. Versicherer ohne Beschwerden werden beispielsweise gar nicht aufgeführt.

Die Beschwerdestatistik soll „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Bafin. Die Aufsicht weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin. Denn eine Aussage darüber, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet gewesen sind oder nicht, treffe die Statistik nicht.

Zudem werde die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl in Relation zu den versicherten Risiken zum Vorjahresende gesetzt. „Stark expandierende Versicherer (…) werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, so die Begründung.

Leserbriefe zum Artikel:

Dieter Klink - Fehlende Angaben in der Statistik. mehr ...

 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Von welchen Gesellschaften wollen die Vertreter weg?

Wie steht es um die Wechselbereitschaft in der Versicherungswirtschaft?

Neue Erkenntnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Struk- turen des Versicherungsver- triebs – BVK-Strukturanalyse 2016/2017“ erfahren Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Erfolgreich Kunden gewinnen, rechtliche Stolpersteine vermeiden

WettbewerbsrechtEs gibt viele rechtliche Fallstricke, über die ein Vermittler bei seinen Werbeaktionen stolpern kann. Das VersicherungsJournal-Praktikerhandbuch erklärt in aktualisierter Auflage, wie sie zu umgehen sind.

Mehr Informationen und zur Bestellung...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
11.9.2017 – Die Versicherungswirtschaft hat in den vergangenen Jahren Dutzende Musterbedingungen für Privatkunden überarbeitet. Ziel: Bessere Verständlichkeit. Hintergründe und konkrete Beispiele aus den Zweigen Wohngebäude und Hausrat zeigt ein Überblick des VersicherungsJournals. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
15.3.2016 – Lösungen für den Umgang mit abgelehnten Schadenfällen, die Tücken von Regulierungsvollmachten, „Abmahnungen und andere schlimme Dinge“ sowie die Praxis der Digitalisierung wurden beim Maklerforum der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler angeboten. (Bild: Meyer) mehr ...
 
23.7.2014 – Die im ostfriesischen Neuharlingersiel beheimatete NV-Versicherungen VVaG war bis vor 15 Jahren ein reiner Regionalversicherer. Inzwischen wurde ein Maklervertrieb aufgebaut und trägt entscheidend zum Wachstum des seit dem Jahr 1818 bestehenden Vereins bei. (Bild: NV-Versicherungen) mehr ...
 
3.6.2014 – Wie (un)zufrieden die Verbraucher mit ihren Versicherern waren und in welchen Sparten es die häufigsten Reklamationen gab, zeigt die Bafin-Beschwerdestatistik 2013. (Bild: Wichert) mehr ...
 
7.5.2018 – Über welche Anbieter die Bafin im vergangenen Jahr die meisten Reklamationen zu bearbeiten hatte und wie sich die Branchengrößen geschlagen haben, zeigen aktuelle Daten der Aufsicht. (Bild: Wichert) mehr ...
WERBUNG