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Cyber-Geschäft könnte Kfz-Sparte überholen

13.9.2019 – Das Bewusstsein für die Bedeutung von Internet-Risiken ist in Deutschland noch gering. Dennoch sagen Versicherer und Makler dieser Sparte ein hohes Wachstum, begleitet von intensivem Wettbewerb, voraus. Abschlusstreiber sind derzeit Schadenerfahrungen der Kunden, der Bedarf an Assistance-Leistungen und kompetente Vertriebsprofis. Zu diesen Resultaten kommt eine gemeinsame Studie von Assekurata und Instinctif.

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Gesellschaften, die in Deutschland Cyber-Deckungen anbieten, bewerten die aktuelle Nachfrage noch als „schwach“. Diese Aussage vertreten derzeit 68 Prozent. Ein starkes Wachstum erwarten 86 Prozent der Anbieter erst in den nächsten drei bis fünf Jahren.

Das sind zentrale Ergebnisse der gemeinsamen Studie „Quo vadis Cyber-Insurance?“ der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH und der Strategie- und Kommunikationsberatung Instinctif Deutschland GmbH.

Für die Studie befragten die Unternehmen im Mai bis Juli alle 38 zu diesem Zeitpunkt bekannten Anbieter von Cyber-Policen auf dem deutschen Markt (Erst- und Rückversicherer) sowie sieben Groß- und Spezialmakler. Insgesamt lagen 24 vollständig beantwortete Fragebögen vor. Weitere neun Firmen lieferten Teile der Antworten, heißt es in den Studienunterlagen.

Markt ist derzeit noch überschaubar

Während sonst im deutschen Schaden-/Unfallgeschäft kaum Wachstum zu erwarten sei, entsteht mit „Cyber“ eine Sparte, die die Kfz-Versicherung womöglich als volumenstärkste Sparte ablösen könnte, schreiben die Autoren der Untersuchung.

Gerade für die Kfz-Sparte erwartet Assekurata künftig viele Änderungen. Das Interesse an Telematik-Tarifen könnte stark steigen. Das geänderte Mobilitätsverhalten der Autofahrer könnte Car-Sharing begünstigen und damit das Flottengeschäft fördern (VersicherungsJournal 30.7.2019), so die Prognosen.

Das Prämienvolumen in Deutschland von Cyber-Versicherungen sei dagegen noch überschaubar. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. lag es 2018 bei rund 50 Millionen Euro. Nach Schätzungen von Meyerthole Siems Kohlruss Gesellschaft für aktuarielle Beratung GmbH dürften hierzulande erst 50.000 dieser Policen mit einem Beitragsvolumen von 100 bis 200 Millionen Euro verkauft worden sein (21.5.2019).

Intensiver Wettbewerb erwartet

Dennoch bewerten Versicherer und Makler die Zukunft dieser Sparte optimistisch. Das betrifft insbesondere die Segmente KMU und Industrie.

Im Schnitt erwarten die Befragten ein jährliches Wachstum ihrer Prämieneinnahmen in der Sparte von 35 Prozent. Drei Viertel der Befragten glauben, dass sich diese Policen künftig zu den wichtigsten am deutschen Markt entwickeln werden.

71 Prozent der Marktteilnehmer sehen einen „eher intensiven“ Wettbewerb bei der Prämiengestaltung, 14 Prozent einen „intensiven“ Wettbewerb. Bei den Versicherungs-Bedingungen sehen 36 Prozent der Befragten einen intensiven und die Hälfte einen „eher intensiven“ Wettbewerb. Bei den Leistungen erwarten 88 Prozent, dass der Wettbewerb noch weiter zunehmen wird.

Nachfragetreiber Cyberversicherungen (Bild: Instinctif/Assekurata)

Nachfragetreiber in der Sparte

Als größte Kundenmotivation für den Abschluss einer Cyber-Deckung geben die Befragten konkrete Schadenerfahrungen an (63 Prozent). Als nächsten Punkt sehen die Teilnehmer (56) den Bedarf an Assistance-Leistungen bei Cyber-Vorfällen. Gemeint sind hier vor allem die technische und rechtliche Unterstützung sowie das Krisenmanagement.

Mit jeweils 52 Prozent folgen gesetzliche oder regulatorische Anforderungen. Als wichtigsten „Abschlusstreiber“ bezeichnet gut die Hälfte der Teilnehmer aber die aktive Ansprache durch den Vertrieb.

Drei Viertel der Umfrageteilnehmer sind allerdings der Meinung, dass sich diese Versicherungen am besten über spezialisierte Vertriebspartner platzieren lassen. Zugleich gaben 63 Prozent an, dass die bestehenden Standard-Vertriebswege nicht über ausreichendes Know-how für den Verkauf von Deckungen gegen Computer- und Internet-Kriminalität verfügen.

Silent-Cyberrisiken (Bild: Instinctif/Assekurata)

Bedeutung von Assistance-Leistungen unterschätzt

Nach wie vor besteht das Risiko, dass konventionelle Sach- und Haftpflichtdeckungen erhebliche Silent-Cyber-Risiken enthalten. Dieser Aussage stimmen laut Studie 74 Prozent der Befragten zu. Aon bezeichnete diese Gefahren in seinem aktuellen Marktreport sogar als „potenzielle Zeitbomben“ (6.9.2019).

44 Prozent der Studienteilnehmer meinen, dass diese Risiken neu kalkuliert werden müssten. 78 Prozent sagen sogar, dass eine Bedingungs-Klarstellung nötig sei.

Insgesamt herrscht unter den Befragten eine hohe Zustimmung zur Bedeutung von Assistance-Leistungen in der Sparte. 83 Prozent der Befragten sehen den Aufbau eines zentralen Ökosystems als relevante Option. Allerdings steht die Branche hier noch am Anfang.

„Anders als in vielen Bereichen, in denen Ökosysteme rund um Kundenbedürfnisse entstehen, ist im Bereich Cyber bislang kein ‚Key-Player‘ erkennbar, der als natürlicher Integrator auftreten könnte“. Das meint Dr. Hubert Becker, Managing Partner bei Instinctif und verantwortlich für das Thema Krisenkommunikation, zu den Ergebnissen der Studie.

 
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