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DGUV vermeldet neue Allzeit-Tiefs bei Arbeitsunfällen und Todesopfern

19.6.2024 – Im vergangenen Jahr starben durch Arbeits- und Wegeunfälle 599 gesetzlich Unfallversicherte, so wenige Menschen wie niemals zuvor. Leicht abgenommen hat nach der vorläufigen Bilanz der DGUV die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle, während es bei den Wegeunfällen deutlich nach oben ging. Stark rückläufig war die Zahl der Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit, bei deutlich gesunkenem, aber immer noch spürbarem Corona-Einfluss.

Im vergangenen Jahr ging die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle um 0,5 Prozent auf 783.426 zurück. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle erhöhte sich hingegen um 6,4 Prozent auf 184.355. Insgesamt wurden damit 967.781 meldepflichtige Unfälle verzeichnet (plus 0,7 Prozent).

Dies teilte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) am Dienstag unter Hinweis auf die jetzt veröffentlichten Geschäfts- und Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen mit.

Geringeres relatives Unfallrisiko

Damit habe sich auch das relative Unfallrisiko hierzulande verringert, und zwar von 18,3 auf 18,1 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter. „Die statistische Größe eines Vollarbeiters entspricht dabei der Zahl der Arbeitsstunden, die eine in Vollzeit tätige Person im Jahr gearbeitet hat. Sinkt das relative Unfallrisiko, bedeutet dies, dass in der gleichen Arbeitszeit weniger Unfälle passiert sind“, so die DGUV zum Hintergrund.

Wie der Spitzenverband weiter mitteilte, lag dieser Wert im Vorpandemiejahr 2019 noch bei 20,97. Seinerzeit wurden mit 871.547 fast 90.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle mehr verzeichnet.

Laut DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy zeigen diese Zahlen, „dass die Arbeits- und Mobilitäts-Gewohnheiten der Versicherten wieder mit der Zeit vor der Pandemie vergleichbar sind. Allerdings ist die Zahl der versicherten Personen und der geleisteten Arbeitsstunden gestiegen. Vor diesem Hintergrund ist das Allzeittief bei den Arbeitsunfällen und den tödlichen Arbeitsunfällen eine sehr gute Nachricht.“

Letzteres hatte die DGUV schon bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen Ende März verkündet (VersicherungsJournal 28.3.2024). Nach den endgültigen Zahlen kamen noch weniger Menschen bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin zu Tode als seinerzeit gemeldet – nämlich nur 599.

Zunehmendes Schülerunfallgeschehen

Nach oben zeigte die Kurve hingegen in der Schülerunfallversicherung. Im Berichtsjahr nahm die Zahl der meldepflichtigen Schulunfälle um 3,9 Prozent zu auf wieder über eine Million Fälle.

Noch etwas stärker aufwärts ging es bei den meldepflichtigen Schulwegunfällen (plus 4,1 Prozent auf fast 92.300). Die Zahl der tödlichen Schul(weg)unfälle stieg von 25 auf 27 an.

In der allgemeinen Unfallversicherung sind Arbeits- und Wegeunfälle meldepflichtig, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tode führen. In der Schülerunfallversicherung, die Kita-Kinder, Schüler und Studierende umfasst, besteht Meldepflicht, wenn ein Schul- oder Schulwegunfall eine ärztliche Behandlung notwendig macht oder zum Tod führt.

Berufskrankheiten: deutlicher Rückgang

Wie aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen weiter hervorgeht, gingen 2023 bei den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 145.359 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit ein. Das sind annähernd 225.000 oder fast 61 Prozent weniger als im „Rekordjahr“ 2022 (30.6.2023).

Mit etwa 64.700 betrafen knapp 44,5 Prozent der 2023 insgesamt eingegangenen Anzeigen Covid-19-Berufskrankheiten (BK-Nr. 1301). Die verbleibenden 55,5 Prozent entfielen auf die übrigen Berufskrankheiten.

Als Berufskrankheit anerkannt wurden mit 72.630 Fällen nur etwa ein Drittel so viele wie vor Jahresfrist. Der Anteil der Anerkenntnisse sank von 53,9 Prozent im Jahr zuvor unter die Marke von 50 Prozent.

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